Planted Chicken – ein Selbstversuch

Food-Blog

Gepflanzt, nicht geschlachtet. Schmeckt wie Fleisch. Dabei muss es gar nicht. Planted Chicken ist ein gesundes und nachhaltiges Lebensmittel. Vermarktet wird es als Fleischersatz, ich sehe es eher als eine neue Art von natürlichem Lebensmittel, welches auch in traditionellen Rezepten verwendet werden kann. Und auf neue Ideen wartet. Und meine Neugier geweckt hat. Als Flexitarier.

Planted.chicken wurde an der ETH Zürich entwickelt und wird aus Erbsenprotein, Erbsenfasern, Rapsöl und Wasser gefertigt. Wie genau ist natürlich Geheimnis. Das Produkt ist frei von Gluten*, Soja*, chemischen Lebensmittelzusätzen, Hormonen, Antibiotika und so. Trotzdem schnell ein Vergleich mit echtem Poulet: einerseits soll es bis zu zwei Drittel an Treibhausgasemissionen einsparen, andererseits kostet es in etwa gleich viel wie ein Bio-Poulet.

*Gemäss Hersteller werden keinerlei glutenhaltige Zutaten oder Gluten als Bindemittel eingesetzt. Die Produktion befindet sich aber noch in einem Umfeld, in dem nicht ausgeschlossen werden kann, dass Spuren von Gluten (z.B. über die Luft) im Produkt vorkommen können.

Und jetzt zum Selbstversuch in meiner Küche. Was kochen? Poulet-Geschnetzeltes Zürcher Art – liegt irgendwie auf der Hand. Könnte klappen. Poulet ist ja nicht gerade das geschmacksintensivste Fleisch. Aber schon bin ich wieder auf dem Fleischersatz Pfad – also nenne ich es gepflanztes Erbsen-Huhn an einer Champignon-Sauce.

Die Konsistenz von Planted.Chicken – ich komme wohl doch nicht ums vergleichen herum – ist Pouletfleisch nicht unähnlich, einfach nur etwas trockener. Und nein, es schmeckt nicht wie Poulet, vielleicht so irgendwie.

Schnell erkenne ich, bei der Zubereitung verhält es sich anders. Ist allerdings bei meiner Rezeptauswahl Wurst, ähm egal. Am Schluss gelingt mir ein leckeres Geschnetzeltes! Und öffnet mir eine neue Türe in meiner Küche, macht mich neugierig, was ich mit diesem gesunden Produkt noch so zaubern kann. Planted.chicken ist für mich ein überzeugendes, modernes Lebensmittel – eine wirklich coole Sache von der ETH!

Achtung mein Selbstversuch hat nichts mit Veganer oder Vegetarischer Küche zu tun, sondern meine Idee ist ein neues, gesundes und ökologisches Produkt in meiner Alltagsküche zu verwenden. Da ich mich zudem fast getreidefrei ernähre, passt planted.chicken ganz gut in meine Küche.

Ein Poulet aus Erbsli das versprechen die jungen Typen von Planted. Es sind Lebensmittelingenieure der ETH die dieses Produkt ausgetüftelt haben. Nachdem es in diversen Restaurants getestet wurde, kommt das Erbsli-Poulet nun in die Regale der Lebensmittel-Grosshändler. Oder ist zu beziehen über ihren Shop.

planted foods AG, Schmelzbergstrasse 7, 8092 Zürich ETH-Zentrum

https://www.planted.ch/

Fotos by michael’s beers&beans, Quellen: planted foods gmbh (planted.com), Coopzeitung (www.coop.ch), Selbstversuch, Internet

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung dieses Produktes ist von mir selber so entschieden und auch von mir bezahlt.  

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Von Grittibänzen und Elggermannen

Food-Blog, Schweiz

In diesen Tagen – vorallem aber heute am Samichlaus-Tag – bekommt man bei uns in der Schweiz wieder die feinen Grittibänzen. In unserem Haus haben wir ja eine gute Fee, die hat schon gestern Abend die feinen Grittibänzen gebacken und wir alle haben wieder etwas davon abbekommen. Was für eine tolle Überraschung!

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Der Teigmann hat in meiner „Heimat“ früher noch Elggermann geheissen. Gehört habe ich, dass man in Deutschland das Gebäck in einzelnen Regionen unter dem Namen Stutenkerl kennt. Im Elsass gibt es diese Tradition ebenfalls, dort heisst er Mannala.

Der Grittibänz (Saint Nicolas / Pupazzo di San Nicolao) ist in der ganzen Schweiz sehr beliebt und gehört in die Vorweihnachtszeit. Bei den Berner Brotforschern bin ich auf die Geschichte des Grittbänz gestossen:

Der Name „Chriddibränz“, für ein Gebäck in Mannsform, so wie wir es heute kennen, taucht erstmals im Aargau Anno 1857 auf, und zwar in folgendem Text: „Wir haben aber ein Festbrot, in Mannsform gebacken, Namens Chriddibänz“. Er war damals schon weit verbreitet. In einem Kalender von 1860 heisst es unter anderem: „S’Liseli das springt und rönnt und hed bim Usezieh, wie trurig, em Bänz es Hängli (Händchen) fasch verbrönnt“,  sowie im gleichen Jahr: „Mach Wegge, Züpfe und Grittibänze“.

Woher kommt der Name Grittibänz? „Gritte, grittle oder grättle“ bedeutete die gespreizte Stellung der Beine. „Benz oder Bänz“ war der Kurzname für Benedikt. Dieser Vorname war damals so geläufig wie Hans und „Heiri“ und wurde so verallgemeinert, dass man ihn für einen „Maa“, also Mann, gebrauchte.

Fast überall in der Schweiz findest Du die Grittibänzen auch morgen noch in den Bäckereien.

Quellen: Fachschule Richemont; Dr. h.c. Max Währen (Berner Brotforscher)

Weitere Informationen: http://www.patrimoineculinaire.ch/Produkte?text=grittibänz&canton=&categorie=#146

Recycled / Refresh 12/19

Was ist genau das Ding was die Isländer Skyr nennen?

Food-Blog, Iceland

Wenn ich in Island ankomme, ist einer meiner ersten wichtigen Tätigkeiten, dass ich mich irgendwo mit Skyr eindecke. Und während meines Aufenthaltes in Island ist der Skyr ganz klar „Grundnahrungsmittel“. Nun wird inzwischen isländischer „Isey“ Skyr in der Schweiz (z.B. Coop, Globus) angeboten. Natürlich macht es wenig Sinn ein solches Milchprodukt in das „Milchland“ Schweiz zu importieren, aber hier drücke ich ein Auge zu – Skyr ist einfach zu gut!

Aber was ist Skyr?

Es ist dickflüssiger als Joghurt und schmeckt etwas säuerlicher. Eigentlich ist Skyr ein Frischkäse aus Magermilch, der durchgeseiht und zu einer ähnlichen Konsistenz wie ein leichter Quark geschlagen wird. Für die Produktion von Skyr ist dreimal so viel Milch wie für die Joghurtherstellung erforderlich. Daher ist Skyr reich an Proteinen und Kalzium. Trotzdem ist das Produkt so gut wie fettfrei. Skyr wird in einer Reihe verschiedener Geschmacksrichtungen hergestellt. Oft ist gleich ein Löffel mit dabei, also ideal als gesunder Snack unterwegs. Inzwischen wird Skyr in Island auch laktosefrei angeboten.

Skyr ist nicht irgendeine Revolution der Milchprodukte, sondern ein uraltes isländisches Rezept.

Bild: Isey Skyr (Hersteller Skyr)

Durch den grossen Erfolg des Originals aus Island gibt es heute in den Verkaufsregalen auch viele Nachahmer Produkte. Nicht kopierbar ist jedoch die langjährige Erfahrung in der Herstellung und in der Rezeptur des isländischen Skyr, was dieses dadurch einzigartig macht.

Vielleicht steckt in der Milch der Kühe das Geheimnis. Die Kühe auf Island stammen noch von der Ursprungsrasse aus den Wikinger Zeiten ab. Sie sind klein, robust und stark, kommen daher mit dem strengen Klima auf Island gut klar. Durch dieses Klima müssen auch keine Herbizide und Pestizide eingesetzt werden. Ein Importverbot von lebenden Tieren verhindert zudem das Einschleppen von Krankheiten. Es gibt keine Massentierhaltung auf der Insel aus Feuer und Eis, ein Bauernhof auf Island hat durchschnittlich etwa 35 Kühe.

Natürlich kommt der „Isey“ Skyr* aus dem Land der Elfen – daher ist da vielleicht irgendetwas unerklärliches noch drin. Spass bei Seite, ich mag den Skyr sehr – auch in der Schweiz! Erinnerungen an meine vielen Island-Reisen sind inbegriffen.

Isey ist der wunderbare isländische Mädchenname, der Eis (Is) und Insel (ey) bedeutet. Damit würdigen wir die Frauen, welche das isländische Geheimnis für gesundes Leben von Generation zu Generation weitergegeben haben. Deshalb ist es auch der Name für unser authentisches isländisches Skyr.

Zitat von MS Iceland Dairies (Mjólkursamsalan), Bitruhálsi 1, 110 Reykjavík

*Isey Skyr ist ein Markenname für den Skyr, welcher durch MS Iceland Dairies hergestellt wird. Diese Molkerei stellt ebenfalls den KEA Skyr her. Ein weiterer Hersteller ist die Molkerei Arna ehf. Mjólkurvinnslan, Bolungarvík.

Die Migros hat ebenfalls einen in der Schweiz hergestellten Skyr im Regal. Etwas zweifelhaft ist, ob es ein richtiger „Skyr“ ist. Die Zutatenliste auf dem Becher der Migros-Eigenmarke «You» ist kurz: «Magerquark» steht da, sonst nichts. Aber er ist gut gemacht, wenn man diesen nicht gerade direkt mit dem Original vergleicht. Allerdings rechnet man das Gewissen mit ein (der Isey Skyr hat doch 3000km bis in die Schweiz zurückgelegt), ist der Migros-Skyr ein guter Ersatz. Aber eben ohne Erinnerungen an Island!

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Skyr Iceland Air
Skyr wird selbstverständlich auch an Bord der Iceland Air serviert.

Rhabarber Art&Kompott

Food-Blog

Ein bisschen fotografische Kunst vom Rhabarber gepaart mit meinem Rhabarber- Lieblingsrezept – ein Kompott, einfach, aber vielleicht doch etwas anders, aromatischer.

Die Kunst an der Rhabarber – einfach mal ein anderer Blickwinkel. Bevor wir die Rhabarber weiter verarbeitet haben, musste ich dieses Frühlingsgemüse zuerst fotografisch kunstvoll in Szene setzen. Wie Gemüse – Frühlingsobst, oder? Biologisch ist Gemüse richtig auch wenn wir es als Frühlingsobst in unserer Küche verwenden. Dagegen wurde im 18. Jahrhundert der Rhabarber in der Küche tatsächlich als Gemüse verwendet und wie Staudensellerie zu Fleisch und anderen Gerichten gereicht.

Die „Wurzel der Barbaren“ («Radix barbaris») sollte nur bis Mitte Juni geerntet werden, er soll ja später geerntet giftig sein. Der Oxalsäuregehalt in der Pflanze steigt ab Juni wirklich an, bleibt für den Menschen aber ungefährlich. Darum ist der Grund für diese Faustregel eher darin zu suchen, um der Pflanze genügend Regenerationszeit zu gönnen. Wird mit der Ernte Mitte Juni aufgehört, wird der Rhabarber im Folgejahr wieder reichlich Ertrag abwerfen.

aromatischer Rhabarber Kompott

Zum Schluss habe ich Euch noch ein Rezept aus Grossmutters Zeiten, etwas alte Kunst für die Küche. Das Rezept ist ganz einfach, aber immer wieder erstaunlich, wie aromatisch dieser Kompott wird.

Zutaten:

1kg Rhabarber
200g Zucker
2 Päckli Vanillinzucker

Marktfrischen Rhabarber gut waschen. Allenfalls schadhafte Stellen wegschneiden, es ist aber nicht notwendig den Rhabarber abzuziehen. Die Farbe des Kompotts wird so schöner. Nun den Rhabarber in kleine Stücke schneiden und einen Topf geben, mit dem Zucker und Vanillinzucker gut vermengen. Jetzt eine gute Stunde einfach ziehen lassen, ab und zu alles durchrühren.

Nach einer Stunde unter Rühren so lange kochen, bis die Rhabarberstücke weich sind und auseinanderfallen. Braucht am Anfang etwas Geduld. Kein Wasser zugeben, dies ist absolut unnötig! Denn genau der Verzicht auf zusätzliches Wasser ist neben dem ziehen lassen der kleine Trick, warum dieser Kompott so schön aromatisch wird.

Das Rhabarber-Kompott schmeckt pur wunderbar. Als Dessert mit etwas Vanille-Glacé – einfach top!

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Rhabarber-Kompott einzufrieren, ist eine ideale Möglichkeit, den Frühling zu konservieren und Euch im Winter über mit Rhabarberkompott zu versorgen.

Fondue ohne Brot – Rezept

Food-Blog, Life&Style, Schweiz

Es ist fast unvorstellbar – aber: Fondue geht auch ohne Brot! Obwohl, diese Aussage könnte fast zum Entzug meines Schweizer Pass führen. Daher bitte ich alle Liebhaber des klassischen Fondues hier nicht mehr weiterzulesen.

Wir ernähren uns weitgehend ohne Produkte aus Süssgräsern (Weizen, usw.), daher haben wir beim Fondue nach Alternativen zum Brot gesucht. Aus einigen Versuchen hat sich inzwischen unser “Lieblingsfondue” entwickelt. Selbst Gäste konnten wir schon für diese Variante des Winterklassikers begeistern. Passend zum „Märzwinter“ gebe ich dieses Rezept gerne weiter:

Zutaten für 4 Personen

1 kg mittelgrosse Süsskartoffeln
4 Birnen
400 g Freiburger Vacherin, grob gerieben
400 g Appenzeller Käse rezent, grob gerieben
1EL Kartoffelmehl (oder Maizena)
1EL Curry (mild oder scharf)
3 dl Prosecco (oder Weisswein)
1 EL Limettensaft
1 TL schwarzer Sesam

Zubereitung:

Kartoffeln und Birnen auf ein Blech legen, max. 45 min in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten (Ober- und Unterhitze) Ofens backen. Kartoffeln sollten noch “knackig” sein. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Kartoffeln können jetzt ganz einfach aus der Schale gelöst werden. Diese dann in Würfel schneiden. Birnen halbieren.

Käse, Kartoffelmehl und Curry in ein Caquelon (Tipp: vorher mit Knoblauch einreiben) geben, mischen. Prosecco und Limettensaft dazu giessen. Unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze kochen, bis der Käse geschmolzen ist. Sich hier Zeit lassen, bis das Fondue gebunden ist.

Sesam über das Fondue streuen. Kartoffeln und Birnenhälften dazu servieren.

Kleiner Tipp: Wir schmuggeln am Schluss noch 1 Messerspitze Natron unters Fondue, damit wird es schön luftig.

Dieses Fondue ist auch als Low-Carb Variante etwas feines, dann einfach die Süsskartoffeln durch Brokkoli, Blumenkohl, Äpfel oder Karotten ersetzen. (blanchiert oder als knackiges Ofengemüse mit Kümmel).

Süsskartoffeln haben viel Karotin, Vitamin E und C – der Kohlenhydrat- und Zuckergehalt schliesst diese gesunde Knolle aber für die Low Carb Variante aus.

Dazu trinken wir gerne ein Glas Fendent, ein Weisswein aus dem Wallis, welchen man bei uns traditionell zum Fondue trinkt. (Chasselas oder Gutedel). Ein (eisgekühlter) Kirsch darf natürlich nicht fehlen.

En Guete!

 

 

Dieses Rezept ist u.a. von „Betty Bossi“ Kochbüchern inspiriert

Hechtleber gebraten auf Apfel- und Rucolasalat

Bodensee, Food-Blog

Entlang des Bodensees kommen Fischliebhaber auf ihre Kosten. Im Bodensee leben rund 30 Fischarten, wie Felchen, Zander- und Egli. Einer der beliebten Speisefische ist der Hecht, der hier im Bodensee im Schnitt 50 Zentimeter bis zu 1.30 m lang und 30 kg schwer wird. Mit etwas Glück erhält man bei einem Berufsfischer neben dem Hechtfleisch auch die Hechtleber. Eine vergessene Spezialität, absolut fein und delikat im Geschmack. Daraus lässt sich eine schöne Vorspeise zaubern. Ein altes Rezept habe ich etwas aufgefrischt!

Vorspeise für 4 Personen

Zutaten:
2 Hechtlebern, Olivenöl zum Braten, Salz, Mehl zum Bestäuben, 1 Apfel (Cox Orange, Maigold, usw.)  frischen Rosmarin, frischen Thymian, 1 Esslöffel Apfel-Balsamico, schwarzer und rosa Pfeffer, 1 Handvoll Rucolasalat
Zubereitung:
  • Rucolasalat mit einem Dressing aus Olivenöl, ein wenig Apfel-Balsamico und Salz mischen und auf den Tellern anrichten
  • Hechtleber in kleine Stücke schneiden, salzen, mit Mehl bestäuben
  • In Olivenöl auf beiden Seiten kurz (ca. je 1 Minute) anbraten. Aus der Pfanne nehmen und im Ofen warm stellen
  • Apfel schälen (oder auch nicht) und in dünne Scheiben schneiden. In derselben Pfanne mit ein wenig frischem Thymian, frisch gehacktem Rosmarin, Salz, wenig Chili und dem Apfel-Balsamico-Essig braten, die Äpfel können noch etwas „Biss“ behalten.
  • Apfelchutney auf dem Rucola platzieren, darauf  dann die die gebratene Leber anrichten, vielleicht am Schluss noch etwas roter Pfeffer dekorativ rundherum mahlen.
Meine Weinempfehlung: Zu dieser schönen Vorspeise serviere ich gerne einen eleganten Weisswein wie ein Riesling oder ein Sauvignon Blanc. Habe ich keine Gäste, koche das Gericht quasi nur für uns, dann gibt es einen Gewürztraminer (den viele Schweizer nicht mögen), welcher diese Vorspeise mit viel Charme abrundet.

Hechtleber Rezept gebraten

Eine Delikatesse aus dem Bodensee – Leber vom Hecht

Eine weiteres schöne Vorspeise sind Leber vom Felchen, die noch feiner sind als vom Hecht. Das Rezept dazu gibt es hier: Leber vom Felchen aus dem Bodensee

Feuerzangenbowle – alter Klassiker zu Sylvester

Food-Blog

Vor zwei Jahren an Sylvester haben unsere Freunde einen alten Klassiker wieder aufleben lassen – die Feuerzangenbowle!

Feuerzangenbowle ist ein aussergewöhnliches Getränk. Gerne gebe ich Euch am Schluss meines Posts das Original-Rezept weiter. Die ganz grossen Feuerzangenbowlen-Fans bereiten sich übrigens die Bowle zu, geniessen dann den Drink zum uralten Kino-Klassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann.

Kaum jemand kennt heute noch den gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann aus dem Jahre 1944. Dieser Film war der Ursprung, der ein altes Rezepte zum Kult-Getränk machte.

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In diesem Film trinken in der Anfangsszene eine Runde älterer Herren Feuerzangenbowle und sinnieren über ihre Schulzeit. Einer der Herren – Dr. Pfeiffer – kann nicht mitreden, da er als Kind von einem Privatlehrer unterrichtet wurde. So wird beschlossen, dass Pfeiffer noch einmal zur Schule, diesmal auf ein „richtiges“ Gymnasium, gehen soll.

Bei uns in der Schweiz ist dieses Kult-Getränk in Vergessenheit geraten. Dabei ist es gerade zu Silvester ein tolles Getränk, man hat ja etwas Zeit und schliesslich hat das Flambieren gerade für Sylvester einen besonderen Effekt. Und es ist gar  nicht so schwer und macht viel Spass – besonders wenn man mit Gästen in gemütlicher Runde zusammensitzt. Ganz klar auch „Berghütten-Tauglich“!

Nachfolgend das Rezept sowie was Du alles für eine richtige Feuerzangenbowle benötigst.

Einkaufsliste

2 Flaschen Rotwein (z.B. Pinot Noir)
3 – 4 dl Rum (54% oder höher)
Zuckerstock, 250g  (Kölner Zuckerhut)
2 Zimtstangen
2 – 4 Sternanis
2 Nägeli (Nelken)
1 Orange – Saft und Schale
1 Zitrone – Saft und Schale (bei belieben)

Zuckerstöcke sind in Zuckermühlen erhältlich, z. B. unter www.zuckermuehle.ch. Hier findest Du übrigens im Webshop auch ein ganzes Feuerzangenbowlen-Set.

Kupferkessel und Feuerzange

Traditionell wird Feuerzangenbowle in einem grossen Kupferkessel über offener Flamme zubereitet. Natürlich geht das auch mit einem anderen, grossen, feuerfesten Kessel oder Topf. Die klassische Feuerzange ist eine Auflage aus Edelstahl, auf der der Zuckerhut platziert, mit Rum übergossen und dann entflammt wird. Alternative kann man sich auch mit einer feuerfesten Küchenreibe behelfen.

Was Du bei der Zubereitung der Feuerzangenbowle zur Hand haben solltest, ist eine kleiner Schöpfer/Kelle mit der Du den Rum schöpfen kannst. Bitte niemals direkt aus der Flasche ins Feuer nachgiessen, es könnte zu gefährlichen Stichflammen führen. Den Kupferkessel stellt man vor dem Flambieren am besten auf ein Rechaud. Serviert wird der Punsch in Gläsern, vielleicht hat man auch passende Tassen (z.B. vom letzten Weihnachtsmarkt).

Feuerzangenbowle

Kupferkessel mit brennendem Zuckerhut

Feuerzangenbowle Rezept

Feuerzange mit brennendem Zuckerhut

Wein, Zucker und Rum

Das Heissgetränk basiert in erster Linie auf Rotwein: Verwende hierfür zwei Flaschen soliden Rotwein. Er sollte möglichst trocken sein, weil er durch den flüssigen Zucker des Zuckerhutes noch gesüsst wird. Ideal geeignet ist z.B. ein Pinot Noir (Blauburgunder). Klassisch braucht es jetzt noch den Zuckerstock (oder Kölner Zuckerhut).

Ebenfalls ein Muss ist ein 54-prozentiger Rum zirka 3 – 4 dl. Der in der  Schweiz bekannte Stroh Rum 80 eignet sich ebenfalls dafür. Der hohe Alkoholanteil garantiert gute Brenneigenschaften. Allerdings macht es mit einem 54-prozentigen etwas mehr Spass. Dieser braucht zwar etwas mehr Zeit für den Start, aber nachher brennt es schöner ab.

Du benötigst jetzt noch zwei Zimtstangen, 2 – 4  Sternanis und zwei Nelken sowie jeweils eine Orange, allenfalls auch noch eine Zitrone. Bio-Früchte –  sollten unbehandelt sein, da auch ihre Schale für die Feuerzangenbowle verwendet wird.

Feuerzangenbowle Original

Zuckerhut wird mit Rum getränkt

Zubereitung – aber bitte mit Vorsicht!

Wein und alle Zutaten bis und mit Ingwer in einer Pfanne heiss werden lassen, nicht kochen, zugedeckt ca. 10 Min. ziehen lassen. Wein absieben, in die Pfanne zurückgiessen. Orangensaft (und wer mag Zitronensaft) beigeben, Pfanne auf ein Rechaud stellen, warm halten. Rum in einer kleinen Pfanne warm werden lassen. Zuckerstock auf die Feuerzange legen, quer über die Pfanne legen. So viel Rum mit dem Schöpfer darüberträufeln, bis der Zuckerstock gut durchtränkt ist. Anzünden und brennen lassen, dabei mit einer kleinen Schöpfkelle den restlichen Rum nach und nach darübergiessen, Zucker in den Wein tropfen lassen. Sobald der Zuckerstock aufgelöst ist, Feuerzange entfernen, Bowle umrühren. In Tassen oder Gläsern servieren – Prosit!

Feuerzangenbowle Zuckerhut Rezept

… das Flambieren hat gerade für Sylvester einen besonderen Effekt.

Pfeffermühle Leuchtturm Kampen

Deutschland, Food-Blog, Sylt

Eine schöne Seite des Bloggens ist die Reise durch das Internet – wo führen die eigenen Bilder und Texte hin. Dieses Jahr haben es meine Steinböcke, die ich im Wallis aufgenommen haben, als „Foto-Tapete“ in die Schlafzimmer eines Appartement-Hauses in Luzern geschafft. Dann gab es noch die Geschichte mit den Löwenfüssen und dem Möbel-Hacking. Vor längerer Zeit hat mich eine Anfrage von Stövesand Design aus Norddeutschland erreicht, ob ein Bild aus meinem Blog vom Leuchturm Kampen für Werbezwecke verwendet darf. Die Idee dahinter war, eine handwerklich, hochwertige Pfeffermühle in Form eines Leuchtturmes quasi mit einem Bild vom Original zu vermarkten.

Leuchtturm Kampen Pfeffermühle Sylt Deuschtland

Leuchtturm Kampen – das Original-Bild aufgenommen in Sylt (Deutschland)

Solche Anfragen freuen mich, daher habe ich spontan das Bild frei gegeben.

Daniel Stövesand war im Juni 2015 unterwegs nach Sylt. Als der Sylt Shuttle über den Hindenburgdamm ratterte, stand er am Zugfenster. Er erblickte dabei einen der Leuchttürme und es machte bei ihm „Klick“. Einige Zeit vorher hatte er den Berliner Fernsehturm als Pfeffermühle gesehen, fand die Idee aus Gebäuden oder Gegenständen eine Pfeffermühle zu machen spannend.  Die Idee einen Sylter Leuchtturm als Pfeffermühle zu produzieren war geboren.

Es blieb nicht bei der Idee – er gründete ein Kleingewerbe und fing an neben seinem Hauptberuf und seiner kleinen Familie alles in die Tat umzusetzen. Dabei hat er viel gelernt, spannend war insbesondere der Austausch mit verschiedensten Personen, welche in dieses Projekt involviert wurden.

Auch ich war ein klein wenig involviert – der Flyer mit „meinem“ Leuchtturm ist inzwischen fertig, ich finde er ist schön geworden. Es war ein stimmungsvoller Moment, und dies kommt auf dem dem Flyer sowie auf der Homepage gut rüber.

Aus den Hölzern Ahorn und Wengé wird heute diese Pfeffermühle gedrechselt. Das fertige Produkt lässt den Eindruck entstehen, die Mühle sei von selbst gewachsen. Hergestellt wird die Pfeffermühle in einer kleinen Drechslerei in Filderstadt. Und zum Schluss steckt ein hochwertiges (was denn sonst?) Schweizer Mahlwerk aus Stahl drin.

Übrigens ein wunderschönes Weihnachts-Geschenk für alle Leuchtturm-Fans, Sylt- und Nordsee-Liebhaber. Die Peffermühle, eine handwerkliche Fertigung in Kleinserie, kann man auf der Homepage von Stövesand Design bestellen: www.stoevesand-design.de

Der Kampener Leuchtturm auf Sylt als Pfeffermühle

 

 

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post. Dieser Post ist einfach aus einer sympathischen Begegnung mit einem handwerklichen Designer im Web entstanden. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

 

Jólaöl – das isländische Weihnachtsbier

Food-Blog, Iceland

Als ich Ende Oktober 2015 in Island war, spürte man bereits, dass es in die Vor-Weihnachtszeit geht. Die Weihnachtsbräuche in Island sind geprägt von alten Bräuchen und der Besinnung auf das in früheren Zeiten oft harte und entbehrungsreiche Leben auf der Vulkaninsel. Einige Weihnachtstraditionen kommen einem bekannt vor, andere sind urtypisch für Island.

So gibt es in der Advents- und  Weihnachtszeit in Island eine ganze Reihe von Spezialitäten und Dingen, die es sonst im Jahr nicht gibt. Dazu gehört auch Jólaöl, das Weihnachtsbier. Dieses Getränk wird 1:1 aus Malzbier und Orangenlimonade gemischt, ist relativ süss, hat keinen Alkohol. In Island ist das Weihnachtsbier sehr beliebt.

Das Getränk wurde früher während der Weihnachtstage zu Hause selber gemischt. In der Zwischenzeit wird es im Supermarkt fix-fertig  in der Alu-Dose angeboten.

 Jólaöl, das Weihnachts”bier” Island Icedlan

Für Isländer ein Zeichen, dass die Weihnachtszeit langsam kommt: Jólaöl, das Weihnachts”bier”. Das wird 1:1 aus Malzbier und Apfelsinenlimonade gemischt. (Egils ist eine isländische Biermarke, Foto by Michael’s Beers & Beans)

 

Leber vom Felchen aus dem Bodensee

Bodensee, Food-Blog

Essen zu fotografieren ist natürlich nicht gerade innovativ, den es ist wohl eines der am meisten fotografierte Sujet auf dieser Welt.

Meine Kamera wird nicht Einzug in die Küche erhalten, aber ab und zu werde ich doch etwas aus der Küche posten. So wie jetzt. Weil es eine ganz kleine Geschichte dazu gibt. Und ein Rezept.

Im Fish Shop eines Fischers vom Untersee waren diesen Sommer Felchenleber im Angebot. Dies erinnerte mich an meine Kindheit, als wir in einer „Fischbeiz“ diese rare Vorspeise auf Vorbestellung meines Vaters bekamen. Daher weiss ich, was der Fischer für eine Sisyphusarbeit damit hat, Felchenlebern sind aus diesem Grund eher selten zu bekommen. Mein Menüplan für den Abend war schnell umgestellt, die kleinen „Fischleberli“ gekauft.

Aber wie zubereiten? Zu Hause wurde ich in meinen Rezepten fündig.

Man kann damit eine wunderbare Vorspeise kochen. Anders als man vermuten würde, schmeckt dieser kaum nach Fisch, ich finde diese sind im Geschmack sogar feiner als Kalbsleber. Ich habe inzwischen noch etwas getüftelt und bin zu einer denkbar einfachen Variante gekommen:

Felchenleber mit Pfeffer (Vorspeise)
(Dieses Rezept ist inspiriert aus dem Kochbuch „Meine Fischküche“ von Marianne Kaltenbach, 1985/1998)

Zutaten für 4 Personen

200g Felchenleber
1 Schalotte
Butter
0.5 dl trockener Weisswein (z.B. Müller Thurgau vom Bodensee)
Salz
frisch gemahlener Pfeffer, hier kann man gut wilder Pfeffer oder bunter Pfeffer verwenden

Und so geht’s:

Fein gehackte Schalotte in der Butter anziehen lassen, Leber hinzugeben und 1 – 2 Minuten anbraten. Die Felchenleber ist sehr empfindlich, daher nicht länger braten. Mit Weisswein ablöschen und mit Salz würzen. Auf Teller anrichten und dann mit dem frischen, wenn möglich etwas grob gemahlenen Pfeffer bestreuen.

Ich gebe gerne dazu etwas frische Kresse mit einem leichten Haselnussdressing sowie ein knuspriges Baguette.

En Guete!