Ferien: meine schwierige Reise zur Entspannung

Ferien: meine schwierige Reise zur Entspannung

In den Ferien schaffte ich es früher nie so richtig abzuschalten. Es war wie ein ewiger Kreislauf aus Arbeit und Stress, der mich selbst in der Erholungszeit festhielt. Oft begannen die Ferien mit Krankheit, weil mein Körper endlich entspannen konnte und die Abwehrkräfte ihre Schutzwirkung verloren. Doch das eigentliche Hindernis für eine gute Erholung lag tiefer. Die Gedanken drehten sich weiter um die Arbeit, der Laptop sass im Liegestuhl neben mir. Ferien waren immer meine schwierige Reise zur Entspannung.

Die Kunst des mentalen Abschaltens

Es fällt mir heute noch schwer, den digitalen Fesseln der Arbeitswelt zu entkommen. E-Mails, Nachrichten und sogar Telefonkonferenzen verfolgen mich bis in meine freie Zeit hinein. Aber ich habe gelernt, dass es eine Lösung gibt. Während der Ferien schalte ich die Benachrichtigungen auf meinem Handy aus, checke das E-Mail-Postfach spät nachmittags (wenn möglich) immer zur gleichen Zeit. Dafür gebe ich mir 15 min, lösche alles unwichtige und beantworte kurz und prägnant wirklich nur, was extrem wichtig ist. Mein Team trägt dies mit, ganz ohne geht es in meiner Funktion nicht. Dann gehe ich nochmals für eine kurze Zeit raus in die Natur, an den Strand oder in die Stadt und wende die Technik des „Gedankenstopps“ an. Damit fokussiere ich meine Gedanken neu und finde wieder meine Ruhe. Befreit von dem Sorgenkarussel freue ich mich auf das Abendessen und den nächsten Ferientag.

Angst, etwas Wichtiges zu verpassen

Die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, die übertriebene Verantwortung und die Sorge, nicht gebraucht zu werden, sind Gedanken, die früher oft mein Erholungserlebnis trübten. Doch ich habe begriffen, dass ich loslassen muss, um wirklich zu entspannen. Ich bin mehr als nur meine berufliche Rolle. Die Ferien sind eine Möglichkeit, mich selbst neu zu entdecken und echte Erholung zu finden.

Vermutlich stimmt es schon, dass körperliche Aktivität, guter Schlaf und das Knüpfen neuer Bekanntschaften zu einer besseren Erholung in den Ferien führen.

„Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“, höre ich von frisch Pensionierten oft – eine Mahnung, die ich mir in den Ferien zu Herzen nehme. Ich gönne mir die Erholung, die ich verdient habe, und lasse los, für den Genuss, um mich zu erholen und um die Schönheit und Ruhe der Natur in vollen Zügen zu geniessen. So bestimme ich meinen Tag selbst und geniesse die Freiheit, auch mental abzuschalten.

„Die wahre Erholung liegt oft darin, loszulassen und sich selbst neu zu entdecken – abseits von der Hektik des Arbeitslebens.“


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