Die Eisberge im Jökulsárlón

Island hat eine beeindruckende, riesige Gletscherwelt. Unweigerlich treffen sich diese Gletscher mit dem Meer, was zu faszinierenden Naturschauplätzen führt. An einigen der zahlreichen Gletscherzungen des Vatnajökull sammelt sich das Schmelzwasser in Seen, welche Eisabbrüche aufnimmt und als Eisberge hinaus ins Meer befördern.

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Einer der schönsten Gletscherseen ist der Jökulsárlón. Seine Grösse, die vielzahl an blauen, weissen und schwarzen Eisbergen (gekalbte Eisbrocken) sowie die Verbindung zum offenen Meer macht diesen so besonders.

Der Jökulsárlón liegt direkt an der Ringstrasse am Fusse des Ausläufers Breiðamerkurjökull zwischen Skaftafell und Höfn.

Ich habe diese Gletscherlagune immer wieder auf meinen Reisen in Island besucht. Es ist selbst für mich augenscheinlich, dass sich der See rapide vergrössert hat. Heute ist der See ca. 5 Kilometer breit und hat eine Tiefe von 248 Metern.

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Spannend sind die Eisberge – diese ragen bis zu 15 Metern über Wasser. Das sind gewaltige Eismassen, wenn man bedenkt, dass die „Spitze des Eisberges“ ca. 1/8 des Volumens ausmacht. Dieses Eis ist über 1000 Jahre alt und verbleibt ca. 4 Jahre im See. Dann hat der Eisberg soviel an Grösse abgenommen, dass dieser mit der Strömung ins offene Meer getrieben wird.

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Dort trifft er auf die heftige See und wird buchstäblich in Eisstücke zermalmt und durch die Gezeiten an den schwarzen Basalt- und Lavastrand gespült. Früher wurde dies von den Besuchern übersehen, aber auch heute noch kann man dieses Schauspiel fast alleine geniessen. Das strahlende Blau des Eises im Kontrast zum schwarzen Strand ergeben eine skurrile Kulisse. Am Strand entlanglaufen und über die unzähligen, verschiedenen Eisskulpturen, welche die Natur erschaffen hat,  staunen.

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Diese einmalige Naturkulisse wurde oft als Drehort für Film- und Werbeaufnahmen verwendet. Die bekanntesten Filme, die den Jökulsárlón als Kulisse enthalten sind: „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond – Im Angesicht des Todes“, „Tomb Raider“ und „Batman Begins“. Wer den Jökulsárlón kennt, wird diesen auch oft in Auto-Werbespots wiederfinden, wie z.B. für  Toyota oder BMW.

Für Besucher besteht die Möglichkeit, den See aus einer Fahrt mit Amphibienfahrzeugen  zu betrachten. Ich empfehle hier mitzufahren, auch wenn man vielleicht etwas warten muss. Man kann „Tickets“ im kleinen Café  lösen und erhält dann eine Abfahrtszeit. Die Wartezeit verkürzt man mit einer kleinen Wanderung an der Lagune entlang. Oder mit Fotografieren – es gibt genug Motive. Die Fahrt geht mit ursprünglich vom amerikanischen Militär stammenden, älteren Amphibienfahrzeuge auf den See hinaus. Die Tour zwischen den Eisbergen hindurch ist atemberaubend. Ein Meeresbiologe erklärt vieles über die Gletscher, den Abbrüchen und den Eisbergen. Oder hast Du gewusst, dass ein Eiswürfel aus dem Gletscher geschlagen 50zigmal länger im Whiskey-Glas schmilzt als einer aus dem Tiefkühlfach.

Wer den See möglichst für sich alleine geniessen will, sollte wie fast überall in Island früh morgens oder spät abends dort sein.

Impressionen

Die Eisberge

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Die Bootsfahrt

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Am Strand der sterbenden Eisberge

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Weitere Bericht aus Island findest Du hier: Iceland