Die junge Donau – Geometrie des Wassers
The Brew
Donaueschingen. Die Donauquelle. Ein Park, ein Schloss, ein Becken. Das Wasser ist klar, unbewegt, gefasst in Stein und Eisen. Es wirkt wie eine Inszenierung, fast museal. Das Quellwasser verschwindet kurzzeitig, bricht am Donautempel wieder hervor und fliesst – ein blosses Plätschern – in die Brigach. Wenige Kilometer entfernt die Vereinigung. Brigach und Breg – bringt die Donau zu Weg. Ein Merksatz, so nüchtern wie ein Urteil. Es gibt kein Spektakel, keine Pathosformel. Nur zwei Bäche, die ihre Namen ablegen. Eine neue Identität beginnt.
The Grit
Das Phänomen der Versickerung. Bei Immendingen verschwindet der Fluss einfach. Er gibt sich auf. Der Kalkstein des Juras ist brüchig. Das Wasser sucht sich einen Weg durch die Dunkelheit, unterirdisch, unsichtbar. Dann taucht der Fluss wieder auf und sucht sich seinen Weg rund 2800 km in den Osten. Ob man als Tropfen dorthin gelangt entscheidet sich wenige Kilometer westlich. Die Europäische Hauptwasserscheide: Ein Tropfen fliesst zum nahen Bodensee und damit in die Nordsee. Ein anderer wählt den Weg nach Osten, zum Schwarzen Meer. Es ist eine Frage von Metern.
The Note
Man erwartet Erhabenheit und findet Bescheidenheit. Das Faszinierende liegt in der Konsequenz. Ein kleiner Bach, der versiegt, wieder ans Tageslicht tritt und schliesslich einen Kontinent durchquert. Die Belohnung ist die Erkenntnis der Zusammenhänge. Ein Glas Wein in einem Biergarten an der Versickerung. Der Fluss ist weg, aber man weiss, dass er wiederkommt. Grösser als zuvor.
The Picturebook
Donauquelle


Donautempel – Ausfluss der Donauquelle in die Brigach



Donau-Ursprung




Donauversickerung




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