Arosa: Das weisse Gut
The Brew
Es ist kurz vor neun Uhr. Die Höhe beträgt 2411 Meter über dem Meer. Die Sonne steigt hinter den Gipfeln auf. Der Himmel ist blau, von einer Intensität, die keinen Vergleich zulässt. Es herrscht Stille.
Vor mir liegt die Piste. Sie ist frisch präpariert. Ich fahre an. Die Kanten greifen in den trockenen Schnee. Es ist die Black Diamond Slope. Schwung um Schwung. Der Kopf wird leer. Die Gedanken ordnen sich im Rhythmus der Bewegung. Kalter Fahrtwind im Gesicht. Ich ziehe die erste Spur des Tages. Ein Augenblick ohne Ende.
The Grit
Arosa hat sich verändert. Früher suchten die Gäste hier die Diskretion. Man wollte nicht gesehen werden. Das Dorf war ein Rückzugsort, abseits der Extravaganz von St. Moritz oder Gstaad. Diese Zeit ist vorbei.
Wintersport ist heute ein Luxusgut. In den Bergen ist der Schnee knapp geworden, doch hier oben ist er sicher. Das hat seinen Preis. Die Immobilienwerte haben sich binnen eines Jahrzehnts verdoppelt. Ein Milliardär lässt das geschichtsträchtige Hotel Kulm abbrechen. Ein neues Resort entsteht, das grösste der Alpen. Die Vision ist klar: Arosa wird ein Reservat für die Wohlhabenden. Die Tageskarte für zweihundert Franken ist keine Drohung, sondern eine logische Konsequenz. Der Raum wird eng, trotz der Weite der Berge.
The Note
Das Skigebiet Arosa-Lenzerheide umfasst 225 Pistenkilometer. Es reicht bis auf 2865 Meter hinauf. 43 Anlagen verbinden zwei Welten. Seit 2013 überbrückt eine Gondel das Urdental. Es ist eine funktionale Verbindung von touristischer Effizienz.
Die Auswahl ist gross. Es gibt die Weltcup-Abfahrt Silvano Beltrametti mit einem Gefälle von 84 Prozent. Es gibt die breiten, sonnigen Hänge für die Familien. Und es gibt die Black Diamond Slope am Brüggerhorn. 2,5 Kilometer Länge, 500 Meter Höhenunterschied. Man sagt, auch Roger Federer schätze diese Hänge. Es ist ein Ort für Könner, die das Skifahren gerne beherrschen. Die Schönheit der Landschaft bleibt unbestritten. Sie ist die Kulisse für ein teures Vergnügen.

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