Die Dimensionen der Zeit

Wenn ich die Länge eines Ereignisses einschätze, betrachte ich es oft aus verschiedenen Blickwinkeln: In dem Moment, in dem es stattfindet, oder im Nachhinein, wenn es bereits vorbei ist. Doch ehrlich gesagt, merke ich, dass ich die Zeit auf unterschiedliche Weise erlebe, je nachdem, was ich tue und wie ich mich dabei fühle: Wenn ich Spass habe oder in ein neues Abenteuer vertieft bin, saust sie wie ein Schlitten den Berg hinunter. Interessanterweise ändert sich das jedoch im Nachhinein. Wenn ich mich später an solche Erlebnisse erinnere, scheinen sie viel länger gedauert zu haben als öde oder banale Ereignisse. Eine Art Zeitverbiegung, wenn Du so willst: Ein Wochenende voller magischer Momente kommt mir im Rückblick vor, als hätte es sich durch die Ewigkeit erstreckt.

Dieses faszinierende Phänomen könnte eine Antwort auf meine ursprüngliche Frage liefern: Vielleicht liegt es daran, dass ich in meiner Kindheit und frühen Jugend so viele aufregende Dinge erlebte, mich unzähligen neuen Fähigkeiten annahm. Später geriet mein Alltag in eine geschäftige Routine und ich erlebe weniger Neues. Dadurch sind meine Erinnerungen an die frühen Jahre in meinem Gedächtnis überrepräsentiert. Wenn ich mich daran zurückerinnere, kommt es mir deshalb so vor, als hätte diese Zeit ewig gedauert. Aber das bedeutet nicht, dass ich später im Leben nicht auch die Zeit „langsamer“ machen kann. Alles, was ich tun muss, ist mein Gehirn auf Trab zu halten, indem ich immer wieder neue Dinge lerne, mich ins Unbekannte stürze oder abenteuerliche Pfade erkunde. Auf diese Weise kann ich aus der umdrehenden Routine ausbrechen und mein Gedächtnis mit einer Fülle neuer Erinnerungen füllen – wie funkelnde Lichter und farbige Kugeln am Weihnachtsbaum.

Die Dimensionen der Zeit

Die Zeit, sie mag ein Rätsel sein,
mal vergeht sie schnell, mal lang und fein.

Die Dimensionen der Zeit

Es ist an der Zeit, einen kleinen Moment der Stille einzulegen und über die Zeit nachzudenken. Antworten zu suchen, warum die Zeit im Alter so flüchtig verstreicht. In den kommenden Beiträgen zum Advent werde ich mich der Frage widmen, warum mein Zeitgefühl sich verändert hat, wo eigentlich meine kostbare Zeit geblieben ist und ob die Uhr in der Adventszeit anders tickt.


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