Vulkanismus auf Island: Bricht der Berg Þorbjörn aus?

Iceland, Vulkan

Eyjafjallajökull, Grímsvötn, Holuhraun – dies waren einige der isländischen Vulkane die vor gar nicht so langer Zeit aktiv waren. Und nun scheint es wieder stärkere vulkanische Aktivitäten auf Island zu geben. Auf der Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) verzeichnet man seit Dezember 2019 leichte Erdbeben und Nachbeben (Bebenschwärme). Gerade am letzten Wochenende meldete die Behörde weitere Erdbeben in diesem Gebiet. Das stärkste Erdbeben wurde mit 4.4 (Richterskala) in der Nähe des Ortes Grindavik aufgezeichnet.

Daher habe ich mich auf den isländischen Online-Medien und auf der Homepage des örtlichen Wetterdienstes umgeschaut und Euch daraus eine kleine Zusammenfassung über die aktuelle Situation zusammengestellt.

Diese Erdbebenschwärme sind auf eine Landhebung des Berges Þorbjörn zurückzuführen. Der Berg hebt sich seit einigen Wochen immer wieder um einige Zentimeter an. Als Erklärung gehen die Wissenschaftler auf Island von einer Magma-Ansammlung (Magmaintrusion) in drei bis fünf Kilometer Tiefe westlich des Berges Þorbjörn aus.

Die isländische Behörde hat für die Halbinsel Reykjanes die Warnstufe „yellow alert“* herausgegeben und die Bevölkerung von Grindavik über die Evakuierungspläne informiert.

Dies heisst nicht, dass es unmittelbar zu einem Ausbruch kommt. Ein mögliches Szenario ist, dass die Aktivitäten ohne Ausbruch verebben. Selbst wenn es zu einem Ausbruch kommen sollte, gehen die isländischen Spezialisten davon aus, dass dieser nicht explosiv sein wird. Eher wird sich eine Erdspalte öffnen und langsam Lava ausfliessen. Für die Bewohner der Region würde dies bedeuten, dass sie genügend Zeit hätten, sich in Sicherheit zu bringen.

Viele Reisende kennen von Reykjanes meist nur die Schnellstrasse, die vom internationalen Flughafen Keflavík bis nach Reykjavík durch beeindruckende Lavafelder führt. Diese Lavafelder sind durch verschiedene Vulkanausbrüche in den letzten Jahrhunderten entstanden.

Die Halbinsel ist inzwischen wegen der Nähe zur Hauptstadt Reykjavík recht dicht besiedelt. Hier befinden sich die Städte Hafnarfjörður sowie Keflavík mit dem internationalen Leifur-Eiríksson-Flughafen, das bekannte Wellness-Bad „Blaue Lagune“ sowie etliche Dörfer wie der Ort Grindavík.

Diese neusten vulkanischen Aktivitäten werde ich weiter über die isländischen Online-Medien verfolgen und wenn sich was tut darüber eine Zusammenfassung posten.

*Warnstufe Gelb: Der Vulkan zeigt Anzeichen für erhöhte Aktivitäten welche über den bekannten Werten liegen. Die Behörde überwacht diesen Vulkan besonders aufmerksam.

Weitere Berichte zum Thema Vulkanismus auf Island gibt es hier.

Quellen: Icelandic Met Office https://en.vedur.is/, diverse Online-Medien

Bilder: Die Bilder by michael’s beers&beans, es sind Symbolbilder und stammen von einem Hochtemperaturfeld im Norden Islands, welches ähnlich ist zum Hochtemperaturgebiet Krísuvík auf Reykjanes. (Bilder 2015 und 2019)

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Vulkan Hekla auf Island mit Schwarmbeben

Iceland, Vulkan

Bevor ich jeweils eine Reise nach Island antrete, schaue ich mir gerne die Aktivitäten der dortigen Vulkane an. Dies einerseits aus Neugier, andererseits auch um mich vielleicht etwas zu beruhigen. Auf Island gibt es dann doch ganz schön viel aktive Super-Vulkane.

Der aktuelle Bericht des Icelandic Met Office ist tatsächlich beruhigend, alle aktiven Vulkane sind auf „GREEN“. Diese Vulkane sind also im normalen, nicht eruptiven Zustand.

Ich glaube dies ist meine erste Island-Reise in der sich alle Vulkane im „ruhigen“ Zustand befinden. In früheren Reisen waren Vulkane wie Eyjafjallajökull, Grímsvötn, Bárðarbunga and Holuhraun gerade kurz vor oder nach Ausbruch oder Askja, Hekla, Katla oder Öræfajökull waren auf Warnstufe gelb oder orange gestellt.

Die Hekla gehört zu den drei aktivsten Vulkanen Islands. Er ist der Zentralvulkan einer 40km langen Vulkanspalte. Der Berg befindet sich im Süden Islands und ist 1491m hoch.


So eine ruhige Zeit bedeutet nun allerdings nicht, dass keiner der Vulkane dann doch plötzlich erwacht. So hat mich ein Bericht aufhorchen lassen. In den letzten Tagen scheint der Vulkan Hekla ein Lebenszeichen von sich gegeben zu haben. Rund 11 schwache Erdbeben (1.5) erschütterten innerhalb von 24 Stunden den Berg. Die Hekla ist ein mächtiger Vulkan und ist bekannt, dass dieser urplötzlich ausbrechen kann. Mit Hunderten von schwachen Erdbeben (Richterskala 1 -3) kündigte die Hekla ihre bisherigen Ausbrüche nur 30 – 80 Minuten vorher an.

Die Hekla gehört vermutlich zu den stärksten überwachten Vulkanen weltweit. Nach der Einschätzung der isländischen Behörde* scheint aufgrund des aktuellen Schwarmbebens kein Ausbruch bevor zustehen. Zum Zeitpunkt wo ich diesen Post schreibe ist der Status „GREEN“.

Fast 40 Ausbrüche der Hekla konnten vor der Besiedelung Islands nachgewiesen werden. Die letzten Ausbrüche des Super-Vulkan ereigneten sich 1970, 1980, 1991 und im Jahr 2000. Bereits 2011 meldeten Vulkanologen eine Magmenintrusion, die zur Entstehung eines langgestreckten „Buckels“ führte. Doch bis heute ist der Vulkan ruhig geblieben. Im Mittelalter vermuteten die Isländer übrigens am Gipfel der Hekla das Tor zur Hölle.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass heutzutage von den Vulkanausbrüchen in Island wenig Gefahr für Menschenleben ausgeht. Die Erdbebenstationen, die es in ganz Island gibt, können die Ausbrüche kurzfristig vorhersagen. Wenn ein grosser Vulkan wie Katla oder Askja Zeichen von Aktivität zeigt, werden diese Gebiete umgehend von Besuchern evakuiert und gesperrt.

Da auch die frühen Siedler auf Island schon vorsichtig waren, sind die aktivsten Vulkane weit entfernt von den meisten Siedlungen.

* Icelandic Met Office und das Department of Civil Protection and Emergency Management überwachen die Situation im Vulkan Hekla.

Bilder: Hekla (Michael’s Beers & Beans)

Quelle: Icelandic Met Office

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Isländischer Vulkan Laki zerstörte Brücke in Heidelberg

Deutschland, Iceland, Vulkan

In Europa ging 1783 die Angst um. Das Wetter war extrem. Der Sommer war sehr heiss, bei den Sonnenuntergängen leuchte der Himmel in allen Farben und nachts schien ein blutroter Mond. Gewaltige Gewitter gingen nieder. Aus England wurde von einem blauem Dunst, seltsamen Nebeln berichtet und es schien, dass die Sonne keine Kraft mehr hätte. Auf den heissen Sommer folgte in ganz Mittel-Europa ein harter, eisiger Winter.

Heidelberg 1783 – im Dezember. Die Bevölkerung kämpfte gegen die heftigen Schneefälle und einer eisigen Kälte von bis zu minus 30 Grad. Diese wurde immer wieder von Tauwetter abgelöst, welche den Wasserstand des Neckar anschwellen liess. Auf dem Fluss türmten sich Eisschollen bis zu 8 Meter hoch. Im Februar 1784 kam es zur Katastrophe – die Fluten des Hochwassers führenden Neckar trieben riesige Eisschollen mit sich und zerstörten die berühmte Heidelberger Brücke. Und damit viele Mühlen und Häuser.

Die Alte Brücke (Karl-Theodor-Brücke) ist insgesamt die neunte Brücke, welche an dieser Stelle errichtet wurde. Die Vorgängerbrücke war noch aus Holz und überdacht. Diese Holzbrücke wurde von einer Jahrhundertflut mit Eisgang 1784 zerstört. Die heutige wurde 1788 unter Kurfürst Karl Theodor aus Sandstein errichtet.

Alles begann in Island!

Im Juni 1783 öffnete sich im  Vulkangebiet des Laki Gigar eine Spalte und schleuderte riesige Mengen Magma und Asche in den Himmel. Der Vulkanausbruch in der Laki Spalte veränderte das Klima in Europa und führte zu viel Elend in der Bevölkerung. Der Vulkanausbruch löste in den Jahren 1783/1784 viele Naturkatastrophen aus, wie diejenige die schlussendlich am 27. Februar 1784 zur Zerstörung der Heidelberger Brücke führte.

In Frankreich beschleunigte die Klimaveränderung, welche durch den Ausbruch in der Laki Spalte ausging, die Französische Revolution. So war der Vulkan im entfernten Island mitverantwortlich, dass Napoleon zum Kaiser wurde und Europa sich politisch und gesellschaftlich drastisch veränderte.

Die Eruption in Süd-Island begann am 8. Juni 1783. Es war ein Pfingstsonntag. Nach mehreren leichten Erdbeben öffnete sich zunächst eine 12 km lange Eruptionsspalte. Bis zu 1000 m hohe Lavafontänen schossen in den Himmel. Die Lava floss durch 2 Flusstäler Richtung Meer. Das Wasser der Flüsse verdampfte unter der Lava. Selbst in 40 km Entfernung wurden Bauernhöfe vernichtet. Im Laufe der Eruption verlängerte sich die Spalte auf 27 km Länge. Auf ihr wuchsen mehr als 130 Schlackenkegel. Der Ausbruch förderte fast 15 Kubikkilometer Lava und 0,6 Kubikkilometer Tephra. Die Stärke des explosiven Anteils der Eruption war unglaublich. In Bezug auf die geförderte Lavamenge war es die 2. stärkste Eruption auf Island. Nur die Eldgjá pumpte mehr Magma an die Erdoberfläche.

Vor meinen Besuchen im Gebiet Lakagígar, Eldgjá and Langisjór (Vatnajökulsþjóðgarður National Park) hätte ich nie gedacht, was dieser Vulkanausbruch für Katastrophen und Schicksale in Mitteleuropa auslösten. HIer habe ich verstanden, dass auch heute noch ein Vulkan-Ausbruch in Island eine sehr grosse Auswirkungen auf das Klima in Europa hätte.

Neben einer Aschewolke bildete Schwefeldioxid und das giftige Flour eine Gaswolke, die über Mittel-Europa zog. Der Winter 1783 – 1784 war einer der Härtesten und äusserst schneereich. Ende Februar führten viele Flüsse in Deutschland extremes Hochwasser. Besonders betroffen war Köln. Mehr als 60 Menschen starben in den Fluten, auch dort wurden wie in Heidelberg zahlreiche Brücken und Gebäude entlang der Flüsse zerstört. Ein Problem waren Eismassen, die sich an vielen Stellen stauten und meterhoch auftürmten.

Die Menschen in Heidelberg kannten damals die Zusammenhänge nicht und glaubten die Klimaveränderung und die vielen Katastrophen seien die Vorzeichen des Jüngsten Gerichts.

Die schöne Karl-Theodor-Brücke, besser bekannt als Alte Brücke, verbindet die Altstadt mit dem gegenüberliegenden Neckarufer (Stadtteil Neuenheim). Die Alte Brücke wurde 1788 als insgesamt neunte Brücke an dieser Stelle errichtet. Heute gehört sie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen Heidelbergs. Sie wird für den Fussgänger- und Veloverkehr genutzt.

Mehr zur Laki Spalte (Laki Gigar) findest Du im folgenden Post: Laki Gigar – warum ein Vulkan Napoleon zum Kaiser machte! 

Quellen:

Erinnerungstafel (Hochwassermarkierung) in der Altstadt Heidelberg
Wikipedia alte Brücke
Homepage Vatnajökull National Park 
Tages Anzeiger: Auf die Eruption in Island folgte die Revolution in Frankreich
Bilder Laki Gebiet Island / Alte Brücke Heidelberg by michael’s beers & beans
Besuch vor Ort

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Öraefajökull – ein Vulkan wacht auf

Iceland, Vulkan

In der Schweizer Presse konnte man lesen, dass ein Vulkan auf Island etwas für Unruhe sorgt. Für mich die Gelegenheit für einen kleinen (Online-) Blick auf die Insel aus Feuer und Eis. Was tut sich bei den Vulkanen, die ich teilweise besucht habe, im Moment so.

Öræfajökull stratovolcano – aufgenommen vom Eisstrand Jökulsárlón (Bild by Michael’s Beers and Beans 2012)  Im Gletschergebiet Öræfajökull scheint der gleichnamige Vulkan unter dem Eis erwacht zu sein.

Spannend ist die Information des Icelandic Met Office (meine Quelle für diesen Post) über den Vulkan Bárdabunga. Hier soll die Aktivität so hoch sein, dass aus den Eislöchern im Vatnajökull Dampf aufsteigt.

Beim Vulkan Katla – welcher unter besonderer Beobachtung steht – zeigen sich seit einiger Zeit immer wieder kleine Erdbebenschwärme, die stärksten Beben waren auch für Menschen spürbar.

Die Aufmerksamkeit der Presse hat aber der Vulkan Öraefajökull auf sich gezogen. Dieser Vulkan liegt ebenfalls unter dem Gletscher Vatnajökull. Dieser Vulkan ist letztmals 1727 ausgebrochen und scheint in den letzten Wochen wieder aufgewacht zu sein. Im Gebiet dieses Vulkans wurde erhöhte Erdbebenaktivität gemessen. Das Schmelzwasser eines Gletscherfluss aus dem Bereich dieses Vulkans hat einen Schwefelgeruch.

Unter dem Vatnajökull – Europas grösster Gletscher – gibt es viele aktive Vulkan. Auch hier ist der Öræfajökull sehr schön zu sehen. Es handelt sich um einen südlicher Ausläufer des Vatnajökull.  (Bild by Michael’s Beers & Beans 2012)

Die Auswertungen der Satellitenbilder aus dem Gebiet des Öraefajökull haben ergeben, dass sich über dem Vulkan auf ungefähr 1km Durchmesser eine 15 – 20 m Vertiefungen im Gletschereis gebildet hat.

Mittlerweile wurde die Warnstufe für den Vulkan Öraefajökull von grün (keine Aktivität) auf gelb (aktiv, unsicher) angehoben und der isländische Wetterdienst hat die Beobachtung des Gebietes verschärft. Dies ist aber nur eine Vorsichtsmassnahme, aktuell steht nach Aussage der Experten kein Ausbruch unmittelbar bevor.

Karte mit Vulkanstatus vom 27.11.2017 (Icelandic Met Office)

Sollte dieser Vulkan einmal ausbrechen, werden sich die Nachrichtensprecher wieder mit einem schwer auszusprechenden Namen herumschlagen. Öraefajökull ist etwas einfacher auszusprechen wie Eyjafjallajökull , aber eben nur ein bisschen einfacher.

Der Vulkan Eyjafjallajökull – schwer auszusprechen – sorgte für viel Asche und legte den Flugverkehr in Europa zeitweise lahm. (Hinter dem kleine Vulkankegel erhebt sich der Eyjafjallajökull, man kann den grossen Krater noch gut erkennen. Das Bild stammt von 2012, also 2 Jahre nach dem Ausbruch) Bild by Michael’s Beers and Beans

Wenn sich etwas tun sollte, melde ich mich zu diesem Thema wieder.

Das Icelandic Met Office (isländischer Wetterdienst) publiziert auf ihrer Homepage den aktuellen Vulkanstatus . Link zu Karte hier. Dorf findet man viele Information über die isländischen Vulkane.

Quelle: http://en.vedur.is/ (Icelandic Met Office)

Folgende Posts über Vulkane in Island habe ich auf meinem Blog bisher veröffentlicht:

Alle Posts über Island findest Du hier: Iceland

Námafjall – Tanz auf dem Vulkan

Iceland, Vulkan

Der Schnee der letzten Nacht lässt das isländische Hochtemperatur-Gebiet Hverarönð wie aus einer Zauberwelt erscheinen. Es zischt, blubbert und  brodelt – es stinkt nach faulen Eier. Fasziniert stehen wir bei fast minus 10 Grad vor den mächtigen Dampfsäulen.

Im Hinterkopf wissen wir – wir stehen auf einem aktiven Vulkan. 

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Für mich gehört das Hochtemperatur-Gebietes Hverarönð auf Island (Iceland) zu einem Ort, den ich immer wieder gerne besucht habe. Auch wenn ich weiss, jeder Besuch war ein Tanz auf dem Vulkan.

Kurz nach der Passhöhe Námaskarð (Myvatn) liegt am Fusse des Vulkanes Námafjall dieses beeindruckende Solfatarenfeld. Schon am Parkplatz bei Hverir nimmt das Naturschauspiel alle Sinne in Beschlag. Die völlig vegetationslose Ebene und die Bergflanke leuchteten diesmal allerdings nicht in kräftigen Gelb- und Orange- und Brauntönen. Sondern es war alles winterlich: schneeweiss und himmelblau!

Überall treten aus Spalten weisse Dampfsäulen aus, manche bahnen sich mit lautem Zischen und Fauchen ihren Weg an die Oberfläche. Heisse Schlammtöpfe blubbern und brodeln vor sich hin und über allem liegt dieser Geruch von faulen Eiern. Ausgehend von den Solfataren, also Stellen an denen Wasserdampf, Schwefelwasserstoff, elementarer Schwefel und andere Mineralien aus der Erde austreten. Weiter findet man zahlreiche langsam oder heftig kochende Schlammtümpel und Schlammtöpfe sowie Fumarolen verschiedenster Art.

Einige Island-Reisende stoppen nur kurz im Hverarönð – in ihren Gesichter widerspiegelt sich der grosse Respekt vor dieser unbekannten Urgewalt. Kurz ein Blick, dann zurück ins Auto, schnell weiter zu einem vermeintlich sicheren Ort.

Die nachfolgenden Bilder sind alle im Oktober – nach dem ersten Wintereinbruch – entstanden.

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Im Mittelalter und dann wieder im 18. Jahrhundert wurde am Námafjall Schwefel gewonnen, bis die Vorkommen erschöpft waren und der Abbau unrentabel wurde.

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Hier eine kleine Fumarole, eine vulkanische Exhalation (d. h. Dampfaustrittsstelle) – hier tritt Wasserdampf und vulkanische Gase aus.

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Solfataren sind  heisse (100 °C bis zu 250 °C) postvulkanische Exhalationen (Ausströmungen) von Gasen, die hauptsächlich Schwefelwasserstoff (H2S), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserdampf enthalten

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Schlammtöpfe sind eine besondere Erscheinungsform der Fumarolen (mud pot), es ist ebenfalls eine heisse „vulkanische“ Quelle. Grundwasser speist solche Quelle; ein großer Teil davon verdampft, das restliche Wasser steigt zusammen mit überhitztem Wasserdampf und vulkanischen Gasen an einer Stelle zur Oberfläche auf, wo der Boden reich an Vulkanischer Asche, Ton oder anderen feinen Partikeln ist, die sich mit Wasser zu Schlamm vermischen. Der Schlamm ist zähflüssig und blubbert durch den Wasserdampf.

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Dieses Gebiet verändert sich, ist dauernd in Bewegung.

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Die Anfahrt bei arktischer Kälte und winterlichen Strassen – aber …

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… Dank unserem Landcruiser und seinen Spikes waren wir sicher unterwegs.

Bilder Myvatn, Iceland 10.2015 / Refresh 2017

 

Geysir oder Strokkur?

Iceland, Vulkan

Natürlich wird man auf Island den berühmten Geysir sehen wollen. Dies gehört auf einer Island-Tour einfach dazu. Richtig wäre aber, dass man den kleinen Bruder des Geysir – den Strokkur – sehen will. Denn im Heisswassertal Haukadalur ist die grosse Attraktion der Strokkur. Seine Ausbrüche erfolgen regelmässig im Abstand von ca. 10 – 15 min und die Wassersäule erreicht eine beachtliche Höhe von bis zu 35 Meter.

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Strokkur – ein verlässlicher Geysir. Um gute Bilder zu bekommen sollte man sich Zeit zum Fotografieren nehmen und das „Leben“ des Strokkur kennen.

Geysir (1 von 1)

Der grosse Geysir – also der Namensgeber für alle Springquellen – befindet sich in unmittelbarer Nähe des Strokkur. Dieser bricht eigentlich gar nicht mehr aus und lebt als ruhiger, klarer und heisser „Teich“ vor sich her. Noch in den 1970er Jahren wurde er als Touristenattraktion mit Hilfe von vielen Kilogramm Schmierseife zum Ausbrechen gebracht, was aber je nach Wetterlage über einen Tag dauern konnte. Auf Druck der Umweltschutzverbände wurde auch das Anfang der 1980er Jahre abgeschafft.

Geysir in den Abendstunden

In den Abendstunden ist es ruhiger am Geysir. Ein paar Touristen geniessen bis spät in die „Nacht“ hinein das „Naturwunder“.

Faszinierend ist der Geysir namens Strokkur – erst recht als Fotomotiv! So wird rund um den Strokkur geknipst, was das Zeug hält. Daher gilt auch hier früh morgens und abends ist die beste Zeit um sich mit dem Strokkur fotografisch zu beschäftigen. Ein Stativ ist von Vorteil. Wenn man den Geysir für sich haben möchte, sollte man so gegen 06.00 Uhr morgens raus – im Sommer ist dann das Licht schon sehr schön. Spät abends hat es meistens immer noch einige Leute, die es geniessen den Geysir in den Abendstunden zu beobachten. Es bleibt ja in diesen Breitengraden im Sommer sehr lange hell.

Strokkur - der kleine Geysir auf Island

In den frühen Morgenstunden ist man alleine mit dem Geysir – Zeit für Aufnahmen aus anderen Perspektiven.

Nachfolgend noch ein paar Aufnahmen vom Srokkur im Abendlicht. Diese Bilder habe ich bei einer Reise nach Island aufgenommen, die schon sehr lange zurück liegt. Die Aufnahmen sind mit einer Nikon D100 geschossen, also einer der ersten „zahlbaren“ Digitalkameras von Nikon. Die technischen Daten waren ebenfalls noch bescheiden: 6-Megapixel-Bildsensor im DX-Format. Für die Gegenlichtaufnahmen stand nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung, zudem ist der Strokkur in solch einem Moment unberechenbar.

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Laki Gigar – warum ein Vulkan Napoleon zum Kaiser machte!

Iceland, Vulkan

Wenn ich in Süd-Island bin, dann zieht mich das Gebiet rund um die Laki-Spalte fast schon magisch an. In dieser unheimlich schönen und jungen Landschaft liegt schliesslich die Wiege der französischen Revolution! Und da nun Louis Napoleon, der spätere Kaiser Napoleon III, fast in meiner Nachbarschaft aufgewachsen ist, interessierte mich natürlich, warum ein Vulkan in Island die Dynastie Bonaparte besiegelt haben sollte.

Laki Iceland Lakigigar

Die Eruption im Jahr 1783 begann am 8. Juni. Es war ein Pfingstsonntag. Nach mehreren leichten Erdbeben öffnete sich zunächst eine 12 km lange Eruptionsspalte. Bis zu 1000 m hohe Lavafontänen schossen in den Himmel. Die Lava floss durch 2 Flusstäler Richtung Meer. Das Wasser der Flüsse verdampfte unter der Lava. Selbst in 40 km Entfernung wurden Bauernhöfe vernichtet. Im Laufe der Eruption verlängerte sich die Spalte auf 27 km Länge. Auf ihr wuchsen mehr als 130 Schlackenkegel. Der Ausbruch förderte fast 15 Kubikkilometer Lava und 0,6 Kubikkilometer Tephra. Die Stärke des explosiven Anteils der Eruption war unglaublich. In Bezug auf die geförderte Lavamenge war es die 2. stärkste Eruption auf Island. Nur die Eldgjá pumpte noch  mehr Magma an die Erdoberfläche.

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Neben der schieren Lava-Menge stellten die ausgestossenen Gase ein grosses Problem dar. Sie verursachten in vielen Regionen der nördlichen Halbkugel undurchdringlichen Smog. Schwefeldioxid und das giftige Flour bildeten Gaswolken, die bis nach Schottland und England drifteten. Sie beeinflussten das Klima und vergifteten Weiden und Feldfrüchte. Es kam zu Missernten. Unzählige Tiere verendeten. Auf Island verhungerten mehr als 10.000 Menschen. Auf den Britischen Inseln waren es sogar 25.000 die den Tod fanden. Der Winter 1783 – 1784 war in ganz Mitteleuropa einer der Härtesten und äusserst schneereich. Ende Februar führten viele Flüsse in Deutschland extremes Hochwasser. Besonders betroffen war Köln. 65 Menschen starben in den Fluten, zahlreiche Brücken und Gebäude entlang der Flüsse wurden zerstört. Darunter war auch die Holzbrücke in Heidelberg  Ein Problem waren Eismassen, die sich an vielen Stellen stauten und meterhoch auftürmten. Extremes Tauwetter liess die zugefrorenen Flüsse in unglaubliche zerstörerische Fluten verwandeln.

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Die Laki-Erhebungen im Süden Islands haben somit auch historische Bedeutung. Nicht nur in vulkanologischer Hinsicht. Die Folgen dieser massiven Vulkanausbrüche zwischen 1783 und 1785 haben möglicherweise, so vermuten Umwelthistoriker, 1789 in Frankreich die Revolution ausgelöst. So kam Napoleon Bonaparte an die Macht, der Ursprung seiner Herrschaft liegt somit vermutlich im unglaublichen Ausbruch der Laki Spalte begründet. Kalte Sommer nach den Eruptionen brachten Missernten und Hungersnöte. Die dramatischen Folgen waren selbst in Nordamerika zu spüren. Benjamin Franklin schrieb 1783 von einem «trockenen Nebel» und machte die dadurch verminderte Sonneneinstrahlung für die ungewöhnliche Kälte im Folgejahr verantwortlich.

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Eine wichtige Erfindungen dieser Zeit war das Lokomobil: eine mobile Dampfmaschine, die überwiegend in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Durch das Sterben vieler Nutztiere in Schottland als Auswirkungen der Gase aus den Laki-Vulkanen wurde der Erfinder, der Schotte William Murdoch vermutlich zu dieser Erfindung motiviert.

Laki Gigar Iceland Jeep
Wer heute den Schauplatz eine der folgenschwersten Eruptionen der letzten 2000 Jahre besichtigen möchte, erreicht die Laki-Spalten über die Piste F206. Diese ist keine der leichtesten Strecken und sollte nur mit einem Jeep bewältigt werden. Von der Ringstrasse aus, erreicht man den Laki-Krater in etwa 3 Stunden, Parkplatz mit Infotafel. Von dort kann man mit dem Jeep der Strasse weiter folgen – die Piste ist ein Rundweg und führt so wieder zurück.

Laki Gigar Iceland Hiking

BESTEIGUNG LAKI-KRATER

Der Parkplatz ist unmittelbar vor dem Berg Laki, der diesem Gebiet den Namen gab. Auf dem Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Kraterreihe nach Osten und Westen.
Dauer: ca. 1 h (h)

WEITERE WANDERUNGEN

Route 2: Wanderung zum Krater
Dauer: ca. 20 min
Route 3: Wanderung um den Laki
Dauer: ca. 2-3  h
Route 4: Zum Krater und zur Höhle
Dauer: ca. 20 min

KRATERRUNDWEG

Direkt vom Parkplatz aus beginnt der Rundwanderweg. Nach 300 m erreicht man einen Holzsteg, der als Aussichtspunkt für den Kratersee gedacht ist. In unmittelbarer Umgebung sieht man weitere farbenprächtige Vulkanschlote und Lavaskulpturen. Lohnenswerter Weg!
Dauer: ca. 1,5 h

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Quellen:

Homepage Vatnajökull National Park 
Tages Anzeiger: Auf die Eruption in Island folgte die Revolution in Frankreich
Bilder Laki Gebiet Island by michael’s beers & beans
Erinnerungstafel (Hochwassermarkierung) in der Altstadt Heidelberg

Grabrok Crates

Iceland, Vulkan

Etwa 33 km nördlich der isländischen Stadt Borgarnes findet man den Vulkan Grabrokargigar oder die Grabrok Crates, welche zum gewaltigen Snaefellsness Vulkan System gehören. Bereits 1962 wurden diese drei, wunderschönen Krater unter Schutz gestellt (Natural Monuments). Zudem ist es ein gutes Beispiel, wie man solche Natur-Sehenswürdigkeiten schützen, aber gleichzeitig für Besucher zugänglich machen kann. Das ganze Kratergebiet kann über sehr gute Wege und Treppen erreicht werden.

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Blick vom „grossen“ Krater auf den „kleinen“ Krater

Die Grabrok Crates sind sicher nicht die imposantesten Krater in Island. Aber es sind drei Vulkan-Krater wie aus dem Bilderbuch. Und die kleine Rundwanderung lohnt sich, allerdings kann hier der isländische Wind ganz kräftig blasen. Man hat einen tollen Eindruck der Vulkane sowie einen wunderschönen Panoramablick auf das ganze Gebiet. Eindrücklich natürlich auch die Sicht in die Krater hinein.

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Der Hauptvulkan dieses Systems  ist der Ljósufjöll, welcher im Jahr 1148 ausgebrochen ist. Aus dieser Zeit ist überliefert, dass über 80 Menschen ums Leben kamen. Damit ist es einer der ersten Vulkanausbrüche der Menschheit, der aufgeschrieben und datiert wurde. Ljósufjöll heisst “Berge des Lichtes”, auch ein Indiz dafür, dass es ein gewaltiger Ausbruch gewesen sein muss. Zum Vulkansystem gehört übrigens auch der bekannte Krater Eldborg auf der Halbinsel Snæfellsnes.

Album Iceland 2015-1 (694)

Album Iceland 2015-1 (691)

Zudem ist es ein gutes Beispiel, wie man solche Natur-Sehenswürdigkeiten schützen, aber gleichzeitig für Besucher zugänglich machen kann.

Die Grabrok Crates liegen direkt an der Ringstrasse (Nr. 1) und in der Nähe der Glanni Wasserfälle, der Parkplatz liegt bei der Kommune Bifrost und ist gut gekennzeichnet.

Askja – Reise auf ein Pulverfass

Iceland, Vulkan

Askja Iceland Volcano-6

Im HIntergrund die Caldera der Askja

Heute mag es lächerlich erscheinen, aber ich habe über die Jahre mehrere Versuche gebraucht um zur Askja zu kommen. In den 1980er Jahre war das Wetter so schlecht, dass wir einfach zu viel Respekt hatten noch zur Askja  zu fahren. Beim zweiten Versuch viele Jahre später zwang uns ein gerissener Keilriemen zur Umkehr. Und wieder ein paar Jahre später war es dann eine defekte Wasserpumpe – langsam hatte ich schon das Gefühl hier hätte es Kräfte, die irgendwie nicht auf unserer Seite waren.

Nun, in der Zwischenzeit habe ich es doch schon öfters geschafft. Die Route ist im Gegensatz zu früher allerdings auch besser zu befahren. Auf der Route F88 hat es heute eigentlich nur zwei Furten, die etwas schwierig sein können. Hier sollte man allerdings wirklich aufpassen, je nach Witterung kann eine Furt sehr tief sein.  Fakt ist nämlich, dass der Garagist „Karl“  (Auto and Tire Repair) aus Reykjahlíð  in der Hochsaison hier jede Woche 4 – 5 x im Durchschnitt irgendwelche SUV’s aus dem Wasser zieht und auf seinem Tieflader zurück nach Myvatn bringt. Die Überraschung kommt dann für diese SUV-Fahrer meistens am Flughafen bei der Rückgabe des (Ersatz-) Fahrzeuges, wenn diese realisieren, dass sie für den gesamten Schaden aufkommen müssen. Schäden die bei der Durchquerungen von Wasserläufen und Flüssen entstehen sind nicht versichert!

Askja Iceland Volcano-4

Die Furten auf dem Weg zur Askja sind nicht zu unterschätzen … relativ tiefe Furten gibt es an der Grafarlandaa sowie Lindaá, diese Stellen können bei Hochwasser auch schon mal unpassierbar sein.

Etwas entspannter, allerdings muss man viel mehr Zeit einrechnen, ist wenn man über Möðrudalur  auf der Route F905 / Route F910 zur Askja fährt. Hier hat es eine Brücke und der Rest ist ein schöner Jeep-Track durch eine unglaubliche faszinierende Landschaft. Ich fahre diese Route lieber, auch habe ich das Gefühl diese ist weniger befahren.

Vielleicht hat es diese „Story’s“ gebraucht, die ich rund um den Askja erlebt habe. Heute noch nähere ich mich diesem Vulkan mit viel Respekt. Und sind wir ehrlich, die Askja ist nicht ohne, eigentlich bewegt man sich hier auf einer gigantischen Zeitbombe.

Zuerst sind da einmal diese unglaubliche Dimensionen. Vom Zentralkrater Askja dehnt sich ein 200km langes Spaltensystem aus. Das Vulkansystem selber erstreckt sich über 40 km Entfernung südwestlich bis zum vom Tafelvulkan Herðubreið und der Oase Herðubreiðarlindir, über 150 km nach Norden bis zur Halbinsel Melrakkaslétta. Gleichzeitig reicht es noch ca. 30 km nach Süden.

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Öskjuvatn, mit 220 m einer der tiefsten Seen Islands. Auch der kleinere, ebenfalls von einem See ausgefüllte Víti-Krater befindet sich in der Caldera.

Der Zentralvulkan der Askja sind drei ineinander verschachtelte Calderen (ca. 45 km2), welche zusammen das Dyngjufjöll-Bergmassiv (z.T. über 1500müM hoch) bilden. In der Mitte der jüngsten, in der vulkanotektonischen Episode von 1875 entstandenen Caldera, befindet sich der See Öskjuvatn, mit 220 m einer der tiefsten Seen Islands. Auch der kleinere, ebenfalls von einem See ausgefüllte Víti-Krater befindet sich in der Caldera.

Natürlich ist auch die Historie von Ausbrüchen beeindruckend und geht in der Zeit weit zurück. In der neueren Zeit, als im März 1875 „brannten“ z.B.  die Askja-Feuer – ein Ausbruch der Ostisland mit Asche bedeckte. Im Sommer entdeckte ein dänscher Geologe, dass die Magmakammer, die sich entleert hatte, zusammengestürzt war – tiefster Punkt 238m unterhalb des Bodens. Es hatte sich also eine neue, „kleine“ Caldera gebildet.

In der Folge sollte sich herausstellen, dass es sich bei den Askja-Feuer um den zweit- oder drittstärksten explosiven Vulkanausbruch seit dem Beginn der Besiedelung in Island handelte (nach Hekla 1104 und Öræfajökull 1368).

Auch der Viti – in dem heute gerne gebadet wird – bildete sich in dieser Zeit.

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Ein Bad im „Vulkan“ – das Wasser im kleinen See des Krater Viti ist 20 °C bis 24 °C warm.

Im Oktober 1961 bauten sich neue Krater auf und schufen das Lavafeld Vikrahraun. Immerhin ging hier eine Lavafontäne bis zu 500 m hoch.

Seit dieser Zeit blieb es hier ruhig(er).

Am 24. Juli 2014 ereignete sich ein Erdrutsch, bei dem sich ein ca. 1 km breites Stück der Kraterwand löste und in den See Öskjuvatn glitt. Dabei kam es bis zu 50m hohen Tsunamis, welche sogar den benachtbarten Krater Viti erreichten.

Wenn man das alles im Kopf hat, wenn man sich hier aufhält, kann einem auch etwas mulmig werden. Aber das Gebiet ist unglaublich faszinierend und in diesem Post gar nicht zu beschreiben.

Daher lasse ich jetzt hier lieber einige Bilder sprechen, welche ich in 2013 aufgenommen habe. Wieder begleiteten mich starke Schneefälle, im Wechsel mit Sonnenschein verzauberte es die Landschaft auf eine spezielle Art.

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Four wheel drive only …

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Ein bisschen Action für die Kamera …

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Die Caldera der Askja kommt endlich in Sicht …

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typischer Gegenverkehr

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Ziel erreicht – die Dreki Hütten. Von hier geht es dann noch ein ganz schönes Stück weiter bis zum Parkplatz an der Askja.

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Eingang in die Drachenschlucht (Drekagil) – hier führt eine Wanderung ca. 30 min zu einem Wasserfall

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Blick von der Dreki-Hütte – hier beginnt die berühmte „Killer-Road“ in Richtung Sprengisandur

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Parkplatz Askja – ab hier geht es zu Fuss (ca. 1h) zum Krater-See der Askja

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Wanderer am Rande des Viti