Mein Januar am See&Rhein
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Wenn über dem winterlichen See der Hochnebel wie Blei liegt, dann drückt es auf meine Seele, raubt mir die Kraft. Winter Blues! Die Tage kürzer, die Kälte beissend, das Sonnenlicht fern, all das führt mich unfreiwillig in ein dunkles Tal. Doch zum Glück habe ich ein simples Mittel, um dieser Niedergeschlagenheit zu trotzen: Zeit in der freien Natur zu verbringen. Und den einen oder anderen Abend mit besonderen Menschen zu geniessen. Herzlich Willkommen bei meinem Rückblick „Mein Januar am See&Rhein“.
Das Eintauchen in die Natur, nach einer langen Woche voller Arbeit, hebt meine Stimmung. Also schlüpfe ich am Wochenende in warme Kleidung, schnüre meine Wanderschuhe und packe meine Kamera ein. Immer wieder bin ich erstaunt, wie die Schönheit der Natur meinen Geist erhellt.

So sind erneut Bilder entstanden, Bilder für meine „See-Momente“. Vielleicht gelingt es sogar, dass Du beim Betrachten dieser „Off Season“ am See, der verschneiten Landschaften oder den zauberhaften Abendstimmungen, dass auch Deine Sinne zur Ruhe kommen, Dir einen Moment der Gelassenheit und Entspannung schenken. Möge es Dich inspirieren, Dinge zu tun, um dem Winter Blues keinen Raum zu geben.
Liebe Grüsse vom Seerhein

Meine See-Momente im Januar
Fährenmomente






Kalter Wind, grauer Himmel, Momente auf der Fähre. Passagiere im Mantel, Hände in den Taschen. Die Fähre schaukelt sanft, langsam über den See. Eiseskälte beisst ins Gesicht, lässt Nasen rot und Augen tränen.
Kälte und Wetter legt eine Magie in diesen Moment. Kurze Flucht vor dem Alltag über glitzerndem Wasser. Winterlandschaft um mich herum – nackte Bäume, verwaiste Ufer, schneebedeckte, mächtige Bergkulisse, sanftes Rauschen des Wassers. Der See breitet sich vor mir aus wie ein endloser Ozean, dessen Horizont sich in der graue Ferne verliert. Weisse Sonnenstrahlen kämpfen sich durch Wolken, schenken keine Wärme.
Fährmomente sind wie eine ganz kleine, geschenkte Auszeit, Freude an unerwarteten Momente des Staunens.
„Der Winter Blues ist wie ein dicker Mantel, der sich um deine Seele legt. Aber er ist nur ein Mantel. Du kannst ihn jederzeit abnehmen.“
Judith Orloff, amerikanischen Autorin und Psychiaterin
Das Winterlied der Möwe

Hoch oben über dem Wasser fliegt eine Möwe, lässt ihre traurige Melodie in die stille Winterluft klingen. Ihr Gesang erinnert an vergangene Tage, als der See noch erfüllt war vom fröhlichen Treiben der Menschen und weissen Segeln der Boote. Die Möwe erinnert sich an den sommerlichen Duft des Sees und den warmen Wind, der ihr um die Federn wehte. Doch jetzt ist alles still und verlassen. Kein Boot schippert mehr durch die Wellen, am Ufer ist es sonderbar still. Die Möwe singt ihr Lied, traurig und dennoch tröstlich. Sie sagt uns: Die Zeit des Wartens ist bald vorbei. Bald werden die Segel wieder gesetzt und der See lebt auf. Und die Möwe weiss, dass Träume uns leicht durch die Dunkelheit tragen.
Eisige, aber traumhafte Morgenstimmung am Seerhein

Die frostige Kälte umschlingt mich, während meine Gedanken ineinander ins Unendliche verweben; der monotone Rhythmus des Fischerbootes lässt sie geschmeidig wieder entfliehen.
Leere

Inmitten der winterlichen Landschaft findet sich eine ruhige Bucht, eingebettet in die Weiten des Bodensees. Es ist die Leere in diesem Bild welches eine besondere Atmosphäre verströmt. Eine sanfte Melancholie ist spürbar. Diese Leere gibt mir Raum um mich selbst zu finden, Raum die Perspektive zu ändern und in die Balance zurückzufinden.
schneller Schnee

Von Zeit zu Zeit machte sich die Kälte breit und brachte Schnee in die Gegend. Der verschneite Wald war jedoch nur von kurzer Dauer, denn ein „Schneefresser“ in Form von warmen, stürmischen Westwinden beendete das Ganze wiederum schnell.

Die Schilfhalme, verankert im Uferboden, trotzen den eisigen Winden und geben der kalten Uferlandschaft einen Hauch von Leben. Sie erzählen von der Kraft, standhaft zu bleiben, auch wenn alles um sie herum in Starre verharrt. Ihr sommerliches Flüstern, das über das Wasser schwebte, ruht nun in der Stille des Winters.
Erinnerung an den Sommer

Der wenige Schnee versperrt scheinbar den Zugang zu diesem farbenfrohen Badehäuschen. Die kalte Wintersonne umarmt es liebevoll. Das Häuschen, oft übersehen, doch mit geheimnisvoller Schönheit erfüllt, erzählt still seine sommerlichen Geschichten.
Winterliche Abendstimmung auf dem Seerücken

In der Stille der verschneiten Flure wiegt das frostige Abendlicht das Herz, in den Gipfeln der Alpen ruht eine majestätische Stille
Versunkenes Dampfschiff wird aus dem Bodensee geborgen

Vor rund 90 Jahren wurde das Dampfschiff Saentis ausser Dienst gestellt und im Bodensee versenkt. Der Seitenraddampfer Saentis war ein Passagierschiff, das zwischen 1892 und 1933 auf dem Bodensee verkehrte. Im Jahr 1933 wurde das Schiff nach 41 Betriebsjahren ausser Dienst gestellt. Aufgrund der niedrigen Schrottpreise im Vergleich zu den Abbruchkosten entschied man sich stattdessen, es am 2. Mai 1933 im Bodensee zu versenken.
Das Schiff liegt seit 90 Jahre in einer Tiefe von 210 m auf dem Seegrund. Der Schiffsbergeverein will das Schiffswrack im März 2024 nun bergen und tüftelt derzeit an einer neuen Technik.
Ein Beitrag von Schweiz aktuell (15.1.2024) dokumentiert die Entwicklungsarbeiten sehr eindrücklich: Versunkenes Dampfschiff wird aus dem Bodensee geborgen
Bild: Printscreen SRF – SRF Aktuell
Aus meinem Schwarz-Weiss Archiv

Pegel Seerhein – Wasserstand weiterhin auf hohem Niveau


Der Wasserstand des Seerheins verzeichnet in diesem Winter ungewöhnliche Schwankungen. Das jährliche Minimum tritt normalerweise zwischen Januar und April auf. Jedoch befindet sich der Seerhein derzeit auf einem wesentlich höheren Niveau als üblich, das normalerweise erst im Mai – nach der Schneeschmelze in den Alpen – erreicht wird. Der offensichtliche Grund dafür liegt in dem vergleichsweise milden Winter. Der Niederschlag im Winter, der in den Alpen üblicherweise als Schnee fällt, kam vor allem in der zweiten Hälfte des Januars vermehrt als Regen in Höhen von 2000 bis 2500 müM herunter. Dies spiegelt sich auch im aktuellen Pegelstand des Seerheins wider.
Sunset-Moments

„Der Himmel ist wie ein gemalter Teppich. Die Farben sind so intensiv, dass man sie fast berühren kann. Es ist, als würde die Sonne ihre letzten Kräfte aufwenden, um den Himmel zu verzaubern.“
Annemarie Schwarzenbach (1908 – 1942), Schweizer Schriftstellerin / Fotografin
Titelbild: Leerer Hafen

Ein einsamer Hafen am Bodensee, gehüllt in winterliche Stille. Kein einziges Boot liegt dort, irgendwo verhallt das Echo vergangener sommerlicher Geschichten.
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Sehr schöner Blog! Er gefällt mir wirklich sehr gut. Und natürlich erstklassige Fotos!
Schön dass Du mich gefunden hast und vielen herzlichen Dank für Dein tolles Feedback! LG Michael