Ein Schweizer Spion in Irland

Bundesrat sollte im Ernstfall ins irische Exil

Ein Spion, der für die Schweizer Regierung arbeitete, baute in den 1960er Jahren acht Ferienhäuser in Irland, nahe der Stadt Skibbereen in West Cork. Diese Häuser waren jedoch nicht für gewöhnliche Urlauber gedacht, sondern sollten als Verstecke für eine handverlesene Eliteeinheit dienen. Kurze Zeit später erwarb der Schweizer Liss Ard Estate, ein Herrenhaus in Irland, das offiziell als luxuriöses Landhotel fungierte. In Wahrheit hatte es jedoch eine viel wichtigere Funktion: Es sollte im Falle eines Angriffs der Sowjetunion (UdSSR) auf die Schweiz als strategischer Rückzugsort für die Schweizer Regierung dienen. Hier wollte sich der Bundesrat im Exil niederlassen und den Widerstand gegen die Besatzer organisieren. Unter dem Herrenhaus soll sich heute noch ein geheimer Bunker befinden, versiegelt von der Schweizer Regierung. Die genauen Geheimnisse und Details dieser Operationen wurden nie vollständig enthüllt. Wer war dieser Schweizer Spion in Irland?

Eine etwas seltsame Liebe zu Irland

Albert Bachmann, so hiess der Schweizer Spion. Er war ein charismatischer Journalist aus Zürich und hatte schon immer eine besondere Verbindung zu Irland. In den späten 1960er Jahren besuchte er das Land zum ersten Mal und verliebte sich sofort in die malerische Landschaft und die herzlichen Menschen. Doch der Schweizer hatte eine düstere Seite, von der in Irland niemand wusste.

Die dunkle Seite des charismatischen Journalisten

Während seines Militärdienstes in der Schweiz wurde Bachmann zum Spion ausgebildet. Er stieg schnell in den Rang eines Obersts auf. Sein geheimer Nachrichtendienst führte Operationen ausserhalb der Schweiz durch, von denen die meisten Menschen nie etwas erfahren sollten. Bachmann hatte eine genaue Vorstellung von der Welt, eine, die von Widerstand und Schutz geprägt sein sollte.

Geheime Ferienhäuser und der Aufbau einer „Stay behind“-Organisation

Im Jahr 1972 begann er damit, in der Nähe des Liss Ard Estate am Strand von Tragumna, acht Ferienhäuser zu bauen. Diese unscheinbaren Häuser sollten jedoch nicht nur als Zufluchtsort für Ruhe und Erholung dienen – sie waren geheime Verstecke für seine „Stay behind“-Truppen, einer handverlesenen militärischen Eliteeinheit, bereit, im Ernstfall den Widerstand zu organisieren.

Liss Ard Estate – Tarnung und strategischer Rückzugsort für den Bundesrat

Vier Jahre später konnte Bachmann das Liss Ard Estate für die Schweizer Regierung erwerben. Getarnt als luxuriöses Landhotel war es perfekt für die wahren Absichten. Die Schweizer Regierung hatte sich auf anraten von Bachmann für dieses Anwesen entschieden. Es war ideal gelegen und dennoch versteckt genug, um im Falle einer möglichen Invasion oder eines nuklearen Angriffs als Rückzugsort für den siebenköpfigen Bundesrat zu dienen.

Ein schweizer Spion in Irland

Der geheime Bunker unter dem Herrenhaus

Unter dem Herrenhaus des Liss Ard Estate wurde ein geheimer Bunker errichtet – ein meisterhaftes Werk der Verborgenheit und Sicherheit. Nur den Wenigsten war bewusst, dass dieser Bunker Verteidigungsanlagen enthielt, die von der Schweizer Regierung genutzt werden konnten, um im Ernstfall die Operationen zu lenken und den Widerstand zu koordinieren.

Die Geheimoperation wird aufgedeckt

In den frühen 1980er Jahren geschah das Unvorstellbare: Ein Spion aus den Reihen von Bachmann wurde in Österreich entlarvt. Damit wurde die gesamte geheime Operation von Bachmann jäh enthüllt. Seine unbändige Überzeugung, dass es seine Aufgabe sei, sein geliebtes Land vor den bedrohlichen Klauen des Kommunismus zu schützen, und seine eigenständige Herangehensweise wurden gnadenlos ans Licht gebracht.

Die Konsequenz liess nicht lange auf sich warten: Bachmann wurde vom Dienst suspendiert! Das wunderschöne Liss Ard Estate fand in Windeseile einen neuen Besitzer, nachdem die Schweizer Regierung es schnell loswerden wollte. Dass Bachmann eine geheime, paramilitärische Einheit aufgebaut hatte, war ein Skandal und ein politisches Erdbeben. Doch mittlerweile ist die ganze Angelegenheit in Vergessenheit geraten, aber nicht ohne einige mysteriöse Rätsel rund um das Anwesen zurückzulassen, die bis heute ungelöst sind.

Beispielsweise wurde der geheime Bunker unter dem Herrenhaus durch die Schweizer Regierung für immer versiegelt. Damit wurde der Öffentlichkeit entzogen, was genau dort unten verborgen lag: Die wahren Pläne, die einst von Albert Bachmann und der Schweizer Regierung für das Liss Ard Estate geschmiedet wurden, ruhen damit noch immer im Verborgenen!

Ein schweizer Spion in Irland

Liss Ard Estate – ein bezauberndes Hotel an wunderschöner Lage

Das Hotel Liss Ard Estate ist heute ein 5-Sterne-Hotel in Skibbereen, County Cork, Irland. Es ist Teil der Relais & Châteaux-Gruppe und liegt auf einem 163 Hektar grossen Anwesen mit wunderschönen Gärten, einem 40 Hektar grossen See. Mit dem Sky Garden, der von einem exzentrischen Amerikaner erstellt wurde, gibt es hier noch so ein Mysterium.

Das Hotel verfügt über sehr schöne Zimmer und Suiten, die alle individuell eingerichtet sind und einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung bieten. Dazu gibt es ein erstklassiges Restaurant und eine schöne Bar. Diese zeichnet sich zudem damit aus, dass hier alle Whiskey’s der West Cork Distillers verfügbar sind.

Liss Ard Estate - ein Hotel mit schweizer Geschichte

Das Hotel bietet eine Vielzahl von Annehmlichkeiten und Aktivitäten. Es eignet sich gut für ein paar Tage Aufenthalt. Von hier aus ist die Schönheit der Region West Cork gut zu entdecken. 

Atmosphäre vergangener Spionagezeiten

Im oberen Stockwerk des Gebäudes kann man noch heute eine leichte Atmosphäre vergangener Spionagezeiten spüren. Vielleicht ist es nur ein Zufall, aber es fällt auf, dass ein lebensgrosses Bild von James Bond dort die Gäste zu beobachten scheint.

Ein Schweizer Spion in Irland

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Als zahlender Gast des Liss Ard Estate bin ich per Zufall über diese Geschichte gestolpert. Dieser Post „Ein Schweizer Spion in Irland“ ist sehr verdichtet wiedergegeben. Zudem sind die Quellen, die ich gefunden habe (Wikipedia, NZZ, Liss Ard Estate, Google Bard), oft widersprüchlich.

Fotos: Michaels’s Beers&Beans, 2023

Geräuschlos auf Entdeckungstour auf dem hoteleigenen See. Liegen in der Tiefe dieses Sees noch Spuren des Schweizer Spions?

Entdecke mehr von

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

You Might Also Like