Warum reise ich (danach)?

Life&Style, zu Dir selbst


“Boarding completed! Kurze Zeit später dröhnt das Flugzeug, zittert und schiesst in den Himmel. Irgendwann erlöscht das “Fasten Seat Belt”-Zeichen. Die Lüftung summt. Durch das Fenster sehe ich den Flügel mit den Turbinen, unter mir ein riesiges Wolkenmeer.”

Erinnerst Du Dich noch an diese Momente? Dieses Gefühl es passiert jetzt, im Moment zu leben.

Wie wird dieses Gefühl auf unserer allerersten Reise nach monatelanger Isolation sein? Magisch, faszinierend?

Die Welt ruft wieder, und ich folge. Aber warum eigentlich, warum reise ich?

Ist es einfach ein instinktives, tief in mir verankertes Fernweh? Oder eine Illusion von Freiheit, welche den Alltag für eine kurze Zeit ausblendet?

Erstaunlich wenig hat es mit mir gemacht, dass meine Ferien- und Reisepläne ins Wasser gefallen sind. Ich bin zwar traurig – aber es ist kein Beinbruch! Vor der Corona-Pandemie war Reisen etwas selbstverständliches. Doch erinnere ich mich beispielsweise an meine Jugendzeit zurück, damals waren Fern- und Ferienreisen etwas für Privilegierte. Interrail und trampen unser Luxus. Normal ist eben nur was heute und gerade ist.

Nach einer Reise habe ich mich jeweils gefragt, bin ich wirklich erholt? Viele Eindrücke waren in meinem Kopf und meistens war die Rückreise (Flugzeug, Flughafen) in den letzten Jahren eher anstrengend. Im Alltag zurück fühlte sich alles wieder schnell an wie vor der Reise. Aber ich war bereichert, mein Horizont erweitert.

Warum zieht es mich trotzdem schon wieder raus, wenn auch nur zu einer kleinen Reise im eigenen Land? Ist es eine Flucht? Nein, für mich ist Reisen eine Auszeit. Als Kontrast zu meinem Alltag. Darauf zu verzichten, wäre für mich schwierig. Oder doch nicht? Meine Art zu Reisen ist schlussendlich nur eine schöne Illusion, eine Verklärung von Natur und Genuss. Als Gegensatz des alltäglichen “alles muss einen Sinn und Nutzen haben”. Der Weg als “Spamfilter” um den Alltag auszublenden.

Auszeiten richtig zu nehmen, habe ich in dieser Cornona-Krise erst so richtig gelernt. Mich zu Hause vom Alltag zu befreien, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ohne jeden Zwang zu entscheiden, was ich machen möchte. Ein Gefühl von Freiheit und “glücklich sein” zu entwickeln. Ohne den “Katalysator” Reisen, der nicht zur Verfügung stand.

Meine nächste Reise wird nicht einfach eine Auszeit in der Erwartung hin zu etwas besserem sein. Sondern froh gestimmt mit mir zu reisen und mich nicht erst irgendwo zu treffen. Im Bewusstsein, dass die Welt so gross ist. Und der Horizont eine Linie, die vor mir zurückweicht, ich nie erreichen kann!

Ich freue mich auf meine erste Reise „danach“!

P.S. Einerseits packt mich langsam das Fernweh, andererseits bekomme ich Lust meinen Blog wieder mit Reisenotizen aufleben zu lassen. Und ich habe auch noch genug Fotos in der Beers&Beans-Kiste um den einen oder anderen Post zu erstellen. Nun, es werden Reise-Notizen sein von „davor“!

Jetzt freue ich mich wieder auf die Zeit, in der ich Reisen kann. Auch ich werde langsam anfangen. Auf Reisen in meine Lieblingsdestinationen wie Island, Irland und Shetland werde ich dieses und vielleicht auch nächstes Jahr noch verzichten. Mit schwerem Herzen! Für mich heisst es frei nach Goethe: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!  Aus der Coronakrise nehme ich für mich mit, Reisen dankbar anzunehmen, nachhaltiger zu planen und (noch) bewusster zu erleben. 

Ein schönen Karfreitag und frohe Ostern

Life&Style

Noch vor kurzem war Corona einfach ein Bier. Heute jagt es uns Angst ein, lässt Menschen leiden, sogar sterben. Es hat die ganze Welt in Stillstand versetzt und jeden von uns in der Isolation verschwinden lassen. Zu Beginn der Corona-Krise hat mich so eine Art Endzeit-Stimmung beschlichen, ich war versucht in den Modus „die Welt wird immer schlimmer“ zu gehen. Doch je länger die Ausnahmesituation andauert und ich den Krisenalltag gut bewältige, ist allem eine grosse Zuversicht gewichen. Ich fange wieder an bunt zu denken.

Die Menschheit hat in ihrer langen Geschichte schon viele Seuchen ausgerottet. Und nach dem vermeintlichen Ende stieg die Bildung und der Wohlstand, die Kriege verringerten sich oder die Lebenserwartung nahm zu. 

Doch bis dieser Virus Geschichte ist, wird es noch lange dauern. Wie die „Normalisierung“ aussehen sollte kann ich mir noch nicht richtig vorstellen. Belastend war vorallem die Unsicherheit wann die Massnahmen gelockert werden.

Doch es gibt ein Licht im Tunnel. Unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat am letzten Donnerstag erklärt, «Die bisherigen Massnahmen werden bis am 26. April verlängert. Erste Lockerungen sollen bereits vor Ende April erfolgen,» Lockerungen seien dort möglich, wo der Schutz sichergestellt werden könne. «Es wird nun ein Konzept ausgearbeitet, das der Bundesrat an der Sitzung vom 16. April beraten wird», sagt Sommaruga. Von ganzem Herzen bedankt sich die Bundespräsidentin für die Solidarität der Bevölkerung.

Bundesrat Alain Berset zeigte an der gleichen Pressekonferenz auf, dass die Neuinfektionen abflachen, aber «wir sind in einer schwierigen Phase der Epidemie».

Darum müssen wir – gerade jetzt über Ostern – weiter durchhalten. Es sind noch sehr lange 17 Tage. Doch dies zu schaffen ist möglich weil wir alle wach sind. Also: Halten wir unsere (Selbst-) Isolation durch, waschen wir die Hände gut, nehmen wenn nötig Desinfektionsmittel und üben uns weiter im schwierigen Social Distancing. Helfen so den vielen Menschen, die mit unermüdlichem Einsatz, diese Pandemie in den Spitälern und anderswo bewältigen. Und um alles in der Welt halten wir den Kopf hoch!

Es gehört viel Mut dazu, in der Welt nicht missmutig zu werden.

Johann Wolfgang von Goethe

Viele dieser positiven Zeichen öffnet mein Blick endlich nach vorn. Die letzten Wochen waren eher geprägt durch Mühseligkeiten, nur noch getragen von einer Hoffnung und meinem innersten Optimismus. Manchmal schien der Weg unendlich, nichts wollte mehr gehen. Doch die Zukunft ändert sich gerade vom Unerreichbaren ins Unbekannte, verbunden damit die Chance den eigenen Lebensweg wieder aufzunehmen.

Heute ist Karfreitag, ein stiller Feiertag. Viele christliche Gemeinschaften lassen die Glocken und Orgeln schweigen. Ein guter Grund, dass auch ich mir etwas Zeit nehme die letzten Wochen und Tage etwas zu reflektieren. Einmal durchzuatmen.

Die Auferstehung steht an Ostern im Zentrum des christlichen Glaubens: Christi Sieg über den Tod tröstet gleichzeitig seine Gläubigen mit neuer Hoffnung. Ich lasse dieses Bild für mich stehen. Öffne langsam die Augen und lasse es zu die Blumen wieder zu sehen.

Ich wünsche Euch einen besinnlichen Karfreitag und frohe Ostern zu Hause! Und beginnen wir wieder bunt zu denken!

Bleibt gesund – werdet gesund!

LIebe Grüsse

Michael


May green be the grass that you walk on,
May blue be the skies above you,
May pure be the joys that surround you,
May true be the hearts that love you.

A Celtic Blessing

Hallo Winter

Iceland, Life&Style

Im Moment macht der Winter in unseren Breitengraden voll auf Frühling. Diese Woche bäumt sich der Föhn noch einmal richtig auf und bringt wieder sehr milde Temperaturen. Aber vielleicht wechselt es auf Ende Woche, wenn eine markante Kaltfront die Föhnphase hier beendet. In der Folge könnte es etwas kühler werden und vielleicht bringen die Westwinde etwas Winter ins Land.

Heute beginnt bei uns auf der Nordhalbkugel bereits der kürzeste Tag des Jahres, es ist der Tag der Wintersonnenwende. Da bei uns noch nicht viel von Winter zu spüren ist, habe ich zur Einstimmung ein paar Winterbilder aus Island ausgepackt.

Der Winter in Island ist hart, die Tage sind kurz. Und trotzdem kann sich der Winter in Island inszenieren, überrascht mit atemberaubenden Lichtstimmungen und verzaubert die Vulkanlandschaften.

Onset of winter. The first snow in North Iceland.

Bilder by Michael’s Beers & Beans
Die Bilder zu „Wintereinbruch in Island“ wurden im Oktober/November 2015 in Nord-Island aufgenommen

Einfach ein paar Dinge, auf die ich mich im Herbst freue …

Life&Style

Liebe FollwerInnen,
liebe Leserinnen, liebe Leser meines Blogs

Es lässt sich nicht verdrängen: Der Herbst ist da! Dies stimmt mich etwas melancholisch, dass die tollen Sommerabenteuer und die langen Sonnenstunden schon wieder vorbei sind. Doch lasse ich mich jetzt gerne auf den Herbst ein, denn zum Glück kann man den Herbst wunderbar gemütlich und bewusst erleben.

„Der Herbst vertieft den Sommer“
(alte Bauernweisheit)

Mir geht es vielfach so, dass nach einem Sommer voller Erlebnisse ich mich auf den ruhigen Hersbt freue und mir selber dann wieder etwas Zeit gönne. Zeit zum Aufräumen, Entschleunigen und Bewusstsein schaffen.

Mit den folgenden Bildern und Inspirationen möchte ich Dich (und auch mich) zu einem wunderschönen, freudvollen Herbst einladen.

Liebe, herbstliche Grüsse

Michael

Einfach ein paar Dinge, auf die ich mich im Herbst freue …

Erntezeit

Im Herbst ist es eine wahre Freude, Lebensmittel zu kaufen. Die Regale auf den Märkten oder im „Buurehof-Lädeli“ sind zum Bersten voll mit fantastischem Gemüse und Obst, das frisch geerntet wurde. Auch kommt die Zeit des Alpkäses, der Kürbisse, der Nüsse, des Wilds und vielem mehr. Jetzt kaufe ich möglichst nur noch regionale Produkte, damit trage ich vielleicht auch ein kleines Stückchen zum Umweltschutz bei.

Die Ruhe des Flusses

Am und auf dem Seerhein wird es ruhig. Es gibt plötzlich nur noch wenig Schiffsverkehr, da viele Freizeitkapitäne ihre Schiffe schon ins Winterlager überführt haben. Der Fluss wird im Herbst immer ruhiger und natürlicher.

Zugvögel

Im Herbst ist die Zeit, in der ich gerne die Zugvögel beobachte, welche auf ihrem Weg in Richtung Süden hier am Seerhein Zwischenstation einlegen oder überwintern.

Herbstmotive

Fotografieren im Herbst ist eine leuchtende und farbenprächtige Angelegenheit. Die Natur färbt sich, die tiefstehende Sonne hat ein weiches Licht und der Nebel taucht alles in einen zauberhaften Schleier. Gerne nutze ich diese Zeit und „sammle“ Herbstmotive!

Regen

Ja, ich mag den Regen! Ich finde es auch nicht so schlimm, nass zu werden – es ist ja bloss Wasser, es trocknet ja wieder! Am schönsten aber ist Regen, wenn man ihn gemütlich von drinnen aus beobachten kann. Das regelmässige Tropfen hat etwas Beruhigendes.

Lichtzauber

Die Herbstsonne bringt das schönste Licht und damit für mich einer der wichtigsten Günde, den Herbst zu lieben. Denn keine Jahreszeit leuchtet so golden und ist zugleich sanft, hat so viele Farben – zu unrecht wird der Herbst gerade hier am Bodensee mit Grau assoziiert.

Auflösender Nebel

Stimmungsvoll löst sich der Nebel über dem See auf. Aus dem leuchtenden Grau wird langsam Blau, die Sonne wird stärker und angenehm warm.

Letzte Herbstfarben

Bevor die Natur in die Winterstarre geht, leuchten bezaubernd die letzten Herbstfarben.

Pumpkin

Kürbisse oder Zierkürbisse, ich mag irgendwie alles von diesem „Amerikaner“. Tatsächlich haben Kürbisse ihren Ursprung in Amerika. Der Kürbis in Europa geht scheinbar auf Christoph Kolumbus zurück, welcher Kürbiskerne als erster von Amerika nach Europa gebracht hatte. Diese Kürbisse waren allerdings eher länglich und gebogen – erst in Europa wurde der Kürbis „rund gemacht“.

Pastinaken-Zeit

Herbst ist für mich auch Pastinaken-Zeit. Ein Gemüse, dass ich in Irland kennengelernt habe. Dort heissen diese Parsnips und werden im Herbst geerntet. Hier in der Schweiz war es fast ein vergessenes Gemüse, lange gab es Pastinaken nicht mehr zu kaufen. Heute erlebt die Wurzel auch hier zur Lande eine kleine Renaissance. Ich liebe das Aroma der Wurzeln und habe einige Rezepte (aus Irland) auf Lager für Suppen, Püree und Aufläufe.

Der Name „Pastinake“ ist Mundart gesprochen eher ein Holperstein und ich frage mich jeweils ob es dafür auch eine Dialekt-Version(en) gibt.

Marroni

Zum Sommer gehören bei mir Glaces, im Herbst lass ich mich wieder von den süssen, köstlichen Marroni verführen. Diese werden an den vielen Ständen in den Städten angeboten, ich mache diese aber gerne in einer Marronipfanne selbst.

Farbspektakel der Dahlie

Die dicken, fetten, irgendwie gemütlichen und zugleich stolzen, eleganten Dahlien gehören zu meinen Lieblingsblumen. Hätte ich einen eigenen Garten und mehr Zeit, dann würde ich ganz sicher selber welche pflanzen. Daher freue ich mich an den schönen Sträussen auf dem Markt oder fotografiere ich sie wo auch immer mit dem Handy oder der Kamera. Und gerne nehme ich mir Zeit, die Dahlienschau auf der Insel Mainau zu besuchen.

Waldspaziergang

Herbstliche Wanderungen – jetzt freue ich mich durch unsere nahen Wälder zu streifen. Bald zeigen sich Blätter in allen Farben. Pilze schiessen schon jetzt aus dem weichen Waldboden, und Nüsse, Tannenzapfen und andere wunderliche, märchenhafte Dinge sind zu entdecken.

Kerzen-Zeit

Schnell wird es abends dunkel, aber die brennenden Kerzen nehmen die sanften Herbstfarben auf und widerspiegeln diese in meinem Zuhause.

End of Season – das letzte Schiff

Das letzte Kurs-Schiff – die Rheinschiffe gehen ins Winterquartier. Mit etwas Wehmut schaue ich dem letzten Kurs-Schiff im Spätherbst hinterher. Aber ich weiss, wenn die stolzen weissen Schiffe wieder hinter der Flussbiegung auftauchen, dann wird der Frühling wieder da sein!

Äpfel – hüben und drüben

Natürlich ist jetzt Apfelernte am Bodensee. Der Thurgau gehört – neben der Waadt und dem Wallis – zu den drei grössten Anbaugebiete und produzieren zusammen mehr als zwei Drittel der gesamten Apfelmenge in der Schweiz. Auch am Nordufer des Bodensee werden Äpfel geerntet, die Bodenseeregion ist das zweitgrösste Anbaugebiet für Äpfel in Deutschland.

Bei mir wird der Kühlschrank sicher wieder mit frisch gepresstem Süssmost gefüllt. Und ein Apfel-Fan bin ich sowieso!

Der erste Schnee

Der erste Schnee ist der schönste. Oft überrascht er uns im Spätherbst und verzaubert dann die Welt, lässt uns alle kurz innehalten.

Herbst = meine Reisezeit!

Der Herbst ist für mich auch verbunden mit Reisen, da ich meistens im Herbst erst meine richtigen, „langen“ Ferien habe. Dieses Jahr ganz besonders, da ich endlich wieder einmal nach Island reisen werde. Denn Herbstzeit ist für mich inzwischen auch Nordlicht-Zeit. Vielleicht habe ich ja im Spätherbst während meines Aufenthaltes in Island wieder Glück das eine oder andere Polarlicht beobachten zu können!

Die Bilder sind hauptsächlich am Seerhein und in der Bodenseeregion sowie im Elsass, in Irland und das Nordlicht auf den Lofoten aufgenommen. Bilder by Michael’s Beers& Beans.

Wer noch mehr Herbst-Inspirationen sucht, der findet diese in den folgenden Posts von 2018 und 2017:

Warum ich gut und gemütlich durch den Herbst komme …

Autumn Cosy – warum ich den Herbst geniesse!

Oldtimer

Life&Style

Eine zufällige Begegnung am frühen Morgen mit geparkten Oldtimer, die Nacht hatte diese mit einem leichten Tau überzogen. Dies brachte mich auf die Idee, das morgendliche Licht zu nutzen und diese liebevoll gepflegten Oldtimer aus einer unüblichen Position zu fotografieren.

Wunderschöne Autos mit einer einfachen, aber zeitlosen Linienführung und kunstvoll belegt mit Chrom.

Eine wunderbare und genussvolle Osterzeit!

Life&Style

„For I remember it is Easter morn, and life and love and peace are all new born.“ (Alice Freeman Palmer)

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Jeder feiert etwas anders. Meine Osterfreuden sind einfach, trotzdem bedeutet mir Ostern etwas. Daher muss ein bisschen Osterstimmung sein, so gehört auch etwas Deko dazu. Bei mir gibt es ein kleines Osterbäumli, ein paar Blumen. In den Blumengeschäften gibt es jetzt schöne und moderne „Oster-Floristik“, hier kann ich oft nicht widerstehen. Das eine oder andere Osterhäsli steht ebenfalls rum. Dazu reiht sich in der Küche meistens eine kleine Batterie der Industrie-Goldhasen, die ich liebgemeint von allen möglichen Menschen geschenkt bekommen habe. Nach der Osterzeit werden diese Goldhasen zum einen oder anderen feinen Dessert verarbeitet.

Obwohl der Besuch des Gottesdienst in unserer kleinen Dorfkirche für mich an Karfreitag dazugehört, sind perfekte Ostern natürlich in erster Linie Entspannung. Und wenn es so ein sonniges Osterwochenende wie dieses Jahr ist, dann freue ich mich auf den einen oder anderen Streifzug am See und geniesse die ersten Stunden auf der Terrasse bei einem Glas Wein.

Ich hoffe auch Du findest etwas Zeit für Deine Art die Ostern zu feiern oder kannst Dich über die freien Tage einfach etwas entspannen. So wünsche ich Dir eine wunderbare und genussvolle Osterzeit!

Die allerbesten Grüsse vom Seerhein

Michael

So feiert die Schweiz das Osterfest

Life&Style, Schweiz

Ostern ist bunt – und das nicht nur, weil es farbenfrohe Frühlingsblumen und bemalte Eier gibt. Auch die unterschiedlichen Bräuche und Traditionen machen Ostern zu einem besonders vielfältigen und fröhlichen Fest.

Für Christen ist Ostern das Fest, an dem die Auferstehung Christi gefeiert wird. Für viele ist es heute in erster Linie einfach eine wunderbare Gelegenheit mit der Familie oder Freunden Zeit zu verbringen und das milde Frühlingswetter zu geniessen.

Trotzdem werden in vielen Regionen der Schweiz traditionelle Osterbräuche gepflegt. Bekannt sind darunter Prozessionen wie in Romont, wo am Karfreitag «Les Pleureuses», schwarz gekleideten, verhüllten Klageweiber durch die Strassen ziehen und den Tod Christi beklagen. Oder wie in vielen Tessiner Dörfern, in denen Osterfeuer entzündet werden und die Kinder danach die durch Priester geweihte Glut, in Metallkesseln, heim tragen. In anderen Regionen werden Osterbrot und Osterwein verteilt, es gibt Eier-Skirennen und Eierläufe.

Einige der wichtigsten und schönsten Bräuche der Schweiz gehe ich nachfolgend etwas auf die Spur und habe diese für Euch zusammengefasst:

Osterbäumli

An Eiern führt an Ostern auch in der Schweiz kein Weg vorbei. Eierfärben ist eine Tradition die eng mit dem Feiertag verbunden ist. Egal, ob man hartgekochte Eier oder die ausgeblasenen Schalen bemalt – Hauptsache, farbig und kreativ. Eine besonders schöne Variante die ausgeblasenen Ostereier zu präsentieren, ist ein Osterbaum, der in vielen Familien zu Hause im Wohnzimmer aufgestellt wird. Zweige von Weiden und Haselsträuchern werden in eine Vase gestellt und mit ausgeblasenen Eiern dekoriert.

Osterhäsli

Klar, auch bei uns hüpft der Osterhase herum und bringt die Ostereier oder versteckt diese im Garten oder in der Wohnung. Anstatt des Eiersuchens am Ostermorgen ist es durchaus Brauch, dass die Kinder kleine Osternester basteln, die sie am Abend für den Osterhasen bereitstellen.

Übrigens bis ins 17. Jahrhundert wurden die Ostereier von allerlei Tieren gebracht wie Fuchs, Kuckuck, Storch oder dem Ostervogel.

Eiertütschä

Fast ein Volkssport ist das Eiertütschen in der Schweiz. Dabei nimmt sich jeder Spieler ein hartgekochtes, buntes Osterei. Dann schlägt der erste Spieler mit der Spitze seines Eis auf die Eierspitze seines Gegners. Dann ist der nächste an der Reihe. Ziel ist es, das gegnerische Ei zu zerbrechen. Gewonnen hat, wer als letztes noch ein unversehrtes Ei besitzt. Eiertütschen kann man mit der ganzen Familie spielen. In der Stadt Bern werden seit 1892 sogar Eiertütsch-Duelle ganz offiziell jeden Ostersonntag ausgetragen.

Zwänzgerle

Während man sich in Bern gegenseitig die Eierköpfe einschlägt, geht es bei uns in der Stadt Zürich am Ostermontag um Geld, was zuerst nicht gross überraschen mag. So gibt es hier wohl einer der skurrilsten Osterbräuche – das Zwänzgerle. Dabei spielen traditionell Kinder gegen Erwachsene. Die Kinder halten ein hartgekochtes Ei in der Hand. Die Erwachsenen werfen ein Zwanzigrappenstück auf das Ei. Bleibt es in der Eierschale stecken, bekommt der Erwachsene das Ei. Prallt die Münze ab, gehört das Geld dem Kind: Eine coole Sache für die Kinder an der Limmat um ihr Taschengeld aufzubessern.

Osterchüechli und Gitzi (und an andere Schweizer Oster-Spezialitäten)

Vielleicht denkst Du jetzt gerade an den internationalen bekannten, goldenen Osterhasen und andere Kreationen des Hauses Lindt und Sprüngli. Unsere Super-Märkte sind voll davon, auch bei uns fahren Smart’s verkleidet als goldener Osterhase durch die Gegend oder diese stehen aufgeblasen auf irgendwelchen Dächern von Tankstellen.

Doch in vielen Schweizer Osternester ist der goldene Schoggi-Osterhase nicht zu finden, vielmehr wird vor allem handgefertigtes Süsses, aber auch Herzhaftes aufgetafelt. Viele Schweizer nutzen die Osterfeiertag, um Familie und Freunde zu treffen und sich zu Hause kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Eine Osterspezialität sind die Osterchüechli. Fast jede Familie hat hier ihr eigenes Geheimrezept, aber auch Bäckereien bieten zu Ostern ihre eigene, oftmals kreative Variante der Köstlichkeit an. Traditionell wird dieses nicht zu süsse Osterchüechli auf Weizenmehlbasis mit Griess oder Reis gefertigt, welcher zusammen mit Aprikosenkonfitüre die Füllung bildet.

Ostern – Osterhase – Rüebli … irgendwie liegt damit vielleicht nahe, dass in vielen Familien heute eine Aargauer Rüeblitorte zu Ostern gebacken wird. In Bern gibt es „Osterflädli“ – eine mit Reis-Rosinen-Korinthenmasse gefüllte Oster-Spezialität aus Blätterteig.

Zu Hause nicht mehr so verbreitet ist ein herzhaftes Osteressen, welches meine Grosseltern noch zelebrierten. Damals kam an Ostern ein währschafter Gitzibraten auf den Tisch. Heute haben viele Restaurants diese Tradition wiederbelebt und es gibt Gitzi in allen Variationen. Das Ostergitzi – also das Osterzicklein oder Osterlamm – wird ausschliesslich mit Milch und Heu gefüttert.

Wie fast in der ganzen Schweiz Tradition gibt es bei mir einen Osterbrunch. Dazu dürfen die “Zopf-Osterhäsli” nicht fehlen – also so eine Art Sonntags-Butterzopf in Osterhasen-Form. Darauf freue ich mich besonders.

So vielleicht ist die eine oder andere Inspiration sich auf das kommende Osterfest zu freuen mit dabei. Ich wünsche Euch zu Ostern ganz viel Sonnenschein, einen fleissigen Osterhasen und erholsame Feiertage!

Über 100 Millionen Goldhasen erblicken bei Lindt & Srpüngli Jahr für Jahr das Licht der Welt und werden in über 60 Ländern angeboten. Viele meinen hierzulande es sei ein Schweizer Exportschlager, dabei werden die Goldhasen in Aachen (Deutschland) hergestellt.

Fondue ohne Brot – Rezept

Food-Blog, Life&Style, Schweiz

Es ist fast unvorstellbar – aber: Fondue geht auch ohne Brot! Obwohl, diese Aussage könnte fast zum Entzug meines Schweizer Pass führen. Daher bitte ich alle Liebhaber des klassischen Fondues hier nicht mehr weiterzulesen.

Wir ernähren uns weitgehend ohne Produkte aus Süssgräsern (Weizen, usw.), daher haben wir beim Fondue nach Alternativen zum Brot gesucht. Aus einigen Versuchen hat sich inzwischen unser “Lieblingsfondue” entwickelt. Selbst Gäste konnten wir schon für diese Variante des Winterklassikers begeistern. Passend zum „Märzwinter“ gebe ich dieses Rezept gerne weiter:

Zutaten für 4 Personen

1 kg mittelgrosse Süsskartoffeln
4 Birnen
400 g Freiburger Vacherin, grob gerieben
400 g Appenzeller Käse rezent, grob gerieben
1EL Kartoffelmehl (oder Maizena)
1EL Curry (mild oder scharf)
3 dl Prosecco (oder Weisswein)
1 EL Limettensaft
1 TL schwarzer Sesam

Zubereitung:

Kartoffeln und Birnen auf ein Blech legen, max. 45 min in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten (Ober- und Unterhitze) Ofens backen. Kartoffeln sollten noch “knackig” sein. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Kartoffeln können jetzt ganz einfach aus der Schale gelöst werden. Diese dann in Würfel schneiden. Birnen halbieren.

Käse, Kartoffelmehl und Curry in ein Caquelon (Tipp: vorher mit Knoblauch einreiben) geben, mischen. Prosecco und Limettensaft dazu giessen. Unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze kochen, bis der Käse geschmolzen ist. Sich hier Zeit lassen, bis das Fondue gebunden ist.

Sesam über das Fondue streuen. Kartoffeln und Birnenhälften dazu servieren.

Kleiner Tipp: Wir schmuggeln am Schluss noch 1 Messerspitze Natron unters Fondue, damit wird es schön luftig.

Dieses Fondue ist auch als Low-Carb Variante etwas feines, dann einfach die Süsskartoffeln durch Brokkoli, Blumenkohl, Äpfel oder Karotten ersetzen. (blanchiert oder als knackiges Ofengemüse mit Kümmel).

Süsskartoffeln haben viel Karotin, Vitamin E und C – der Kohlenhydrat- und Zuckergehalt schliesst diese gesunde Knolle aber für die Low Carb Variante aus.

Dazu trinken wir gerne ein Glas Fendent, ein Weisswein aus dem Wallis, welchen man bei uns traditionell zum Fondue trinkt. (Chasselas oder Gutedel). Ein (eisgekühlter) Kirsch darf natürlich nicht fehlen.

En Guete!

 

 

Dieses Rezept ist u.a. von „Betty Bossi“ Kochbüchern inspiriert

Dynamische Preissysteme in Skigebieten: Frühbucher profitieren, Familien haben eher das Nachsehen.

Arosa, Life&Style, Schweiz

Die Ruhe der Berge, die verschneiten Tannen neben der Piste, die klare Luft des Morgens und die Sonne. Bei keiner Sportart erlebe ich die vielfältige Natur der Berge so wie beim Skifahren. Daher ist ein Skitag für mich immer etwas spezielles, ein Genuss, für den ich gerne bezahle. Inzwischen geht das Ganze aber richtig ins Geld. Und es wird für spontane Menschen in Zukunft noch teurer. Neue dynamische Preissysteme treiben die Preise für eine Tageskarte bald über den Bereich von 100 Franken. Der Grund dafür liegt darin, dass viele Schweizer Skigebiete den Preis für den Skipass von der Nachfrage abhängig machen. Frühbucher profitieren, Familien haben das Nachsehen. Nachfolgend ein paar Gedanken und Beobachtungen.

Bergbahnen in der Schweiz haben Milliarden in die Pistenanlagen investiert. Ein beschneiter Pistenkilometer kostet rund eine Million Schweizer Franken. Dazu kommen hohe Betriebskosten für Strom, Wasser und Pisten-Präparation. Da verwundert es nicht, dass auch schon vor der Einführung der dynamischen Preis-Systeme eine „normale“ Tageskarte in einem der teuersten Schweizer Skigebiet wie z.B. St. Moritz oder Zermatt fast 80 Schweizer Franken kostete. (ca. 70 Euro)

Um mehr Umsatz zu generieren haben Schweizer Skigebiete dynamische Preissysteme lanciert. Das Prinzip ist mir schon von Flug- und Hotelbuchungen bekannt: Kostete der Flug an einem Buchungstag noch 200 Franken, lege ich ein paar Tage später schon 50 Franken drauf, weil die Nachfrage gestiegen ist – oder umgekehrt: Sinkt die Nachfrage, sinkt der Preis.

Bereits in der vergangenen Saison hat “mein” Skigebiet Arosa-Lenzerheide auf ein solches dynamisches Preissystem umgestellt. Andere Skiarenen wie Andermatt-Sedrun, Zermatt und St. Moritz-Oberengadin (u.a.) bieten jetzt ebenfalls seit diesem Jahr flexible Preismodelle an.

«First Minute Deal» heisst dies in Arosa-Lenzerheide:  Eine heute für in vier Wochen gekaufte Tageskarte in Arosa Lenzerheide ist günstiger, als wenn ich diese erst in vier Wochen an der Talstation löse. Da ich die Möglichkeit habe ausserhalb der Hauptsaison meine Skiferien zu nehmen profitiere ich von attraktiven Rabatten von bis zu 35 Prozent. Das Nachsehen haben Familien, die davon nur wenig profitieren können. Die Eltern von schulpflichtigen Kindern können meist nur zu Spitzenzeiten fahren und kommen nur auf einen minimalen Frühbucher-Rabatt. Positiv an diesem System finde ich, dass die maximalen Preise „gedeckelt“ sind. Bedeutet eine Tageskarte hat einen festgelegten Höchst-Preis.

Schlussendlich steckt hinter diesem Pricing eine Wette, die sich für die Bergbahnen immer auszahlt. Den sie verdienen, ganz egal, ob in meiner gebuchten Woche das Wetter nicht mitspielt oder im Fall, wenn ich verhindert bin. Gehe ich auf die Wette nicht ein, dann bezahle ich bei schönem Wetter den Höchstpreis – dieser kann in einigen Skigebieten in Zukunft sogar nach oben offen sein.


Daher bin ich überzeugt, dass das dynamische Pricing die Durchschnittspreise in den nächsten Jahren in der Schweiz nochmals deutlich ansteigen lassen wird. Dagegen wird man sich kaum wehren können, denn im Grunde sind diese hohen Preise gerechtfertigt. Die Wintersportorte und Bergbahnen betreiben einen hohen organisatorischen und technischen  Aufwand. Die Freizeit auf spektakulären Abfahrten sicher zu verbringen und dies dann gemütlich bei Sonnenschein auf einer urchigen Berghütte inmitten der unwirklichen Alpen ausklingen zu lassen, hat seinen Preis.

Tageskarte für 105 Schweizer Franken?*

Etwas problematisch sehe ich, dass zukünftig die Tarife aufgrund Algorithmen automatisch berechnet werden. Irgendwann werden die Preise in den grossen Skigebieten bei schönem Wetter die 100 Schweizer Franken-Marke für das Tagesbillet an der Kasse durchbrechen. Solche Rekorde werden das Image vom unbezahlbaren und teuren Skisport in der Schweiz zementieren,

Alternativen gibt es. Denn es bleiben immer noch die kleinen, fast unbekannten Skigebieten in den ursprünglichen Bergdörfern. Abseits des grossen Après-Ski-Klamauks warten hier kleine, aber feine Pisten und das originale, Schweizer Märchenland-Gefühl mitten in den Alpen. Zum Fixpreis für jedemann.

*Am 4.2.2109 wurde auf dem Online-Portal von St. Moritz die Tageskarte für den 5.2.2019 zum Preis von CHF 92.– angeboten. Nach den Schneefällen war die Prognose für den 5.2.2109 „Sonne pur“. Zudem hatte in dieser Woche u.a. der Kanton Zürich Wintersportferien. Würde ich am 4.2.2019 über Snow Deal eine Wette auf den 5.4.2019 abschliessen, könnte ich die Tageskarte für CHF 42.– kaufen. 

Quellen: Tagespresse, Homepage Bergbahn Arosa Lenzerheide, eigene Erfahrungen

Bilder: Michael’s Beers & Beans (Arosa / Archiv)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.