Mein Mai am See&Rhein
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Der Mai bei uns am See war dieses Jahr wirklich ein bisschen wie der neue April, oder? Keine Spur von Heuwetter, Schnee in den Bergen und unbeständiges Tagesgang-Wetter – der eine oder andere kommt dann schon mal ins Grübeln, wo der Sommer denn bleibt. Aber Moment mal, haben wir nicht schon einen kleinen Vorgeschmack auf warme Tage und Sonnenschein bekommen? Genau, vom 9. bis 11. Mai durften wir uns über drei trockene Tage in Folge freuen – und so war mein Mai am See&Rhein dann doch ein wahres Geschenk!
Genau an diesem, trockenen Auffahrtswochenende überraschte der Mai mit einem ganz besonderen Highlight: Nordlichter am Bodensee! Ja, ihr habt richtig gehört. Ein Sonnensturm brachte die magischen Lichter in unsere Region und ich als selbsternannter „Nordlichtjäger“ konnte mein Glück kaum fassen. Normalerweise muss man ja weit in den Norden reisen, um dieses Naturspektakel zu erleben, aber diesmal kamen die Nordlichter einfach zu uns nach Hause. Ein unvergessliches Erlebnis, so nahm ich das wechselhafte Wetter im Mai für einmal gerne in Kauf.

Also lasst uns den Mai mit all seinen Kapriolen einfach mit Humor nehmen und uns auf den Sommer freuen, der bestimmt noch kommt. Denn ob Heuwetter, Schnee oder Regen – am Ende zählen doch die kleinen See-Momente, die uns den grauen Alltag versüssen. In diesem Sinne: Cheers to more See-Moments!
Euer Nordlichtjäger am Seerhein

Meine See-Momente im Mai
Mai-Stimmungen






Das wechselhaften Wetter mit Regenschauern brachte auch sonnige Momente. Der Regen liess die Blumen entlang des Ufers aufblühen und verlieh der Landschaft eine besonders lebendige und farbenfrohe Atmosphäre. Die Luft roch doch schon ein bisschen nach Sommer, oder?
„Mitte Mai
– Bauernregel
ist der Winter vorbei.“
Ich im Schloss … ein magischer See-Moment!






Wenn ich aus dem Fenster meiner Küche schaue, erblicke ich einen mittelalterlichen Turm, der zum Schloss gehört, das unser kleines Dorf am Seerhein über Jahrhunderte hinweg geprägt hat. Oft habe ich mich gefragt, wie es wohl im Inneren dieses Turms aussieht. Doch dieser Wunsch blieb mir verwehrt, da das Schloss in Privatbesitz ist und seit langem von der Öffentlichkeit abgeschottet war. Kürzlich jedoch wurde das Schloss verkauft, und die neuen Besitzer luden die Dorfbewohner zu einem Gartenapéro ein. Ich nahm diese Einladung gerne an. Schmunzeln musste ich über meinen Gedanken, dass diese Einladung sich wie im Mittelalter anfühlte, als die Herrschaft zu sich auf das Schloss lud, um ihre Macht und ihren Reichtum zu demonstrieren.
Mehr als 200 Personen, also etwa zwei Drittel der Dorfbewohner, nutzten die Gelegenheit, nach Jahrzehnten der Abschottung einen Blick auf das Schloss und den angrenzenden Park am Seerhein zu werfen.
Wir erkundeten die prächtige Empfangshalle des Schlosses und genossen den Charme des gepflegten Parks, der direkt am Seerhein liegt. Ich konnte den Turm aus der Nähe betrachten, jedoch war der Eingang aus Sicherheitsgründen gesperrt, da er baufällig ist und eine Besteigung gefährlich wäre.
Besonders interessant war es, den älteren Dorfbewohnern zuzuhören, die alle ihre eigenen Geschichten zu erzählen hatten. Der heutige Gemeindeamman erinnerte sich daran, wie kalt es im Schloss war, als er einmal im Winter zum Antrittsbesuch von der damaligen Schlossbesitzerin zu einem Kaffee eingeladen wurde. Ein anderer erzählte davon, wie er vor 75 Jahren als Teenager über den Zaun (damals noch ohne Stacheldraht) geklettert war.
Als der neue Schlossbesitzer sich an uns wandte, um seine Pläne für die Zukunft des Schlosses zu präsentieren, wurde deutlich, dass er ein echtes Kommunikationstalent besitzt. Er stellte seine Familie vor. Insbesondere seine Tochter, die als Architektin mit Erfahrung für historische Bauten für die Renovierung des Schlosses verantwortlich ist. Er betonte die grossen Herausforderungen und die geplanten Massnahmen, um das Schloss für die kommenden Generationen zu erhalten. Die Remise soll zunächst saniert und zusammen mit einem Neubau zu Mietwohnungen umgebaut werden. Damit soll die finanzielle Zukunft des Schlosses gesichert werden. Die geplante Restaurierung im Stil des 19. Jahrhunderts sowie die Entdeckung historischer Elemente aus dem 13. und 14. Jahrhundert lassen auf eine spannende Zukunft für Schloss Gottlieben hoffen. Dazu gehört auch der Rückbau der venezianischen Palazzo-Verzierungen, welche Königin Hortense de Beauharnais in den 1830er anbringen liess. Ein musikalischer Vorgeschmack auf die geplante kulturelle Belebung des Schlosses wurde von der Schlossbesitzerin (begleitet von einem Schwager am E-Piano) mit dem passenden Song „Summertime“ vom Balkon in den Schlosshof vorgetragen. Wird sich das Schloss also öffnen und der Öffentlichkeit zugänglich machen?
Der Gartenapéro war ein voller Erfolg und vermittelte den Dorfbewohnern das Gefühl, dass das Schloss nun in guten Händen ist. Die Gerüchteküche ist verstummt.
Ich bin nur ein einfacher Blogger, der nun mit neuer Perspektive und Bewunderung auf den mittelalterlichen Turm aus der Küche blickt. Dennoch wünsche ich den neuen Schlossbesitzern viel Glück und danke ihnen herzlich für die Einladung zum Gartenapéro – es war ein wahrhaft magischer Moment am See!
Weitere Infos zu Schloss Gottlieben findest Du hier.
Wild Garlic Valley

Dieses kleine Tal nenne ich Wild Garlic Valley – vom Duft des Frühlings erfüllt. Der Bärlauch verwandelt es in einen Teppich aus grünen Blättern und weissen Blüten.
SUP on !

Meine erste SUP-Tour in dieser Saison begann auf dem glitzernden See. Ganz kurz an einem Morgen präsentierte sich das Wetter fast wie im Sommer, zu überrascht wagte sich kaum jemand mit dem Boot auf das Wasser. Mein Saisonstart war daher begleitet von der Sonne, dem sanften Plätschern des Wassers und einer Ruhe um mich herum.
1300 Jahre Reichenau – wo Mönche Urkunden fälschten!

Vor 1300 Jahren vertrieb der heilige Pirmin die Schlangen von der Insel Reichenau und gründete eines der wichtigsten Klöster des Mittelalters. Man empfing Karl den Grossen, schrieb prachtvolle Handschriften und fälschte ab und zu Dokumente: Das Kloster Reichenau war einer der bedeutendsten Orte der europäischen Geschichte. Eine spannende Ausstellung in Konstanz führt in seine Blütezeit.
Die Ausstellung «Welterbe des Mittelalters. 1300 Jahre Kloster Reichenau» im Archäologischen Landesmuseum Konstanz ist bis zum 20. Oktober zu sehen. Informationen zur Ausstellung und zu Veranstaltungen unter www.ausstellung-reichenau.de.
Bild: Symbolbild KI-Midjourney (Vorlage Smartphone-Foto aus der Ausstellung)
Wellen

Sanft wiegen sich die Wellen im abendlichen Schein, hörst Du das goldene Flüstern?
Wo blieb die Mai-Sonne?

Die schwarzen Wolken ziehen bedrohlich auf, fast scheint es, als ob der Seerhein erbebt vor dem aufziehenden Regen.
Etwas Sommerfeeling

Die Palme erweckt in den flüchtigen Augenblicken Sommergefühle und weckt die Sehnsucht nach dem See im Sommer.
roter Mohn

Ein See aus rotem Mohn, wohl gestärkt und belebt durch Regen und dem wechselhaftes Wetter.
Bergung MS Säntis gescheitert

Die Bergung des Dampfschiffs Säntis, welches 1933 im Bodensee versenkt wurde, endete bedauerlicherweise in einem Misserfolg. Alles schien gut zu laufen am Sonntag, dem 26.5.2024: Das Wetter war schön und die Vorbereitungen zur Positionierung einer Bergungsplattform über dem Wrack liefen reibungslos.
Doch gegen 10.45 Uhr ereignete sich der fataler Moment: Die Bergungsplattform begann unkontrolliert abzusacken und stürzte in die Tiefe. Die Mitarbeiter versuchten noch, so viel Material wie möglich loszuwerden, bevor sie sich in Sicherheit brachten.
Trotz des Einsatzes von drei verschiedenen Bremssystemen erwies sich dies letztendlich als fatal für das Projekt. Der Projektleiter untersuchte mit Hilfe eines Unterwasserroboters die Plattform am Seegrund und musste feststellen, dass Träger gebrochen, Tanks implodiert und Seile verheddert waren. Kurz nach Mittag musste der Projektleiter verkünden: „Es tut mir leid, aber das ist das Ende des Projekts.“
Dennoch stand dem Team noch viel Arbeit bevor: „Wir müssen jetzt versuchen, so viel Material wie möglich wieder zu bergen.“
Die Säntis war ein Seitenraddampfer, der ab 1892 als Passagierschiff auf dem Bodensee fuhr. Das Schiff wurde 1933 nach 41 Betriebsjahren ausgemustert und vor Romanshorn im See versenkt.
Bild: Symbolbild KI-Midjourney (Vorlage MS Säntis)
Pegel Seerhein – Hochwasser am Seerhein?


Laut Angaben des Bundes hat sich die Hochwassergefahr in der Nord- und Ostschweiz am Sonntagmittag beruhigt. Die Niederschläge lassen nach, wodurch viele Flüsse einen Rückgang des Hochwassers verzeichnen. Trotzdem besteht am Hochrhein und Bodensee immer noch eine erhebliche Gefahr, wie die Behörden mitteilen.
Wie im Gefahrenbulletin angekündigt, wird in den nächsten Tagen ein weiterer Anstieg des Wasserstandes am Bodensee und Seerhein erwartet. Es bleibt daher eine gewisse Unsicherheit, da unbeständiges Wetter und Starkregen die Situation schnell ändern können. Zur Zeit sieht es so aus, dass hier am Seerhein der Pegel noch +/- 480cm (Pegel Konstanz) resp. +/- 397.00 m.ü.M. (Pegel Gottlieben) erreichen könnte. Dies bedeutet, dass wir HW 5 – also eine Hochwassermarke, die alle 5 Jahre vorkommt, erreichen werden. Trotzdem ist am Ufer des Seerheins wie auch am Bodensee nur mit geringen Schäden zu rechnen.
Ab Mitte nächster Woche könnte es zu einer leichter Entspannung kommen. Die intensiven Schneefällen in den Bergen haben das Wasser über 2000 m.ü.M. gebunden. Dies hat die Wasserstände am Bodensee und Seerhein nicht ganz so stark ansteigen lassen. Sobald es wieder wärmer wird, wird dieser Schnee abschmelzen. Daher werden die Wasserstände am Bodensee/Seerhein in der nächsten Zeit doch eher hoch bleiben.
Die Ursache für den Anstieg des Wasserstandes liegt vor allem in der Schneeschmelze im alpinen Einzugsgebiet des Bodensees. Diese jahreszeitlich bedingte Entwicklung kann zu einem erhöhten Wasserstand und zusammen mit langanhaltenden Regenperioden potenziell zu einem Hochwasser führen.
Bilder: Am Sonntag nachmittag, 2. Juni 2024 hat das Wasser die Kante der Hafenmauer in Gottlieben erreicht, die Pegelmessung in Gottlieben zeigt steil nach oben. Die Gemeinde hat aber noch keine Massnahmen (Sandsäcke, Hochwasserschutz, usw.) ergriffen.
Sunset-Moments

„Wenn am Seerhein die Blaue Stunde anbricht, scheint alles möglich zu sein, denn die Welt taucht kurz in eine andere Realität …“
Michael’s Beers&Beans
Titelbild: Nordlichter über der Schweiz und Deutschland

In einer frühsommerlichen, klaren Nacht in der Schweiz passierte im Mai 2024 etwas Unglaubliches: Das seltene Naturphänomen der Polarlichter war auch hier zu sehen. Ein magisches Schauspiel, das normalerweise nur in den nördlichen Breitengraden zu bewundern ist, fand seinen Weg in den südlichen Himmel über der Bodenseeregion.
Je nachdem, in welcher Höhe die Nordlichter auf Sauerstoff- oder Stickstoffteilchen treffen, leuchten sie rot, grün oder violett. Daher ist es schon sehr ungewöhnlich, dass wir die grünen Nordlichter gesehen haben. Denn diese entstehen weniger als 150 Kilometer von der Erde entfernt. Wegen der Erdkrümmung sind diese südlich sehr selten zu sehen. Mehr zu den Nordlichter findest Du hier.
Hinweis
Dieser Blogbeitrag enthält KI-Bilder welche durch Michael’s Beers &Beans (Michael Schneider), teilweise auf der Basis von Originalbilder (MSC), mittels Standard-Version © Midjourney im Jahre 2024 erstellt wurden. Die Bilder unterliegen den Nutzungsbedingungen von Midjourney: https://docs.midjourney.com/docs/privacy-policy.
KI-Bild in diesem Artikel: Schiff im Abschnitt „Bergung MS Säntis gescheitert“ und „Bild Ausstellung“ im Abschnitt „1300 Jahre Reichenau – wo Mönche Urkunden fälschten!“
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