Mein Februar am See&Rhein

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Das Bodenseewetter im Februar tanzte im Rhythmus des Atlantiks. Seine Wogen trugen milde, frühlingshafte Temperaturen an unsere Gestade. Die Westwinde legten permanent warme Meeresluft über uns, ein untypischer Mix der sanften Mildheit für einen Februar am See. Schnell vorbeiziehende Wolkenbänder querten unseren Himmel, hielten die frostige Nacht fern und öffneten oft am Tag den Himmel und liessen die Sonne strahlen. Für eine leise Percussion zwischendurch sorgten vereinzelt Regentropfen. In dieser grau-blauen Landschaft erwachten die Pflanzen früh aus dem Winterschlaf. Schneeglöckchen läuteten den Frühling bereits Ende Januar ein, Winterjasmin und Krokusse färbten die Szenerie gelb und violett, während die Osterglocken sich auf ihren Auftritt vorbereiteten. Mein Februar am See&Rhein – Momente der Natur, wie eine Musik, die sich frühzeitig ins Spiel mischte, liess das Seeufer um etwa drei Wochen schneller erblühen als üblich.

Dieser Februar am See könnte als der mildeste seit Messbeginn 1864 in die Geschichte eingehen, als Teil eines ungewöhnlich milden Winters, der uns mit einer bisher ungehörten Melodie aus Natur und Wetter erstaunte.

Ist ein Nachwinter denkbar? Ist es möglich, dass der März uns Frost und Schnee bringt? Es liegt im Bereich des Möglichen, jedoch zeigt er sich bis Mitte März wohl eher sanft und frühlingshaft. Die Langzeitprognosen flüstern von wärmeren Tagen, die auf uns warten.

Meine Tage im Februar waren geprägt von wenigen Momenten am Seerhein, eingebettet zwischen Arbeit und Zeitdruck. Doch ich habe gelernt, die wenigen kostbaren Augenblicke, die mir bleiben, zu ergreifen, ohne nach jenen zu jagen, die sich entziehen. Und meistens, in diesen besonderen Augenblicken am See, begleitete mich die Kamera, um die Momente für Euch festzuhalten, wie auch für mich selbst.

Liebe Grüsse vom Seerhein

Meine See-Momente im Februar

Februar-Stimmungen

Mein Februar am See&Rhein
Mein Februar am See&Rhein

Im Februar, wenn die Tage schnell müde werden und die Nächte lang und dunkel sind, spriessen zart die ersten Knospen empor und die Sonnenstrahlen spielen verhalten ihr Spiel. Ein Monat der Stille umgibt uns, und die Einkehr in uns selbst ruft leise. Doch auch die Vorbereitung liegt in der Luft, ein leises Geflüster des Aufbruchs, das sich in den verschiedenen Lichtstimmungen widerspiegelt.

„Winter ist die Zeit, in der das Innere nach aussen drängt, wo die Stille und Kälte Raum schaffen für die Gedanken und Träume, die der Frühling zum Leben erweckt“

Annette von Droste-Hülshoff, eine deutsche Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts die lange Zeit am Bodensee lebte (Meersburg oder auf Schloss Eppishausen im Thurgau)

Wasserdampf über dem Seerhein

Mein Februar am See&Rhein

Dampf steigt aus dem Wasser. Die Morgensonne taucht die Szene bei ausnahmsweise tiefen Temperaturen am Seerhein in goldenes Licht.

Eichhörnchen am Bodensee: Zwiespältige Auswirkungen des milden Winters

Eichhörnchen bevorzugen lichte Wälder und Parks mit hohen Bäumen. Am Bodensee finden sie diese Lebensbedingungen in den zahlreichen Wäldern und Parkanlagen entlang des Ufers.

Die Eichhörnchen freuen sich natürlich auch über den milden Winter. In kälteren Wintern müssen Eichhörnchen mehr Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur zu regulieren, was zu einem Energiemangel führen kann und die Tiere schwächt. Hingegen verbrauchen sie in milderen Wintern weniger Energie, was ihnen hilft, ihre Nahrungsreserven besser aufrechtzuerhalten. Doch man kann nicht einfach sagen, dass der milde Winter am Bodensee nur positiv für die kleinen Nager ist. Das veränderte Wachstum von Pflanzen und Bäumen, können zu Nahrungsmangel, Krankheiten und Verlust von Lebensraum für die Eichhörnchen führen.

Frostiger Morgen

Bommer Weiher Thurgau Bodensee

Der Nebel gefriert über einem malerischen Weiher im Hinterland des Bodensees, der Morgen erstarrt in klirrender Kälte.

Winter-Sonne am Seerhein

Mein Februar am See&Rhein Konstanz im Februar

Die Februarsonne strahlt am blauen Himmel, während der Seerhein in seinem winterlichen Blau ruhig in seinen sanften Wellen glitzert. Die Februar-Szenerie strahlt eine kühle, aber ruhige Atmosphäre aus.

Nebel-Baum

eine winterliche, karge Landschaft im Thurgau

Ein einsamer Baum erhebt sich geheimnisvoll aus dem winterlichen Nebel auf einem sanften Hügel – eine winterliche, karge Landschaft im Thurgau.

Flachmoor

idyllischer Weiher inmitten eines malerischen Flachmoors Thurgau Bodensee

Unberührte Wildnis: Ein idyllischer Weiher inmitten eines malerischen Flachmoors, gehüllt in sanften Nebel und umgeben von atemberaubender Natur. Eine ländliche Szenerie, die die unberührte Schönheit der Countryside des Kanton Thurgau im Winter widerspiegelt.

Ins Unbekannte

Bach verliert sich im mystischen Nebel des Sees

Der Bach verliert sich im mystischen Nebel des Sees, als würde er ins Unbekannte fliessen.

Au revoir, „Fontainebleau“!

Fähre "Fontainebleau"
Bild Wikipedia: Von André Karwath aka Aka – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7670160


Nach über einem halben Jahrhundert im Dienst tritt die Fähre „Fontainebleau“ nun in den Ruhestand und verlässt die Flotte der Stadtwerke-Fähren (Fährverbindung Konstanz-Meersburg). Vor Kurzem wurde das Schiff von Konstanz über Friedrichshafen nach Hard in Österreich geschleppt. Zu diesem Zeitpunkt konnte es nicht mehr unter eigenem Antrieb fahren, da im Oktober 2023 der gesamte Antriebsstrang entfernt wurde. In Hard wird die Fähre nun als Vereinsheim für den Yachtclub Hard (YCH) dienen.

Zurückblickend wurde die „Fontainebleau“, liebevoll von den Konstanzern als „Fonti“ bezeichnet, im Jahr 1970 in der ehemaligen Bodan Werft in Kressbronn als fünfte Fähre ihrer Art in Dienst gestellt. Ihr Name stammt von der Städtepartnerschaft zwischen Konstanz und der französischen Stadt Fontainebleau und war der Beginn einer neuen Tradition, Fähren nach Partnerstädten zu benennen. In den letzten Jahren war die „Fontainebleau“ hauptsächlich als Ersatzschiff im Einsatz und wurde auch für besondere Aufgaben wie das Ausrichten von Dalben in Hafenanlagen genutzt. Die Fähre war auch an Rettungsaktionen beteiligt, wie beispielsweise bei der Bergung einer abgestürzten Propellermaschine 2017, bei der ein Bergekran auf der „Fontainebleau“ platziert wurde.

Mehr zur Geschichte des Fährbetriebes zwischen Konstanz und Meersburg gibt es auf einer schönen Broschüre, welche durch die Stadtwerke Konstanz GmbH, Fährebetrieb, herausgegeben wurde: https://beersandbeans.ch/wp-content/uploads/2024/02/20180911_90Jahre-Faehre_Broschuere_web.pdf

Aus meinem Schwarz-Weiss Archiv

Pegel Seerhein – Wasserstand weiterhin auf hohem Niveau

Pegel Seerhein - Wasserstand weiterhin auf hohem Niveau

Das seltsame Bild der Schwäne auf einer Wiese im Nebel ist Anzeichen, dass der Wasserstand des Seerheins und des Bodensees immer noch ausserordentlich hoch ist. Schwäne sind hauptsächlich Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Wasserpflanzen, aber sie nehmen auch gelegentlich tierische Beikost wie Schnecken zu sich. Aufgrund ihrer begrenzten Halslänge und ihrer begrenzten Tauchfähigkeiten haben die Schwäne derzeit Schwierigkeiten, an ihre übliche Nahrung im See heranzukommen, weil der Wasserstand zu hoch ist. Als Lösung suchen sie nach Nahrung auf den winterlichen Wiesen am Ufer.

Sunset-Moments

Mein Februar am See&Rhein

Titelbild: Anlegestelle Mannenbach (Untersee)

Mein Februar am See&Rhein

Verloren im Nebel: Die Anlegestelle Mannenbach (Untersee) verschwindet im Grauschleier des frühen Morgens


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