Eiði – ein „schräges“ Dorf mitten im Nord-Atlantik

Faroe Islands

Auf den Färöer Inseln ist alles irgendwie schräg – weil alles irgendwie an einem Berghang liegt. Das Dorf Eiði beispielsweise liegt auf der Insel Eysturoy. Mit Blick auf den Fjord und die umliegenden Berge in typischer „färöischer Hanglage“.

Eiði - a village in the middle of the north atlantic

Eiði – ein Dorf in typischer färöischer Hanglage – mit Blick auf Berge und Fjord.

Obwohl alles irgendwie immer an einem Hang liegt, finden die Färöer immer irgendwo eine Fläche für ihren Nationalsport Fussball. So hat auch Eiði einen Fussballplatz, dieser gilt von seiner landschaftlichen Lage her als einer der schönsten im gesamten dänischen Königreich.

Im Norden befindet sich der 343 Meter hohe Eiðiskollur, dem die beiden berühmten Klippen Risin und Kellingin vorgelagert sind. Östlich des Ortes erhebt sich mit dem 882 Meter der Berg Slættaratindur, der höchste Berg der Färöer. Die Besteigung dieses Berges war geplant, aber das Wetter war zu stürmisch um diese Wanderung zu wagen.

Mehr Bilder und Berichte von meiner Reise (2013) auf die Färöer gibt es hier: The Faroe Islands

Bild by Michael’s Beers & Beans (aus dem Archiv)

Die kleine, einsame Kirche von Saksun, Färöer Inseln

Faroe Islands

Die Kirche von Saksun steht malerisch von hohen Bergen umgeben an einem Fjord, der sich zu einer kleinen Bucht ausgeweitet hat.

Saksun Church Faroe Islands Färöer Inseln kleine Kirche

Die einsame Dorfkirche von Saksun stand ursprünglich im Nachbardorf Tjørnuvík auf der anderen Seite der Berge. Dort wurde diese abgebaut und über einen Saumpfad hierher gebracht und „am dritten Sonntag nach Trinitatis“ 1858 wieder eingeweiht. Die Bewohner von Tjørnuvík mussten dann über den selben Saumpfad, damit sie am Gottesdienst in ihrer  „umgepflanzten“ Kirche teilnehmen konnten.

Dieser Wanderweg über die Berge existiert noch heute und gilt als einer der schönsten auf den Färöern.

Als die Kirche errichtet wurde, war dies keine blosse Kopie der alten Kirche, sondern hier wurden im Gegensatz zur Bauweise der alten Holzkirchen die Aussenmauern aus Stein errichtet. Nur die Innenwände, Stützbalken und der Altar erinnern noch an die Kirche von Tjørnuvík.

Erst 1957 bekamen die Bauernhöfe in der Gegend Elektrizität. Es dauerte dann noch mal bis 1963 , bis die Kirche endlich elektrisches Licht und eine Heizung bekam.

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Irgendwie fährt man auf den Färöer immer vom Meer über die Berge zum Meer. Der Weg nach Saksun, im Norden von Streymoy an der Westküste ist etwas anders. Dieser kleine Ort liegt am Ende eines langen fruchtbaren Tals, welches die Insel auf kompletter Breite in nordwestlicher Richtung durchschneidet. Irgendwo ist die Wasserscheide, plötzlich fliesst der Fluss in eine andere Richtung.

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Die Strasse nach Saksun – der Ort scheint für die Färöer im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel wegen seines Sandstrandes zu sein, der einst durch einen Sturm angespült wurde, der pittoresken Lage und des alten Bauernhofs (Museum) aus dem 17. Jahrhundert. Bei unserem Besuch waren wir alleine unterwegs.

Quelle: vor Ort, alter Polyglott Reiseführer von 1982, Internet
Reise 2013 / Bericht 2018

Kunoy – die Fraueninsel

Faroe Islands

Eine Fraueninsel? Vis à vis einer Männerinsel? Ist der Feminismus auf den Färöer Inseln bereits so fortgeschritten und hat den Frauen und Männern ihre eigenen Inseln gebracht? Wo jeder für sich in seiner Welt leben kann? Nein, die idyllische Insel hat damit gar nichts zu tun. Eine Erklärung für den Begriff „Kunoy“ (Fraueninsel) habe ich allerdings nicht gerade sofort gefunden. Der Ursprung geht vermutlich auf die harten Zeiten der früheren Fischerei zurück.

Faroe Islands Kunoy Fraueninsel Färöer Inseln

Woher kommt nun die Bezeichnung Kunoy, was übersetzt Fraueninsel heisst? Eine erste Erklärung, die ich gefunden habe ist, dass die Fraueninsel gegenüber der Männerinsel liegt und so das Gegenstück bildet. Aber warum die Männerinsel dann so heisst? OK, weil diese gegenüber der Fraueninsel …

Plausibel scheint mir eher ein Hinweis in einem alten Polyglott-Reiseführer aus den 1980er Jahre. Die  Bezeichnungen Kunoy und Kalsoy scheint in den alten Zeiten der früheren Fischerei begründet. Immer wieder verloren früher Männer ihr Leben auf See, die Frauen blieben zurück. In Kunoy gab es bald nur noch Frauen. Im Norden der Insel wurde zum Beispiel die Ortschaft Skarð 1913 aufgegeben, nachdem die meisten Männer beim Fischfang umgekommen waren. Die gegenüberliegende Insel blieb scheinbar von diesen Schicksalen verschont, so wurde diese Kalsoy – Männerinsel – genannt.

Wenn man die Landschaft der Färöer begreifen möchte, aber auch das Leben auf diesen Inseln, ist ein Besuch von Kunoy empfehlenswert. Eine wunderschöne Insel mit einem idyllischen Ort. Das gleichnamige Dorf, direkt am Fjord, ist eingebettet in eine faszinierende Bergwelt. Farbige Häuschen, eine weisse Kirche mit rotem Dach. Mitten durch das Dorf fliesst der Bach Myllá, der eine kleine mit Gras gedeckte Wassermühle antreibt. Es ist – für färöische Verhältnisse – ein milder Ort, von der Sonne beschienen. Etwas ausserhalb findet man daher sogar einen ganz kleinen Wald (Viðarlundin í Kunoy).

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Fjord

Die Insel Kunoy hat eine Fläche von 36mk2. Es gibt zwei Dörfer, die beide im Süden der Insel in die steilen Hänge gebaut sind: Haraldssund und Kunoy. Weiter im Norden liegt die schon erwähnte Ortschaft Skarð, die 1913 verlassen wurde, nachdem zu viele Männer beim Fischfang umgekommen waren. Dorthin führt ein Wanderweg. Wegen seines Höhenunterschiedes von 600 m ist er nur für erfahrene Wanderer geeignet. Der Rest der Insel ist unzugänglich. Im Norden schliesst die Insel mit dem 819m hohen Kap Kunoy ab, welches damit eine der höchsten Klippen der Welt ist.

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Haus

Der gleichnamige Ort Kunoy liegt in der Sohle eines nach Westen hin offenen, sehr eindrücklichen Trogtals inmitten eines Panoramas von über 800 m hohen Bergen. Überhaupt liegt der Ort in einer spannenden Landschaft am Kalsoyarfjørður mit Blick zur Nachbarinsel Kalsoy (Männerinsel). Der Ort hat rund 70 Einwohner.

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Dorf

Die einzige Landverbindung vor dem Tunnelbau war ein Wanderweg um die Südspitze der Insel herum, etwas oberhalb des Ufers. Der Weg existiert anscheinend noch heute und ist begehbar.

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Johannisbeeren Früchte

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Berge Mountain

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Dorfstrasse

Kunoy hat ein sehr schönes Dorfbild, Die Kirche im Ort stammt aus dem Jahre 1867 und steht unter Denkmalschutz. Oberhalb des Ortes liegt ein kleines Wäldchen, die ersten Bäume wurden bereits 1914 gepflanzt.

Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Hausfassade Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Blick über das Dorf Faroe Islands Kunoy Färöer Inseln Heustall

Aus dem Archiv (Reise 2013) / Refresh 2018

Die Kirche von Viðareiði (Färöer Inseln)

Faroe Islands

Zu den Färöer Inseln gehören die vielen kleinen, schönen Kirchen. Entweder stehen diese direkt an der Küste, mitten in einer dieser herausgeputzten Dörfer oder irgendwo, einsam in der atemberaubenden Berg-Landschaft.

Auf den färöischen Inseln gibt es eine eigene Volkskirche (evangelisch-lutherisch) – diese scheint die kleinste Staatskirche der Welt zu sein. Wenn man auf den Färöern Inseln zu Besuch ist, dann erkennt man schnell, dass hier draussen im Nord-Atlantik die Religion im Alltag eine wichtige Rolle spielt und fast 90% der Fähringer dieser Kirche angehören.  Der Rest – also 10% der Bevölkerung spielt aktiv Fussball. Stopp, hier bringe ich jetzt statistisch etwas durcheinander.  😉

Es gibt 14 Pfarrbezirke, 62 Kirchen, 9 Gebetshäuser und ein Bischof als Oberhaupt. Und pro Jahr werden ca. 150 Paare kirchlich verheiratet.

Ein schönes Beispiel für die färöischen Kirchen findet man in Viðareiði, dem nördlichten Ort des Archipels auf der Insel Viðoy. Die schöne Kirche aus dem Jahr 1892 steht in umittelbarer Nähe zu den beiden wuchtigen Nordkaps der Inseln Borðoy und Kunoy. In einer unglaublichen vom Meer und den Bergen geprägten Landschaft.

Viðareiði, Faroe Island

Weitere Berichte über die Färöer Inseln findest Du hier.

Quellen: Info-Tafeln vor Ort, Wiki, alter Reiseführer von 1980

 

Färöer Inseln: Risin und Kellingin

Faroe Islands

Eines der Wahrzeichen der Färöer Inseln sind die freistehenden Felsen Risin und Kellingin. Diese ragen mit einer beachtlichen Höhe von 75m (Risin) und 73m (Kellingin) aus dem Meer, wirken aber neben den hohen Klippen fast etwas zierlich.

Nach einer färöischen Sage handelt es sich bei den beiden Felsen um einen ver­stei­ner­ten, is­län­dischen Riesen und seiner Frau. Die beiden hatten eines Nachts versucht, die Färöer nach Island rüber zu ziehen. Begeistert von der Schön­heit der Inseln legten sie ein Seil um Eiði­s­kollur, dem Nordende von Eysturoy, stritten sich dabei aber so lange, bis die auf­gehende Sonne sie überraschte und die beiden zu Felsen erstarren liess.

Risin und Kellingin

Der Strand von Tjørnuvík mit Blick auf die Klippen von Eysturoy (rechts), ganz klein sind die beiden Felsen zu erkennen.Weitere Berichte über die schönen Färöer Inseln findest Du hier: The Faroe Islands.

 

Reise zum Nordlicht – wo gibt es gute Orte für die Beobachtung?

Faroe Islands, Iceland, Irland, Lofoten, Nordlicht, Norwegen, Shetland, Top

Die Polarlichter zu beobachten ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Draussen in einer kalten, klaren Nacht hoch oben im Norden zu stehen, den unvergleichlichen Anblick dieser grün-weisslichen Licht-erscheinungen, die sich schnell in der Bewegung und Intensität ändern. Plötzlich verschwinden und wieder kommen.

Polarlichter – wo und wann kann man diese bestaunen? Wo tauchen diese Nordlichter auf, an welchen Orten kann man diese gut beobachten?

(Refresh September 2019 / April 2020)

Je näher man sich zum Nordpol befindet, umso intensiver sind die Lichterscheinungen. Daher sind die besten, erreichbaren Standorte für uns Europäer am nördlichen Polarkreis, also auf 66° nördlicher Breite, zu finden.

Die beste Zeit zur Beobachtung ist zwischen September und März, wenn die Nächte lang sind. Eine Reise in diesen Monaten an den Polarkreis garantiert noch keine Polarlichter. Im hohen Norden ist das Wetter im Herbst und Winter oft rau und der Wind peitscht einem ins Gesicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Da ich den eisigen Winter in Norwegen einmal kennen gelernt habe, habe ich mich bewusst für den Herbst entschieden. Wir hatten im September 2016 (Lofoten) oder im Oktober 2015 (Island) wunderschöne, sonnige und ruhige Phasen, damit auch klare, schon fast „warme“ Nächte. Dies darf keine falschen Hoffnungen wecken, denn das Wetter oben am Polarkreis kann auch ganz anders! Es kann auch einmal tagelang durchregnen und stürmen. Es gehört schon ein bisschen Glück dazu, dass sich der Himmel aufklart. Pflicht sind im Herbst und Winter warme Kleidung, dazu gehören Mütze und Handschuhe.

In Island kann bereits Ende August der Winter einbrechen. (Bild Nord-Island im September 2015)

Das Wetter ist das eine, aber selbst wenn die Nächte klar sind, das Nordlicht ist immer noch nicht garantiert. Die Lichterscheinung hängt stark von der Aktivität auf der Sonne ab. Und es gibt weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss: Standort, Umgebungslicht, Mondschein sowie Intensität des Nordlichtes. In den nachfolgenden aufgeführten Orten kann man von 10 Nächten zwischen 7 – 9 Nächten mit einem Polarlicht rechnen.

Meine Empfehlung ist nicht eine Reise einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen.

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Hier am Polarkreis ist der richtige Ort um nachts die Lichterscheinungen zu beobachten. (Foto Halbinsel Flateyjarskagi, wenige Kilometer nördlich von dieser Spitze verläuft der 66° Breitengrad durch die Insel Grímsey)

Nachfolgend eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder.

Nordlicht und Wolken (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen, September 2016)

Finnland (Revontulet)

In Finnland setzt zur Zeit der Herbst-/Winter-Tourismus voll auf das Nordlicht. Das Angebot rund um das Nordlicht ist riesig und sehr vielfältig. Sehr beliebt ist Nellim am Inari-See, dem drittgrössten See Finnlands sowie die Glas-Iglus in Kakslauttanen. Ich kann mir vorstellen, dass der tiefverschneite Winter zusammen mit den Nordlichtern ein Erlebnis sein muss.

Empfohlene Orte: Nellim, Utsjoki, Kakslauttanen, Ivalo.

Norwegen (Polarlys, Nordlys)

Die Stadt Tromsø ist ein Hotspot für Nordlicht-Fans: wenn sich in der nordnorwegischen Stadt das Tageslicht allmählich verabschiedet, erscheint bei gutem Wetter die Aurora borealis schon fast zuverlässig. Hier, nördlich des Polarkreises, ist die Aktivität der Polarlichter am grössten, oft ist der Himmel stundenlang von leuchtenden Grüntönen erhellt.

Empfohlene Orte:  Tromsø, Alta, Lofoten

Im September 2016 habe ich die Lofoten besucht. Wir hatten grosses Glück und einige klare Nächte mit vielen Nordlichter und sehr langen Phasen. Gerade im September war faszinierend, dass die Nordlichter in der Abenddämmerung zu beobachten waren. Die Lofoten gehören sicher zu den Top-Standorten für die Nordlicht-Beobachtung.

Nordlicht in der Abenddämmerung (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen)

Grönland

Natürlich ist Grönland eine grosse Option. Die gesamte Insel ist ein fabelhafter Platz für die Polarlichter. Die Eiswüsten im Inselinneren sind unzugänglich, die südlichen und östlichen Küstenregionen kann man erreichen, allerdings ist hier die Anreise nicht so einfach. Für Grönland gilt: Überall ist Nordlicht!

Empfohlene OrteKulusuk, Ammassalik

Schweden (Polarsken)

Dank ihres einzigartigen Mikroklimas – wenig Regen und oft wolkenloser Himmel – ist die Gegend um Abisko in Schwedisch-Lappland der wissenschaftlich nachweislich ideale Ort, um die Polarlichter in ihrer ganzen Intensität zu erleben. Man spricht hier von einem „Blauen Loch von Abisko“, welches sich im Himmel auftut, ein Stück klarer Himmel, auch wenn der Rest des Himmels doch wolkenverhangen sein sollte.

Empfohlene Orte: Kiruna, Abisko (Schwedisch-Lappland)

Einer der Pioniere des Nordlicht-Tourismus in Schweden ist der amerikanische Fotograf Chad Blakley. Er hat 2010 ein das Unternehmen „Lights over Lapland“ gegründet und sich darauf spezialisiert Touristen aus der ganzen Welt zu helfen, die Nordlichter in Abisko-Nationalpark zu sehen und zu fotografieren. Sehenswert ist seine Aurora Webcam, welche in den Wintermonaten in Betrieb ist.

Alaska und Kanada (Aurora, Polar Lights or Northern Lights)

Der nördlichste US-Bundesstaat sowie die weite Tundra im Norden Kanadas sind grosse Bühnen für Polarlichter. Auch hier ist im Winter ein wahrer „Northern Lights“-Reiseboom entbrannt. Die University of Alaska bietet eine Polarlichter-Vorhersage an.

Empfohlene Orte in Alaska: Anchorage, Fairbanks, Denali Nationalpark

Empfohle Orte in Kanada: Calgary, Ontario, Yukon Territory, Manitoba

Schottland (Northern Lights)

Schottland ist eine gute Option – an ganz klaren Tagen kann man in ganz Schottland die Aurora sehen. Vor allem im Norden von Schottland hat man die grösste Chance die Northern Lights gut zu beobachten.

Empfohle Orte: nördlich von Ullapool, nördliche Spitze Isel of Skye, äussere Hebriden, Orkney

Shetland (Mirrie Dancers)

Die Shetlandinseln gehören natürlich auch zu Schottland. Allerdings liegt die Insel-Gruppe auf 60° nördlicher Breite und dabei näher zum norwegischen Bergen als zu Edinburgh. Shetland ist vermutlich die beste Option ausserhalb der Regionen die am Polarkreis liegen. Die Winter gelten eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

„Simmer Dim“ in Lerwick – im Sommer scheint auf Shetland die Sonne schon mal bis zu 19 Stunden am Tag, Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht. Optimal für die Nordlichtbeobachtung. (Foto Juni 2018)

Empfohlene Orte: Leuchtturm von Eshaness, Sumburgh Head, Wormadale – grundsätzlich erreicht man auf dem Mainland viele gute dunkle Orte mit Weitblick. Doch selbst am Hafen von Lerwick oder oberhalb auf dem Fort Charlotte sind gut Plätze.

Färöer Inseln 

Natürlich liegen die Färöer Inseln wie Shetland genug im Norden um mit Erfolg Nordlichter beobachten zu können. Allerdings sind die Färöer Inseln weit draussen im Nord-Atlantik wettermässig sehr exponiert. Die Wolken ziehen tief über das Meer und verfangen sich in den relativen hohen Bergen der Inseln, daher gibt es viel Nebel und Regen. Wenn der Himmel einmal frei ist, kann man aufgrund der niedrigen Luftverschmutzung immer mit einer klaren Sicht rechnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis im ist der Nachtflug der Atlantic Airways über den Nord-Atlantik, während die Lichter am Himmel tanzen.

Empfohlene Orte: dazu habe ich nichts gefunden, aber es gibt genug „Nord-Kaps“ oder Gipfel auf der Insel-Gruppe. Vielleicht ist der Hausberg von Klaksvik, der Klakkur mit 413 Meter über Meer ein guter Ort. Die freundlichen Färöer werden sicherlich vor Ort sofort weiterhelfen und einen guten Beobachtungsort kennen.

Irland (Northern Lights, An Chaor Aduaidh)

Irland wird keine touristische Nordlicht-Destination werden, überrascht aber trotzdem mit seinen Nordlichtern. Diese sind zwar eher schwach zu sehen, es ist aber erstaunlich, wie viel Sichtungen letztes Jahr im Norden von Irland gemacht worden sind. Ich konnte dies auf Twitter verfolgen, zum Teil haben die irischen Fotografen ganz tolle Bilder geschossen und veröffentlicht.

Gute Plätze zur Beobachtung gibt es an der Nord-Küste im County Donegal. Hier ist der Malin Head ein sehr guter Platz. Es gibt in Irland sogar einen Aurora Alert @Aurora_ireland, welcher einem zuverlässig über bevorstehende Nordlicht-Phasen informiert.

Empfohlene Orte: Malin Head, Inishowen (Co. Donegal), Lough Melvin, (Co. Leitrim), Gortmore View Point, (Co. Londonderry), Giants Causway (Co. Antrim), Rathlin Island (Co. Antrim) – bei stärkeren Nordlichter kann man an den Stränden von Dublin Glück haben und Nordlichter beobachten.

Island (Segulljós)

Unsere ersten Beobachtungen haben wir hier in Island gemacht. Wer im August in Island unterwegs ist, sollte in der Nacht schon die Augen offen haben, dann beginnt bereits die Nordlicht-Saison.

Nordlichter am Himmel über dem Fjord Eyjafjörður (Island)

Im Oktober 2015 haben wir am Fjord Eyjafjörður ein Ferienhaus gemietet – und dies war auch in Punkto Nordlicht ein Volltreffer. Von der Terrasse aus hatten wir – bei gutem Wetter – eine perfekte Beobachtungsstation für das Nordlicht. Und wenn es los ging, dann waren wir halt wirklich quasi schon vor Ort. Vom Ferienhaus waren wir zudem schnell oben in den Bergen, in der totalen Dunkelheit.

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In Nord-Island hat man das Nordlicht vor der Haustüre

Natürlich kann man es in Island einfacher haben, als zuerst noch 5 Stunden von Reykjavik an den Fjord Eyjafjörður zu reisen. Man muss eigentlich nur das elektrisierende Nachtleben von Reykjavik und damit die Lichter der Stadt hinter sich lassen und den Thingvellir Nationalpark ansteuern. In diesem Park, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Der Nationalpark ist aber auch ein Mekka für die Fans von Polarlichtern, die hier besonders eindrucksvolle Tänze aufführen. Bei starken Lichterscheinungen stellt die Stadt Reykjavik die Strassenbeleuchtung aus, so dass man sogar aus der Stadt die Aurora Borealis sehen kann.

Empfohlene Orte: Ausserhalb von Reykjavik, Thingvellir Nationalpark, Rangá/Hella, Akureyri (Nordisland) – überall auf der gesamten Insel findet man gute Plätze.

Schweiz 

Wenn verschiedene Kriterien zusammentreffen, besteht sogar in der Schweiz die Möglichkeit, die Nordlichter zu beobachten. Solange der Himmel klar ist und nicht durch die elektrischen Lichter unserer Agglomerationen beeinflusst werden, ist das Naturschauspiel nicht ausgeschlossen. Im Jahr 2011 gab es einige Nächte in der Schweiz (Raum Basel) in denen Nordlichter gesichtet wurden.

Deutschland 

Das gleiche gilt für Deutschland. In Nord-Deutschland werden öfters Sichtungen gemeldet. Wie in der Schweiz, darf man nur ein diffuses Leuchten erwarten. Vielfach sind diese Nordlicht-Erscheinungen mit dem Auge nicht zu erkennen sondern nur fotografisch erfassbar.

Russland

Der Norden von Russland ist eine gute Nordlicht-Destination und bietet hervorragende Bedingungen. Hier scheint Murmansk (mit der angrenzenden Halbinsel Kola) das Nordlicht-Zentrum in Russland geworden sein.

Aurora Australis – das Polarlicht des Südens

Das Schwesterphänomen Südlichter ist eher unbekannt. Schon weil Anreise an Orte mit Südlichter schwieriger ist. Bilder von Südlichter zeigen, dass diese genauso spannend und spaktakulär sein müssen.

Empfohlene Orte: Südgeorgien, Falklandinseln, Stewartinseln, Tasmanien – als einer der besten Orte gilt Ushuaia im Süden von Argentinien, allerdings braucht es bei den berüchtigten Wetterverhältnissen dort viel Glück für eine Nacht mit klarem Himmel.

Wie ich die Nordlichter gesehen und erlebt habe…

Wie Nordlichter wirklich aussehen? Ich habe die Nordlichter als weisse, graue Lichttschleier wahrgenommen. Stärkere Nordlichter nahm ich in einem pastellen Grün wahr. Allerdings hatte ich bisher noch nie das Glück ein ganz starkes Nordlicht mit tiefgrünen und tiefroten, leuchtenden Segeln, die wie Fahnen im Wind flattern, zu sehen. Solche Nordlichter habe ich bisher nur auf den Videos von Nordlicht-Experten und Profi-Filmern gesehen. Der Grund für meine Wahrnehmung „weiss/grau“ liegt neben anderen Faktoren an meinem Sehvermögen bei Dämmerung und in der Nacht.

Mein eigenes Sehvermögen lässt die Nordlichter weiss/grau erscheinen. Erst bei stärkeren Nordlichter konnte ich Pastell-Töne (grün, rot) erkennen.

Dafür sieht meine Kamera alles leuchtend knallig grün, manchmal sogar rot, violett. Die Erklärung dafür ist einfacher, denn die Aurora Borealis ist ein elektrisches Licht und wird von den empfindlichen Sensoren während den üblichen Langzeitbelichtung „wahrheitsgemäss“ farbig aufgezeichnet.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Post „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Dieses Bild zeigt ein starkes Nordlicht welches ich mit einer Langzeitaufnahme von ca. 8 sek aufgenommen habe. Auch dieses Nordlicht habe ich mit eigenem Auge nur leicht grünlich erkennen können. Die Spieglung auf dem Wasser konnte ich mit eigenem Auge nicht sehen.

Was man weder auf den Fotos noch auf den Zeitraffer-Videos transportieren kann, ist das Erlebnis, das Gefühl wenn die Lichter am Himmel erscheinen, tanzen, sich bewegen, verschwinden und wieder kommen. Oder Leuchtbogen an den Himmel zeichnen. Und alles ist plastisch, man hat das Gefühl das Licht könnte man berühren. Ob weiss oder bunt – das Polarlicht ist faszinierend!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Refresh September 2019 / April 2020

Wetter auf den Färöer Inseln

Faroe Islands

Gelegentlich werde ich gefragt, wie eigentlich das Wetter auf den Faroe Islands so ist. Nun, die Färöer sind wirklich nicht unbedingt für blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein berühmt. Auch nicht für seine Wetter-Vorhersagbarkeit. (Post 3/17 – Refresh 2018)

Die Isländer sind der Meinung, es gebe bei ihnen jeden Tag alle vier Jahreszeiten. Im Prinzip stimmt dies auch für die Färöer Inseln, allerdings können die vier Jahreszeiten hier auch mal in einer Stunde durchrauschen. In kurzer Zeit kann nach dem dichtesten Nebel strahlender Sonnenschein und darauf Regen folgen. Zudem kann auf dem Archipel das Wetter an verschiedenen Orten völlig unterschiedlich sein.

Schöne Abendstimmungen können plötzlich aufkommen, eine Stunde vorher hat es noch geregnet. (Blick auf Klaksvík, Insel Borðoy)

Auf den Färöer-Inseln sorgt der Golfstrom für vergleichsweise milde Winter. Die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen im Winter liegen bei immerhin zwei Grad, allerdings steigen sie von Oktober bis März auch nicht wesentlich über fünf Grad. Der Sommer ist sehr unbeständig mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen in den Sommermonaten Juli und August von zwölf bis dreizehn Grad, in Ausnahmefällen sind Spitzenwerte von 22 Grad möglich.

Wetter auf den Färöer Inseln

Das nördliche Klima macht sich mit über den Jahresverlauf gleichmässig verteilten Niederschlägen bemerkbar. Längere trockene Perioden gibt es eigentlich gar nicht, dies dauern meistens ein paar Stunden, bevor die nächste Front die Inseln überquert und Regen oder Nebel bringt. Die Inseln ragen mit Bergen von über 800m aus dem Meer, die Wolken brausen über dem Meer meistens viel tiefer daher und regnen sich an den Gipfeln ab oder bleiben als dicker Nebel hängen. Aber auch dies dauert meistens nur ein paar Stunden, bis die Sonne wieder durch die Wolken bricht.

Theoretisch kann man die Färöer ganzjährig gut besuchen, die optimale Reisezeit für die Färöer dürfte jedoch am ehesten zwischen Mai und September liegen.

Die Klimatabelle (Quelle u.a. visitfaroeislands.com) von Torshavn, der Haupstadt, zeigt die Realität deutlich auf. Wer auf die Färöer Inseln reist, sollte wetterfest sind – wird dafür mit einer ganz tollen Landschaft, einer Symbiose aus Meer und Bergen, entschädigt.

Min. Temp. °C Max. Temp. °C Sonne h/Tag Regen Tage/Monat
Januar 2 6 1 25
Februar 1 6 1 22
März 2 7 2 23
April 3 8 4 22
Mai 5 10 5 16
Juni 7 12 5 17
Juli 9 13 4 18
August 9 14 3 19
September 8 12 3 13
Oktober 5 10 2 20
November 4 8 1 22
Dezember 3 7 0 25

Viðareiði, Faroe Island

Schnell wechseln stürmische Phasen mit …

Input (1 von 1)-8

… schönen und ruhigen Wetterphasen ab.

In allen Blau und Grün Schattierungen erstrahlen die Färöer Inseln bei schönem Wetter.

Die nächste Sturmfront erreicht die Insel. (Bild Gásadalur, Insel Vágar)

Alle Posts (mit Tipps) über die Färöer findest Du hier: Färöer Inseln – unentdeckt

Der Einbruch ins Hotel Gjaargardur

Faroe Islands

Die erste Begegnung mit den Färöer Inseln hatten wir im schönen Dorf Gjögv. Genau hier begann unser „Abenteuer“ Färöer. Und zwar mitten in der Nacht mit einem „Einbruch“ in das Guesthouse Gjaardur!

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Nachdem wir den Tipp – unbedingt das Flughafenhotel für die erste Nacht zu buchen – in den Wind geschlagen hatten, kam es wie es kommen musste. Der Flieger der Atlantic Airways konnte aufgrund der Wetterverhältnisse auf den Färöer in Kopenhagen vorerst nicht starten. Mit viel Verspätung kamen wir dann nach Mitternacht auf dem Flughafen Vágar an. Der bereits übermüdete Autovermieter (ein einziger Angestellter ist in dieser Nacht hier für alle Auto-Vermieter zuständig, wir waren aber irgendwie auch die einzigen Kunden) hatte wirklich auf die Maschine gewartet und gab uns den Schlüssel für den Wagen. Der sei irgendwo da draussen vor dem kleinen Flughafen. Draussen war es stockdunkel – der Parkplatz fast nicht beleuchtet. So ging es mit dem Funkschlüssel über den Parkplatz, bis bei einem Wagen die Blinker aufleuchteten.

Den Wagen hatten wir also – jetzt noch eine Stunde Fahrt vom Flughafen bis zum Dörfchen Gjogv, wo wir in einem Gasthaus ein Zimmer gebucht hatten. Wir suchten das Dorf, wir suchten das Gasthaus – immer in gefühlter totaler Dunkelheit. Ohne Navi, aber Dank der noch vorhanden Fähigkeit meiner Frau Karten gut lesen zu können, haben wir das Dorf schnell gefunden. Das Gasthaus dann auch, dies war aber innen wir aussen total unbeleuchtet und machte einen sehr geschlossenen Eindruck. Wir versuchten es trotzdem,  die Eingangs-Türe war offen! Drin war kein Mensch zu finden – die Rezeption zu, mit einer Glastüre verschlossen! Schnell war klar, hier bekommen wir für diese Nacht kein Zimmer. Das Licht war irgendwann gefunden, also haben wir uns umgeschaut, ob es eine Schlafgelegenheit gibt. Im obersten Stock des Hotels gab es ein Art Schulungsraum – in der Dachschräge links sah man so etwas wie Schranktüren. Wir öffneten eine dieser Türen und siehe da, dahinter verbarg sich eine Nische mit einer grossen Matratze für zwei Personen, so eine Art „Alkovenbett“.  In einer solchen Situation gibt es nicht viel nachzudenken, vor allem wenn man schon mehr als 20 Stunden auf den Beinen ist. Wir hätten eigentlich gut geschlafen, wäre da nicht diese Kälte gewesen. Schnell hatten wir unsere dicken Jacken und die Wanderschuhe wieder an, versuchten so 2 – 3 Stunden Schlaf zu bekommen.

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Irgendwann hörten wir Geräusche von unten – es war in der Küche. Der Inhaber des Hotels bereitete das Frühstück vor und war doch etwas verblüfft ab den beiden Einbrechern aus der Schweiz. Wir hätte ihn doch einfach auf dem Handy anrufen sollen, er wäre dann doch sofort gekommen, erklärte er uns dann bei einem Kaffee, den er sofort für uns gemacht hatte. „Die Nummer steht extra auf einem Schild an der Rezeption“, fügte er dann noch an. Dies hatten wir wirklich übersehen, aber wir hätten sowieso nachts um 02.00 Uhr hier draussen niemandem angerufen und aus dem Bett geholt.

Sofort bekamen wir unser Zimmer. Nach einer Dusche und frischen Kleidern konnten wir dann ein herrliches Frühstück geniessen – wir waren endlich auf den Färöer angekommen!

Das Hotel Gjaardur ist eigentlich ein Muss wenn man eine Reise auf die Färöer unternimmt. Es ist kein Hotel sondern eher ein einfaches Guesthouse mit einem Rasendach. Es verfügt über ein gemütliches Restaurant (Tipp: 1x in der Woche gibt es eine Buffet mit Spezialitäten von den Färoer Inseln – einfach Super!) und einfachen Zimmer. Der Besitzer und alle MitarbeiterInnen sind sehr freundlich und aufmerksam.

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Die wahre Schönheit liegt direkt vor der Haustüre in der atemberaubenden Natur und im „heimeligen“ Dorf. Mehr über dieses spannende Dorf Gjögv findest Du im Post: Das Dorf Gjögv auf der Insel Eysturoy

Das Dorf Gjöv auf der Insel Eysturoy

Das Dorf Gjöv auf der Insel Eysturoy

Das Dorf Gjögv auf der Insel Eysturoy

Faroe Islands

Es ist einer der isoliertesten Flecken Europas – das Dorf Gjögv auf der Insel Eysturoy. Dieses Dorf ist über eine schmale Bergstrasse zu erreichen und man kommt in ein unglaubliches Naturparadies.

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Steil und schroff werfen sich die Klippen zum Meer hinunter. Der Wind setzt immer wieder zu einem Pfeifkonzert an und rüttelt unbarmherzig an der Kleidung. Die Nordküste der Insel Eysturoy ist so zerfurcht wie das wettergegerbte Gesicht alter Menschen. Oberhalb vom Dorf, am Rand der Klippe entdecken wir eine kleine, verwitterte Holzbank: Auf ihr prangt in silbernem Messing eine Krone mit der Inschrift »Mary’s Bank 2005«.

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Kronprinzessin Mary von Dänemark hat dem kleinen Dorf Gjógv auf der zweitgrößten Insel der Färöer 2005 einen Besuch abgestattet. Und von der „Mary’s Bank“ hat man eine Aussicht die sich ins Gedächtnis einbrennt. Wenn ich heute an die Färöer denke, dann habe ich auch dieses Bild im Kopf.

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Die rund 50 bunten Häuser des Örtchens Gjógv schmiegen sich ins Tal. Flankiert wird es  von einer tief eingeschnitten Schlucht, welcher einer der schönsten Naturhäfen des Inselreichs bildet.  Die Sonne, die ab und an zwischen den schnell vorbeiziehenden Wolken aufblitzt, erleuchtet die Dächer wie einen Spot.

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Hält der Wind kurz den Atem an, hört man leise den Bach plätschern, der das Dorf in zwei Teile spaltet. Das Dorf wirkt leer, aber nicht unbewohnt. Eine Katze beobachtet uns, interessiert sich aber dann doch mehr um die Fische, die völlig ausgedörrt am Haken vor einem schwarzen Holz-Haus im Wind ausgesetzt sind.

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Der Name des Dorfes leitet sich vom alten Naturhafen ab, Gjógv = Schlucht. Gjógv ist die nördlichste Siedlung auf der Insel Eysturoy und liegt rund 67 Km von Tórshavn entfernt.

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Es ist nicht allzu weit von Tórshavn nach Gjógv. Aber ein Aufenthalt im Gasthaus Gjáargarður ist empfehlenswert – eine Unterkunft weit weg vom Alltagsgeschehen. Das charmante Gästehaus liegt am Rande des Dorfes, sehr gemütlich und friedlich in wunderschöne Natur.

(P.S. Über das Gasthaus Gjáargarður erscheint am 25.7.2016 ein Post hier auf dem Blog)

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Von hier aus haben wir Wanderungen unternommen, die wirklich empfehlenswert sind.

  • Es gibt so ein Art Cliff Path, den kann man gut folgen (ca. 3 – 4 km)
  • eine Wanderung durch das Ambadalur Valley
  • Aufstieg auf Slaetindur – dem höchsten Berg auf der ganzen Inselgruppe (Diesen habe ich noch auf dem Programm, wir konnten diese Tour wegen des starken Nebels nicht machen)

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An windgeschützten Stellen blüht es sofort …

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Mary’s Baenk – diese einfache Bank erinnert an den Besuch von Kronprinzessin Mary von Dänemark im Jahr 2005 – ein wunderschöner Aussichtspunkt!

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Wanderung auf dem „Cliff Path“

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Eissturm-Vogel

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Der Naturhafen

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Unten am Hafen …

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Typische Häuser im Dorf

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eine „färöische“ Familie

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Stockfisch im Wind

Tags: Färöer Inseln, Faroe Islands, Nord Atlantik, färöische Inseln, Dänemark, Danmark, Torshavn, 

 

 

Blogparade von 7 Kontinente: Das Bild und die 1000 Worte

Faroe Islands

„Jeder von uns hat ein Bild von einer Reise, das einem besonders am Herzen liegt.“ schreibt Reise-Blogger Igor von 7 Kontinente und ruft zu einer Bloggerparade zum Thema „Das Bild & 1‘000 Worte“ auf. Bild und Text – ist ja irgendwie auch meine Sache, darum mach ich hier doch einfach mit. Daher ist folgender Post zustande gekommen.

Igor hat ein Bild von der Romantikinsel Santorini gewählt. Diese Vulkan-Insel hat auch mich begeistert. Die Sonnenuntergänge vom Dorf Oia aus zu beobachten bleibt für mich eines der Highlights meiner Reisen nach Griechenland.

„One Look is Worth A Thousand Words“  scheint der Ursprung unserer Redewendung “Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte” zu sein und ist kein chinesisches Sprichwort. Es wird vermutet, dass diese Redewendung in den 1920er Jahre in den USA aus der Werbung entsprungen ist.

Färöer Inseln Wanderungen Reise Eysturoy

Das Haus am Fjord

Mein gewähltes Bild heisst „Das Haus am Fjord“. Aber sagt mein Bild wirklich so viel aus? Dieses Bild ist auf der Insel Eysturoy, welche zu den Färöer Inseln gehört, von mir gemacht worden. Also auch auf einer Insel wie der Glockenturm auf Santorini von 7 Kontinente.

Mit dem Titel „Das Haus am Fjord“ ist eigentlich alles gesagt. Trotz seiner Einfachheit zieht es den Betrachter in den Bann. Und er wird sicherlich seine eigene Geschichte daraus lesen.

Für mich ist das Bild aber ein Sinnbild, eine Erinnerung über meine Reise auf die Färöer Inseln. Das Haus ist ein Stück Heimat inmitten des unendlichen Nord-Atlantik. Und es zeigt alles auf, was für die Färöer Inseln so typisch ist: das Grün der Wiesen, die gemütlichen Häuser, die ruhigen und endlosen Fjorde, die schroffen und hohen Berge und das so typische Wetter.

„Färöer Inseln? Die spielen Fussball und dort hat es nur Schwarze!“ meinte unlängst etwas unsicher ein Bekannter.

Nein, nicht wirklich. Und ja, es gibt sie noch, die weitgehend unbekannte Destination in unserer Nähe, wo die Natur noch im Vordergrund steht.

Die 18 Inseln der Färöer bieten Natur pur, beeindruckende Kulissen, in denen grüne Berge und blaues Wasser, ungezählte Schafe und Vögel welche die Hauptrolle spielen. Keine Promenaden oder Flaniermeilen prägen die kleinen Orte und Dörfer, sondern alte Holzhäuser mit Grasdächern, bunte Fischerboote und eine erholsame Beschaulichkeit.

So alleine dieses Haus am Fjord steht – die Bewohner dieses Hauses sind nicht einsam. Sie leben in der Nähe eines Dorfes im eigenen Inselstaat. Also in einem modernen europäischen Staat. Dank einem hervorragenden Strassen-Netz (inklusive vielen Unterseetunnels) sind die Bewohner dieses Holzhauses  in ca. 1.5 Stunden in ihrer kleinen Hauptstadt Torshaven. Dort leben rund 20‘000 Färinger, im ganzen Inselstaat sind es rund 49‘000 Einwohner.

Solltest Du einmal eine Reise in diese wunderbare Welt planen, möchte ich zwei Punkte nicht unerwähnt lassen.

Der eine Punkt ist, dass die Färöer keine Schönwetter-Inseln sind. Spricht man in Island noch von „4 Jahreszeiten an einem Tag“, so schaffen die Färöer die 4 Jahreszeiten in einer Stunde! Die Wolken ziehen sehr schnell und tief über den Nord-Atlantik und bleiben auf ihrem weiteren Weg in den Bergen der Färöer hängen. Und regnen sich ab. Oder hüllen alles in einen dichten Nebel. Irgendwann kommt dann die wärmende Sonne wieder durch und hüllt die Landschaft in ein unglaubliches schönes Licht. Und der Wind ist ein Thema – immer. Viele Schweizer mögen ja gar keinen Wind – wenn Du auch unter einer dieser „Windallergien“ leidest, dann sind die Färöer kein Ziel für Dich. Denn der meistens starke Wind ist der ständige Begleiter auf allen Outdoor-Aktivitäten!

Der andere Punkt ist der Walfang auf den Färöern. Genau wie Island und Norwegen wird auf den Färöern Inseln Walfang betrieben. Schon immer. Und es ist eine Tradition. Gejagt werden pro Jahr einige hundert Grindwale (eigentlich sind es Delfine) –  also von einem Kleinwal dessen Population man auf ca. 750‘000 Tiere schätzt und die durch den Walfang der Färinger nicht wirklich vor dem Aussterben bedroht werden. Man kann die Jagd auf diese Kleinwale verurteilen und trotzdem dahin reisen. Den einzelnen Menschen der Bevölkerung dazu Fragen stellen und zuzuhören. Und lesen was offiziell von der Regierung geschrieben wird. Und versuchen zu verstehen. Die Tierschutz-Verbände (vorallem aus den USA) halten dagegen, in dem sie das Netz mit blutigen Bildern der unschönen Treibjagd überschwemmen. Lass Dich davon nicht abschrecken, auch bei uns wird gejagt und geschlachtet. Kurios erscheint mir, dass die Schadstoffbelastung – insbesondere durch Quecksilber – dieser Wale in der Zwischenzeit derart hoch ist, dass das Färinger Gesundheitsministerium bereits vor dem Konsum warnte. Man stellt sich dann wirklich die Frage, ob am Schluss genau die Länder, von denen hauptsächlich die Kritik über den Walfang der Färinger ausgeht, mit ihrer eigenen Verschmutzung der Ozeane diese Wale selbst ausrotten.

Die Färöer sind spektakulär unspektakulär! Eine grosse Sehenswürdigkeit gibt es hier nicht. Es ist die Landschaft die verzaubert. Wunderschöne, unberührte Inseln – ein Genuss für Reisende! Einfach die beste Inseldestination der Welt! So titelte National Geographic Traveler in ihrer Ausgabe im Jahr 2007 und wählte  die Inselgrupe als No. 1 in der Liste  “World´s 111 Best Island Destinations“.

Klar – auch für mich gehören die Färöer zu einem meiner beliebtesten Reiseziele. In Planung ist eine weitere Reise im nächsten Jahr.

Die Inselgruppe wurde früher Schafsinseln genannt. Diese sind im Mittelalter entdeckt und besiedelt worden und liegen zwischen Shetland und Island, also weit draussen im Nord-Atlantik. Der Archipel besteht aus 18 bewohnten und 11 unbewohnten  Inseln sowie rund 750 Schären. Die Färöer sind 113 Kilometer lang und 75 Kilometer breit. Bei klarer Sicht kann man die Inseln vom höchsten Berg Slættaratindur (882 m) komplett überblicken. Mit dem Kapp Enniberg besitzen die Färöer die höchste Klippe der Welt (754 m), die senkrecht aus dem Meer ragt. Kein Punkt auf den Färöern ist mehr als 5 Kilometer vom Meer entfernt. Fast alle Orte liegen an geschützten natürlichen Häfen, in Fjorden und Buchten. In den Tälern und auf Hochebenen ist es vielfach sumpfig; das Land ist durchzogen mit vielen kleinen Bächen und Flüssen, die häufig als Wasserfall zu Tal oder direkt ins Meer stürzen.

Da ist noch etwas in meinem Bild. Ich höre den Wind, die Wellen und Musik. Musik einer tollen Künstlerin, die hier auf den Färöern Inseln geboren und aufgewachsen ist. Eivør Pálsdóttir – singt mit einer klaren, wunderschönen Stimme. Ihr Ethno-Pop passt wunderbar zu dieser Landschaft und den Menschen, die hier leben. Ihre Musik widerspiegelt die Sonne, wenn dieses durch die Wolken bricht und die Landschaft in dieses sonderbare Licht taucht.

Nochmals zurück zu meinem Bild – jetzt kennst Du die Emotionen, die Geschichte – manchmal geben auch Worte erst ein richtiges Bild. Jetzt ist es nicht mehr nur ein Haus am Fjord. Es steht auf der Insel Eysturoy. Es steht am Ufer eines Fjordes auf dem Archipel des Lichts mitten in der unendlichen Weite des Nord-Atlantiks. Weit weg von allem!

 

Das waren jetzt etwas mehr als 1000 Worte – erscheint einem doch ganz schön viel im Zeitalter der Tweets mit 140 Zeichen! Falls Du die 1000 Worte jetzt gelesen hast, warum machst Du nicht einfach auch mit – mit einem Bild, dass 1000 Worte spricht! Die „Bedingungen“ zur Blogparade findest Du bei Igor auf seinem Blog 7 Kontinente: http://7kontinente.com/blogparade-das-bild-1000-worte/

Er hat übrigens einen schönen Slogan: Reisen ist Selbstfindung ist Glück

 

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