Irish Whiskey – Tipps von Michael’s Beers&Beans

Ireland, Top, Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (3)

Die Verkostungsnotizen sind so etwas wie das Herzstück meines Whiskey-Blog-Trails! Diese sind aber ganz klar „subjektiv“! Aber so kann ich Dir spannende Whiskey aus Irland vorstellen und Du bekommst konkrete Tipps.

Den irischen Whiskey zeichnet eine milde, runde und sanfte Charakteristik aus. Manchmal ist er in seiner Sanftheit näher dem französischen Cognac als dem schottischen Whiskey.

Dies ist auf einen wesentlichen Unterschied in der Herstellung zurückzuführen. Der irische Whiskey wird im Gegensatz zum schottischen Whisky nicht über dem Torffeuer gedarrt, damit findet man im irischen Whiskey keine herben und torfigen Rauchnoten. Für die Blends wird teilweise als Getreide auch Hafer verwendet.

Die Destillation und Lagerung ist ähnlich wie beim schottischen Whiskey, ausser dass in Irland immer drei Mal destilliert wird. Die irischen Malts werden zudem unterteilt in Single Malt (nur Gerstenmalz) und Pot Still Malts (gemälzte und ungemälzte Gerste).

Die meisten in Irland hergestellten Whiskeys sind Blends. Beim „blenden“ des irischen Whiskeys gibt es eine weitere Besonderheit, die ihn vom schottischen unterscheidet. Hier durchläuft jede Abfüllung verschiedene Reifeprozesse in unterschiedlichen Fasstypen. Häufig genutzt werden z. B. Sherry-, Bourbon- und Portweinfässer. Die verschiedenen Sorten zeichnen sich entsprechend durch ihre Komplexität aus.

In letzter Zeit werden jedoch auch mehr und mehr Single Malts hergestellt. Eine wichtige Qualitätsbezeichnung ist „Single Malt“ wie auch „Single Pot Still oder Pot Still Malts“. Letzteres bedeutet, dass der Whiskey aus einer Mischung gemälzter und ungemälzter Gerste besteht, der Anteil an ungemälzter Gerste aber höher ist.


Richtig geniessen – das richtige Glas

Ich gebe zu – ich liebe meine Whiskey Tumbler. Diese habe ich mir vor vielen Jahren in einer kleinen irischen Kristallgläser-Manufaktur nach und nach gekauft. Leider ist die Tradition der Kristallmanufakturen in Irland vollständig verschwunden. Meine Gläser sind noch nach alter irischer Tradition von Hand verarbeitet und mit aufwendigen Facetten geschliffen worden. Und haben halt noch etwas wie aus alten Hollywoodfilmen …

Der Whiskey Tumbler ist in vielen Fällen gar keine schlechte Wahl. Das Aroma eines Blended Whiskey entfaltet sich wunderbar, auch einen Bourbon aus den USA ist ein Genuss daraus zu trinken. Und warum nicht einmal „on the rocks“, der dicke Glasboden isoliert die Kälte bestens.

Möchte man allerdings einen feinen „Pot Still Malt“ geniessen, dann empfiehlt sich das Nosingglas oder Tastingglas. Whiskeygläser dieser Art erinnern an einen Cognac-Schwenker und besitzen eine rundliche Tulpenform. Die Aromen bleiben hier schön im Glas und entfalten sich wunderbar.

Und jetzt zu meinen Verkostungen …

Verkostungsnotizen

Irische Single Malts
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Locke’s 8 YearsSubtile Balance zwischen Frucht und Süsse. Ein guter, ehrlicher Single Malt
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Connemara Peated 12 yearsAnklang von Torf, Rauch und Jod, langer Nachhall. Mir ist er etwas zu aufgesetzt torfig, nicht harmonisch.
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Bushmills Rum Cask 12 yearsRarität mit filigranen Fruchtaromen. Für mich einer der besten Malts aus Irland!
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Bushmills 16 yearsAroma von Honig und Mandeln. Für mich ein „Favorite“.
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Brogans Legacy
10 years
Eine Sinfonie von feinen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig im Nachhall. Diesem Whiskey bin ich in einem Hotel begegnet, ich glaube aber dieser wird nicht mehr hergestellt. 
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Bushmills 10 years.Fruchtig, leicht holzig. Mit subtilen Getreidenoten. Ein solider Malt.
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ClontarfStrenger, grasartiger Malzgeruch, mit einem Hauch von Frucht
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The TyrconnellKonventioneller Malt, mit Noten nach Menthol, Vanille und Gras.
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Knappogue Castle 1994Stechend, Anmutung von Süsse, Gras und Heu, etwas unharmonisch.
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Irische Blends
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Redbreast 15  yearsPure pot still, non chill filtered. Frucht, Würze, Pfeffer und Süsse, unendlich lang. Für mich sind die Redbreast wirklich ein Genuss!
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Redbreast 12 years, pure pot stillSchokoladenaroma, würzig im Geschmack.
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Tullamore Dew
12 years
Zitrusaromen, süss-rauchiger Geschmack. Achtung ein riesiger Unterschied zum „normalen“ Tullamore Dew.
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Clontarf ReserveElegante Frucht (Aprikose, Stachelbeere), delikate Süsse auf der Zunge. Bei den Malt enttäuschend, hier bei den Blends ein toller Whiskey
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Bushmills 1608
12 Years
Kräftige Fruchtaromen (Zitrus), feuriger Nachhall.
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Power’s GoldFruchtbetonter Blend mit angenehmen Toffeenoten. Ein guter Whiskey – vorallem für Einsteiger sehr gut geeignet, damit macht man auch „Whiskey-Unkundige“ zu Freunden.
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Bushmills Black BushReift in Sherryfässern. Frucht-, Malz- und Nussanklänge, sehr nachhaltig
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Midleton Very Rare
– 2004 Selection.
Fruchtig und ölig, aber auch bitter und schwer. Für mich zu teuer und eher enttäuschend.
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Jameson 12 yearAngenehme Süsse mit Gewürznoten. Leicht bitter im Nachhall. Jameson ist einfach gut!
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Jameson 18 yearLeichte Röstaromen, Orangenblüten, sehr mild im Geschmack. Einfach ein fantastischer Blend!
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Clontarf ClassicLeicht spritzig, dezente Fruchtaromen. Kurzer Nachhall.
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KilbegganDeutliche Karamelsüsse. Sehr kurz im Nachhall.
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PaddyFlorale Noten, leichte Frucht, kurzer Nachhall. Tradition in Irland und einfach ein ehrlicher Whiskey. Toll „on the Rocks“ im Sommer.
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Jameson Crested TenGetreidelastiges Aroma, zartbitter im Geschmack. Für mich gibt es Besseres von Jameson.
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Tullamore DewKaum Entfaltung in Aroma, Geschmack und Nachhall. Belanglos. Für mich gehört er in den Irish Coffee!
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Die neue Destillery Teeling Whiskey ist ein Geheimtipp für Kenner wie auch die wiederbelebten Color-Spot Whiskey’s – Red, Yellow und Green Spot.

kürzlich entdeckt (Blended & Malts)
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Teeling Vintage Reserve
21 Jahre (Single Malt)
In der Nase süsslicherer Malz , Apfel und Quitte, leichte Zitrusnoten. Er schmeckt etwas ölig, aber elegant mit Malz und süsslichem Getreide, schöner langer Abgang mit leichtem Holzton. Für meinen Geschmack ist der Abgang etwas zu scharf.

Diese „Vintage-Abfüllungen“ sind für mich allerdings nicht ganz durchschaubar, woher diese kommen. Oft gibt es noch alte Bestände, die beim Re-Start quasi als Startinvestition abgefüllt und verkauft werden. Teeling’s gibt es noch nicht so lange auf dem Markt.
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Teeling Small Batch (Blend) Im Gegensatz zu vielen anderen irischen Whiskeys recht kräftig, würzig und mit schärferem Nachgang. Schmeckt komplex und vollmundig. Geschmacklich ganz anders als die Whiskey aus dem Haus Jameson und Bushmills. Ich mag diesen Whiskey – ein feiner, neuer Geschmack aus Irland.
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Red SpotLange wurde die „Color Spots“ nicht mehr produziert, nach und nach kamen diese wieder auf den Markt. Am Schluss ist jetzt sogar der Red Spot Single Pot Still Irish Whiskey wieder zurück. Ein altes Rezept der Familie Mitchell ist die Basis dieses traditionellen irischen Pot Still Whiskeys, der jetzt in der Midleton Distillery hergestellt wird.

Eine Mischung von süssen Aromen reifer Früchte von den Marsala-Weinfässern. Während die Fruchtaromen andauern, pfefferige Würze, Eiche- und Gerstenoten. Schöner Abgang.
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West Cork Irish Single Malt Whiskey Rum Cask
12 Age
Fruchtige Noten, fast etwas nach Grapefruit und Äpfel. Kandiszucker, Malz. Cremig, am Schluss leicht pfeffrig 
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West Cork Glengarriff Series
Peat Charred Cask
Zart geräucherte Zitrusfrüchte, Nuancen von Kräutern, ein Hauch von Süssigkeit. Starker Abgang.

Dieser Whiskey überrascht, genau darum mag ich heute die Whiskey’s der West Cork Distillers. Hier findet sich traditionelle Kompetenz mit viel Mut zu Experimenten. Beim „Peat Oak Charred Cask“ werden die Fässer mit Torf, beim „Bog Oak Charred Cask“ mit Mooreichenholz ausgebrannt. Diese mehrere hundert Jahre alten Eichen wurden im Moor unter Abwesenheit von Sauerstoff und in der dortigen sauren Umgebung konserviert.
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In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Disclaimer

Wie alle alkoholischen Getränke soll Whiskey mit Mass und Verstand genossen werden. Das Konsum-verhalten geht denn auch ganz in diese Richtung: Es wird weniger Whiskey als früher getrunken und mehr Wert gelegt auf Qualität und Erlebniswelt der Marken.

  • Alkohol erfordert einen verantwortungsvollen Umgang! 
  • Hoher Alkoholkonsum kann Deine Gesundheit gefährden!
  • Alkohol kann abhängig machen!
  • Bitte nimm nicht am Strassenverkehr teil, wenn Du etwas getrunken haben!
  • Beachte bitte die Vorschriften!

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung der von mir vorgestellter Produkte ist von mir selber so entschieden und auch von mir bezahlt.  

Urheber Smile: kanate / 123RF Lizenzfreie Bilder

historisches Fährschiff Konstanz (1928) – erste Binnensee-Automobilfähre Europas

Bodensee

In den Wintermonaten hat der Hafen in Meersburg einen besonderen Gast. Es ist die historische Fähre Konstanz. Vor der grossen, frühlingshaften sonnenbeschienen Kulisse der Stadt, liegt sie fast etwas unscheinbar hier „vor Anker“.

Im Sommer liegt das Schiff dann wieder im Hafen von Konstanz. Allerdings ist der Wasserstand an ihrem Stammplatz im Winter zu gering, daher wird der Oldtimer im Herbst nach Meersburg überführt um dort zu „überwintern“.

Vor über 90 Jahren startete die Fähre „Konstanz“ erstmals über den See und verband die Städte Konstanz und Meersburg. Das 1928 in Dienst gestellte Schiff ist die erste Binnensee-Automobilfähre Europas. In Verbindung mit der eigens für sie entwickelten Landungsbrücke gilt das Fährschiff als Vorbild und Muster für alle folgenden europäischen Autofähren. Bis 1963 bediente sie die Strecke von Konstanz nach Meersburg. Das Schiff konnte bis zu 15 Autos sowie 200 Personen befördern. Diese Kapazität galt anfänglich als überdimensioniert, aber entgegen allen Befürchtungen wurden bereits in der ersten Woche 437 Autos und über 3000 Personen befördert.

Nach 35 Dienstjahren wurde dieses Fährschiff verkauft und noch viele Jahre als Arbeitsschiff für den Ramm- und Baggerbetrieb genutzt. Zum Glück wurde das Schiff in 1990er Jahre von einem historischen Verein übernommen, mit dem Ziel dieses Schiff zu erhalten. Rund 16 Jahre wurde daran restauriert. So war das Schiff im Sommer 2010 wieder fahrbereit und konnte an ihren inzwischen ebenfalls restaurierten Anleger in Konstanz-Staad verlegt werden.

Bild Wikipedia: Von Gero von Enz – selbst fotografiertes Detail der frei zugänglichen Infotafel an der Neuen Rheinbrücke Konstanz, CC-by-sa 2.0/de,

Heute ist das Schiff wieder voll funktionstüchtig und kann für Ausfahrten gebucht werden. Das Schiff liegt in den Sommermonaten nicht an seinem Anleger in Konstanz-Staad, sondern im Hafen Konstanz direkt unter der Statue der Imperia. Der Verein „historische Fähre Konstanz“ bietet Ausfahrten an, mehr darüber unter folgendem Link: Ausfahrten mit der historischen Fähre

Nordlicht Vorhersage – gibt es eine Prognose für Polarlichter?

Nordlicht

Das Nordlicht vorherzusagen ist heute tatsächlich möglich. Wie für das Wetter auf der Erde gibt es auch App’s und Webseiten die Prognosen für das Wetter im Weltraum stellen. Denn um Nordlichter zu sehen muss nicht nur das Wetter auf unserer Erde mitspielen, sondern das “Wetter im Weltraum” hat ebenfalls einen direkten Einfluss, ob es überhaupt zu einer Lichterscheinung kommt. 

Verantwortlich für das Leuchtspektakel sind die extrem schnellen Partikel des Sonnenwindes, vor allem Elektronen und Protonen. Die prasseln mit bis zu drei Millionen Kilometern pro Stunde auf die hohen Schichten der Erd-Atmosphäre. Dabei folgen die Teilchen den Linien des Erdmagnetfeldes und crashen irgendwann mit den Sauerstoff-Ionen. Dies lässt den Himmel grün strahlen, wenn er in etwa hundert Kilometern Höhe stattfindet. Zusammenstösse in grösseren Höhen hinterlassen rote Lichteffekte.

Als Polarlicht-Fan wüsste man natürlich gerne den Zeitpunkt, wann genau die Nordlichter erscheinen und fast noch wichtiger, mit welcher Intensität diese dann glühen.

Für eine Vorhersage wichtig ist die Sonnenaktivität, die mehreren langfristigen Zyklen folgt. Die Sonne schleudert Partikel in Richtung Erde. Dieser Partikelexpress legt den Weg für die 150 Millionen Kilometer von der Sonne bis zur Erde in zwei bis vier Tage zurück. So lang ist die “maximale Vorwarnzeit”. Und darauf bauen die Wissenschaftler eine Prognose auf, die wir dann auf verschiedenen Websites und Apps abrufen können. 
Natürlich arbeitet die Wissenschaft wie beim Wetter auch hier daran, damit die Prognosen immer genauer werden. Inzwischen wird sogar eine 27-Tage-Prognose erstellt, die auf der Sonnenbeobachtung und Algorithmen basiert.

Der Abruf von Vorhersagen für das Nordlicht ist durch die ständige Verfügbarkeit des Internets heute kaum mehr ein Problem. Die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Nordlicht-Ereignis lässt sich so überall jederzeit abrufen.

Nachfolgend einige Beispiele für Vorhersagemöglichkeiten. In Island und Norwegen/Schweden habe ich mit folgenden “Aurora Forecast” gute Erfahrung gemacht, diese sind über den Webbrowser vom Smartphone gut lesbar: 
Aurora forecasts – Icelandic Meteorological Office – Vedur.is: https://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora/

Norwegian Centre for Space Weather(NOSWE)
https://site.uit.no/spaceweather/data-and-products/aurora/

Auch auf Twitter gibt es zahlreiche Alert-Service, mit denen eine gute Planung möglich ist. Beispielsweise sind das AuroraWatch Shetland und AuroraWatch UK (@aurorawatchuk @AWUK_Shetland) – aber auch in anderen Ländern sind solche Twitter-Dienste zu finden.

Die 27-Tage-Prognose von NOAA (NATIONAL OCEANIC AND ATMOSPHERIC ADMINISTRATION) findest Du hier: https://www.swpc.noaa.gov/products/27-day-outlook-107-cm-radio-flux-and-geomagnetic-indices

Natürlich gibt es sehr viele spannende Apps zu diesem Thema, allerdings bin ich persönlich mit diesen weniger klar gekommen, als mit den Websites des isländischen Wetterdienst oder jener der UIT (Arctic University of Norway).
Hier zwei Apps als Beispiel: 
Aurora Forecast (IOS): https://apps.apple.com/ch/app/aurora-forecast/id539875792
Nordlichtmelder (Android): https://play.google.com/store/apps/details?id=com.beebeetle.auroranotifier&hl=de_CH

Das Nordlicht vorherzusagen bleibt ein heikles Geschäft, da verschiedene Faktoren zusammenfliessen, die schon alleine für die Entstehung des Nordlicht verantwortlich sind. Auch habe ich erlebt, dass die Vorhersagen auf den Websites vielversprechend waren. Trotz klarer Nacht erschien dann aber kein Nordlicht – oder eben auch umgekehrt. Aber die Vorhersagen sind trotzdem ein guter Helfer um sich auf die nächsten Nächte vorzubereiten. Die langfristige Prognose kann sogar helfen den Reisezeitpunkt mit den Wetterprognosen abzustimmen um so die Chance, ein (starkes) Nordlicht in der Arktis zu sehen, zu verbessern.

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Fotos by Michael’s Beers&Beans, Nordlichter über dem Eyjafjörður, Iceland Herbst 2019

Flaschenpost vom Seerhein (Feb 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Von November bis Februar sind bei uns die düstersten Monate des Jahres. Wenn es dann draussen noch regnerisch, kälter und dunkler wird, dann rutsche ich in den Winterblues hinein. Dieses Jahr allerdings scheine ich es einmal ohne geschafft zu haben, fast etwas beschwingt bin ich durch diese Zeit gekommen.

Der simple Grund – Tageslicht! Dieser milde Winter war irgendwie gar nicht so schlimm, ich konnte oft raus, habe in der Freizeit viel das Haus verlassen. Für einmal war mit Winterblues eher viel blauer Himmel gemeint.

Es gab auch die andere Seite des Winterwetters – im Februar haben uns die Stürme Petra, Sabine, Tomris, Bianca & Co. zwischendurch richtig durchgeschüttelt. Insbesondere der Orkan Sabine war heftig, trotzdem gab es glücklicherweise in der Region wenig Schäden. Zum Schluss verabschiedete sich der Februar dann noch mit ein paar Schneeflocken, die sogar den See erreichten.

Sturm Sabine rollt über den See

Dieser Wintermonat war schon eher wie ein wechselhafter April. In der Flaschenpost stecken daher ein paar „aprilmässige“ Bilder aus meinem fotografischen Rückblick auf diesen Monat.

Kommt alle gut durch die bevorstehenden „Corona-Virus-Wochen“ und bleibt vor allem gesund!

Liebe Grüsse

Michael

Möwe

Diese Möwe sucht im Brachwasser nach Futter – es ist windstill und die tiefe Sonne lässt diese Möwe farbenfroh auf der Wasseroberfläche spiegeln.

Winterlandschaft 1

So zeigte sich die Landschaften in diesem Februar oft – von Schnee und Eis war nicht viel zu spüren.

Schneeglöckchen im Riet

An einem günstigen, sonnigen Standort können Schneeglöcken doch schon Ende Januar blühen. Aber dass ich anfang Februar schon so viele blühende Schneeglöckchen im Riet gesehen habe, ist dann wohl doch der ungewöhnlichen warmen Witterung zuzuschreiben.

Winterlandschaft 2

Etwas Eis habe ich am Ufer des Untersee gefunden – allerdings in Form eines künstlichen Eisfeldes. Trotzdem, wo gibt es ein Eisfeld mit solch einer Aussicht auf den See?

Majestetischer Blick

Hoch über dem Bodensee erhebt sich die „Meersburg“. Die Burg Meersburg (alte Burg oder altes Schloss) gilt durch die Erbauung der ersten Burg an dieser Stelle im 7. Jahrhundert als älteste bewohnte Burg Deutschlands.

Eichhörnchen

Wenn es richtig kalt ist, dann trauen sich auch die Eichhörnchen nicht nach draussen. Sie machen zwar keinen Winterschlaf, halten aber doch eine Winterruhe. Momentan scheinen sie aber rege bei uns im Dorf unterwegs zu sein. Das warme Februar-Wetter ist für die Eichhörnchen kein Problem, weil sie genug zu Fressen finden.

Schlittelbahn

Hier würden die Kinder im Februar gerne schlitteln – aber dafür bräuchte es Schnee.

Winterliches Licht über der Marina

Schon am frühen Nachmittag tauchte das Winterlicht diese winterleere Marina am Seerhein in eine spezielle Atmosphäre.

Winterschnitt

Kein Schnee – arbeitsloser Pistenbully? Natürlich nicht, mit diesem Gerät wird im Riet am Seerhein gearbeitet und die Streuwiesen und der Schilf geschnitten.

Pegelstand Seerhein: leicht über dem Durchschnitt

Interessanterweise hat sich der Wasserstand in den Wintermonaten stabil gehalten und er liegt derzeit auf einem für die Jahreszeit relativ hohen Niveau. Die Neuschneesummen in den Alpen über 1500 müM belaufen sich bisher unter der langjährigen Norm. Zudem liegt auf 2000müM derzeit eher wenig Schnee (zwischen 40 – 100cm, Stand Ende Februar) . Dies hat womöglich dann eine Auswirkung auf die weitere Entwicklung der Pegelstände hier am See.

Bild: Sanierung der „Stedi“ in Ermatingen/Untersee an der Mündung des Seerheins. Die „Stedi“ ist seit 1912 Schifflände, Hafen und Festplatz zugleich.

Stand am 01.03.2020 Konstanz/Rhein: 321cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württember
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Noch mehr vom See&Rhein

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Folgende Posts sind im Januar/Februar 2020 aus der Bodensee-Region entstanden:

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Und zum Schluss noch dies …

Hamsterkäufte – ich hab’s auch nicht geglaubt, bis ich es in unserem kleinen Supermarkt um die Ecke selber gesehen habe. Wollte eigentlich am Samstag nachmittag nur noch schnell was einkaufen …

 

Nordlicht-Fotografie mit MFT Micro Four Third (Panasonic Lumix DC-GX9)

Nordlicht, Photography

Für die Nordlicht-Jagd vom letzten Herbst habe ich meine Lumix DC-GX9 in den Fotorucksack gepackt, zusammen mit dem Leica 8-18mm/F2,8-4,0 sowie einem Standard- und Teleobjektiv. Ohne Spiegelreflex auf Polarlicht-Jagd?

Natürlich war ich etwas unsicher, ob sich die MFT-Kamera mit etwas kleinerem Sensor für diese Aufgaben überhaupt behaupten kann. Das Fazit nach dieser Reise ist positiv: Die Panasonic Lumix DC-GX 9 eignet sich sehr gut für die Nordlicht-Fotografie! Zur vorher verwendeten Spiegelreflex (APS-Sensor) konnte ich in der Qualität keinen Unterschied feststellen.  Mit leichtem Gepäck machen Foto-Reisen einfach noch mehr Spass! Meine ganze Ausrüstung inkl. Zweitkamera passte in meinen kleinen Fotorucksack. Und ich konnte jede Fotosituation – inkl. der Nordlichtfotografie – perfekt meistern.

Im wesentlichen hat sich zu meinem Ratgeber “Nordlichtfotografie” nichts geändert, die Tipps sind dort immer noch aktuell. Ob mit Spiegelreflex oder mit MFT. Denn für eine erfolgreiche Nordlicht-Fotografie braucht es eine Kamera, welche manuell bedient werden kann. Ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv und um Verwacklungen bei den Nachtaufnahmen zu verhindern, ein richtig stabiles Stativ. Stabil deswegen, da im Norden doch oft ein kräftiger Wind weht. 

Ist die Kamera auf dem Stativ montiert, reduziere ich die Display-Helligkeit etwas (damit die Augen nicht geblendet werden) und drehe alles auf “manuell”. Zudem schalte ich die Bildstabilisierung am Objektiv aus. Die Bildqualiät ändere ich von JEPG auf RAW mit automatischem Weissabgleich, damit kann ich später in Lightroom etwas feiner weiter arbeiten. 

Nun kann es los gehen. Jetzt ist manuelles Fokussieren angesagt. Dazu stelle ich bei der Lumix GX9 die Entfernungsskala auf “unendlich”, auf dem Display muss einfach der Zeiger unter dem “Landschaftsymbol” stehen. Wenn etwas Zeit vorhanden ist, dann suche ich mit der digitalen Sucherlupe einen hellen Stern, damit kann ich den richtigen Schärfepunkt gut einstellen.

Für die Belichtung stelle ich das Drehrad auf “M” und die grösstmögliche Blende ein. Bei meiner GX9 mit dem Leica-Objektiv ist dies eine Offenblende von F2.8. 

Jetzt muss nur noch das Nordlicht kommen. Wenn es kommt heisst es etwas tüfteln. Ein Ziel muss sein das Bildrauschen gering zu halten. Daher wähle ich eine möglichst niedrige Empfindlichkeit. Je nach Intensität der Nordlichter benutze ich ISO 400 bis maximal ISO 1600. Bei den Belichtungszeiten gilt es ebenfalls ein wenig zu experimentieren. Eine zu lange Belichtungszeit ist oftmals ungünstig, weil die Nordlichter dann zu einer grossen “grünen Matschsuppe” verkommen. Daher starte ich inzwischen immer mit einer Belichtung von 15 Sekunden. Dann reduziere ich die Belichtungszeit und taste mich so langsam an die individuelle Situation  an. 

Früher habe ich gerne mit einem Fernauslöser gearbeitet um nicht durch das Drücken des Auslösetaster alles zu verwackeln. Hier bin ich etwas faul geworden und nutze den 2-Sekunden Selbstauslöser.

Ausprobiert habe ich zudem die Fernauslösung mittels Smartphone über die “Panasonic Image App”. Alle “Profi-Polarlicht-Jäger” jetzt bitte nicht mehr weiterlesen, weil jetzt wird es ganz bequem. Kamera mit Stativ draussen im Garten aufgestellt und die Kamera gemütlich aus dem Wohnzimmer auslösen. Sogar die meisten Kamera- und Belichtungseinstellungen können direkt in der App angepasst werden. Klingt jetzt total faul, kann im Winter bei Eiseskälte durchaus ein Segen sein, so ist der Rückzug ins Auto möglich. 

Fazit: Gut gemeistert, aber …

Die kleine Panasonic Lumix GX9 hat sich sehr gut geschlagen und sogar der eisigen Kälte getrotzt. Die anspruchsvolle Ausstattung – 20 MP-Sensor, flexibler Sucher, 5-Achsen-Dual-Bildstabilisator, 4K Foto/ Video, DFD-Autofokus und neigbarer Touch-Screen-Monitor – machen die GX9 mit ihrer dennoch kompakten Bauweise zu einem Top-Werkzeug.  Und damit ist sie für die Nordlicht-Fotografie perfekt ausgerüstet.

Trotzdem ist die Lumix GX9 nicht die optimale Kamera für den harten Einsatz im Outdoor-Bereich. Grösstes Manko für die Outdoor-Fotografie ist der fehlende Staub und Spritzwasserschutz sowie ein Magnesiumgehäuse. Gerade bei Ausflügen an regnerischen Tagen musste ich schon etwas “schonender” mit der Kamera umgehen. Zudem hatte ich ein paar mal das Gefühl ich bringe die Kamera an ihre Grenzen, wenn beispielsweise der Wind dann doch sehr eisig war.

Aus diesem Grund werde ich mir für die Outdoor-Fotografie eine robuste Lumix G91 (oder allenfalls die G9) anschaffen. Die Lumix GX9 wird für Städtereisen und Street-Fotografie aber weiterhin meine erste Wahl sein.

Abgesehen davon hat die kleine GX9 einen richtig guten Nordlicht-Job gemacht!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung von Panasonic Kameras ist von mir selber so entschieden. Spiegelloses Systemskameras werden u.a. auch von Leica (M, T, SL), Olympus (MFT), Sony (α E-Mount – in zwei Varianten: Vollformat oder APS-C-Format), Pentax (K, Q) und Sigma hergestellt. Der Markt der spiegellosen Systemskameras ist inzwischen sehr in Bewegung, da auch Nikon mit der Z-Serie und Canon mit der EOS R in dieses Segment vorgestossen sind. 

Die Torfkirche von Saurbæjar

Iceland, Kirchen von Island

In Island gibt es heute nur noch sechs Torfkirchen. Früher wurden in Island fast alle Kirchen in diesem Baustil erbaut. Die Saurbæjarkirkja gehört daher zu diesen heute seltenen Gotteshäuser und liegt im Eyjafjörður-Tal, rund 30 km südlich von Akureyri.

Die Torf-Kirche wurde im Jahre 1858 erbaut. Die Kirche ist eine Holzrahmenkonstruktion. Zum Schutz gegen das Wetter wurde diese Konstruktion aussen mit Torf-Stücken und einer Steinmauer isoliert. Typisch ist auch das Grasdach. Die Abdichtung mit Torf lässt solche Kirchen eher wie ein Grashügel aussehen, als wie ein Gebäude. Dadurch auch die Bezeichnung Torf-Kirche. Diese Bauart benutzten die Isländer früher auch für ihre Bauernhäuser. Diese Art von Kirchen hatte keinen Turm, die Glocken waren in der Regel oben am vorderen Giebel aufgehängt.

Die Saurbæjarkirkja Kirche gehört heute dem isländischen National Museum. Da diese Kirche etwas abseits liegt, wird diese kaum von Touristen besucht.

Refresh / Receycled 2019

Weitere Posts „Kirchen in Island“ findest Du hier.

Torfkirche von Saurbæjar

Album Iceland 2015-1 (214)
Album Iceland 2015-1 (213)
Album Iceland 2015-1 (215)
Album Iceland 2015-1 (218)
Album Iceland 2015-1 (219)
Album Iceland 2015-1 (223)
Album Iceland 2015-1 (209)

Bilder Oktober 2015 / Oktober 2019

Winterwanderung zur Mettnauspitze

Bodensee, Wanderungen Bodensee

Nur im Winterhalbjahr ist der Weg durch den beeindruckenden Schilfwald bis zur Mettnauspitze geöffnet. Von dieser kleinen, wunderschönen Winterwanderung ein paar Bilder und eine kleine Beschreibung der Route.

Die Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Untersee liegt zwischen dem Markelfinger Winkel und dem Zeller See. Sie ist etwa 3,5 Kilometer lang und bis zu 800 Meter breit. Ein grosser Teil der Halbinsel steht bereits seit 1926 unter Naturschutz.

Meine kleine Wanderung startete am Bahnhof Radolfzell und ich folgte dem Seeweg ostwärts. Der Weg führte mich immer am Seeufer entlang und durch den idyllischen Stadtpark. Etwas überrascht bin ich am Ende dieses Parks auf viele Gebäude gestossen – es sind die Häuser der bekannten Mettnau-Klinik. „Heilung durch Bewegung“ statt Medikamente und Chemie scheint den Erfolg dieses Therapiezentrums seit jeher auszuzeichnen.

Mit dieser Erkenntnis bewegte ich mich weiter bis auf den Mettnauturm, der mich mit einer wunderschönen Aussicht belohnte. Bis hierher ist der Weg ganzjährig zugänglich. Der Pfad bis zur Spitze der Halbinsel dagegen ist nur von Ende August bist Mitte April für Spaziergänger geöffnet. Der Zeitraum variiert je nach Brutzeit der Vögel.

Die Mettnauspitze ist ein schöner Platz und ich genoss an diesem sonnigen Wintermorgen den Blick rüber auf die Insel Reichnau.

Der gleiche Weg führte mich wieder zurück. Zum Schluss entschied ich mich noch für einen lohnenden Umweg. Über die Bahnbrücke und dem alten Stadtgraben (ist heute ein lauschiger Park) erreichte ich die schöne Altstadt von Radolfzell. Mit dem Besuch des gotischen Münster rundete ich diese „Winterwanderung“ mit einem schönen Kontrast ab.

Distanz: ca. 6.5km (inkl. Altstadt ca. 8km)
Höhendifferenz: keine (ausser man klettert auf dem Turm …)
Wanderzeit: ca. 1 1/2 Stunden
Achtung: Der Fussweg zur Mettnauspitze ist im Frühling und Sommer gesperrt (Brutzeit)

Die Geschichte des irischen Whiskey

Ireland, Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (2)

Die Iren sind ganz klar der Meinung, den Whiskey erfunden zu haben. Viel spricht eigentlich auch dafür, denn die älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, Bushmills aus dem Jahre 1608, befindet sich in Irland. Auch die Geschichtsbücher berichten davon, dass keltische Mönche die Herstellung von destilliertem Malzbräu über Irland nach Schottland gebracht haben.

In diesem Kapital meiner „Blog-Whiskey-Tour“ nehme ich Euch etwas mit in die irische Vergangenheit.

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Die Geschichte des irischen Whiskey

Dass die Iren den Whiskey erfunden haben sollten, damit sind die Schotten natürlich gar nicht einverstanden. Dagegen halten diese mit einer Urkunde aus 1494, auf der ein Verkauf von Gerste zur Whisky-Produktion verbrieft ist. Schlussendlich scheint aber die „Mönchstheorie“ fundiert zu sein und gibt den Iren recht, den Whiskey erfunden zu haben.

Übrigens wurde noch im 18. Jahrhundert in Schottland hauptsächlich irischen Whiskey getrunken.

Bilder NS (687)

Die Erfindung des heute beliebten „Blended Whiskey“ führt einem ebenfalls nach Irland. Denn dies war anfänglich ein Trick um die „Malzsteuer“ zu umgehen, die vom irischen Staat erhoben wurden. Man verwendeten gerade einmal soviel Gerstenmalz zur Whiskeyproduktion, wie unbedingt nötig war. Als restliche Zutaten verwendeten die Brenner Weizen oder Mais, welche sie aus Amerika importierten und nicht den Steuern unterlagen.

Ein weiterer grosser Meilenstein war, als dieser „Blend“ in Pot Stills (Brennblasen aus Kupfer) gebrannt wurde und diesen Whiskey sehr beliebt machte. Heute gilt dieses Verfahren als sehr aufwändig und ist nur bedingt für die Massenproduktion geeignet. Heute wird in Irland fast nur Pot Still Whiskey hergestellt. Pot Still Whiskey entsteht, indem gemälzte und ungemälzte Gerste in kupfernen Brennblasen gemeinsam destilliert werden und dann gewöhnlich in Eichenfässern reifen.

Die USA und England wurden in der Folge ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu den Hauptabsatzländer.

Dann begann der Niedergang des Irish Whiskeys. In Schottland wurde ab ca. 1840 billige Blends industriel (Coffey still, kontinuierliche Destillation) hergestellt und der Markt damit überschwemmt. Man darf nicht vergessen, dass in dieser Zeit – gerade auch in Irland – Unmengen von Whiskey und Bier getrunken wurde. Es gibt Angaben, dass in dieser Zeit die männliche,  erwachsene Bevölkerung jährlich mehr als 100 Liter Whiskey getrunken haben soll. Ob dies stimmt ist fast zweitrangig – Fakt war, das in dieser sehr harten Zeit eine fast kollektive Trunksucht der Männer bestand.

Kollektive Trunksucht in Irland

Aufgrund der harten Zeit einerseits, und der Trunksucht andererseits verloren viele Familien ihren Broterwerber. Daher setzten sich vor allem die Frauen zusammen mit der Kirche gegen den Whiskeykonsum ein. Auch in USA – dort führte diese Bewegung schlussendlich zur Prohibition von 1919 bis 1933.

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Damit brach der Markt in USA, aber auch in England ein. Die vielen kleinen Privatbrennereien wurden dezimiert. Dazu kam noch, dass 1937 die Republik Irland faktisch aus dem Commonwealth austrat. Dies hatte zur Folge, dass die irischen Brennereien in den wichtigsten Märkten zusätzlich noch sehr hohe Importzölle bezahlen mussten – im Gegensatz zu den schottischen Herstellern.

In den 1950er Jahren stellten dann so berühmte Brennereien wie Tullamore und Kîlbeggan die Produktion endgültig ein.

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1966 schlossen sich eine Handvoll verbliebener Brennereien unter dem gemeinsamen Dach der Irish Distillers Group zusammen und produzierten nur noch an dem einzigen Standort in der Stadt Midleton im Süden Irlands. 1970 schloss sich auch die Brennerei Bushmills aus dem Norden von Irland an und liess den Whiskey ebenfalls in der Midleton Distillery produzieren. Die Talsohle war erreicht.

eine Handvoll verbliebener Brennereien vereinigten sich zur Irish Distillers Group

Auch die grossen Marken wie Powers und Jameson, für die Dublin an der Ostküste so berühmt war, mussten ihre Brennereien schliessen. Viele weitere Marken starben aus und nur wenige konnten nach gleichem Rezept auf den „fremden“ Destillationsgeräten in Midleton weiter produziert werden. Auf diese Weise überlebte wenigstens ein ganz kleiner Teil der ehemaligen Whiskey-Weltmacht.

Irgendwann 1988 kam dann noch der grösste Schlag für Irland als Whiskey-Land. Irish Distillers Ltd. wurde an den französischen Konzern Pernod Ricard verkauft. Keine einzige irische Whiskey Brennerei befand sich mehr in nationaler Hand. Auch die Marken Paddy und Powers, sie stehen für den irischen Whiskey schlechthin, gehörten auf einmal Ausländern! Heute muss man aber – auch in Irland – erkennen, dass genau dies die Rettung für die irische Whiskey Industrie bedeutete. Pernod Ricard investierte, führte ein sehr gutes Marketing ein und baute das Geschäft international deutlich aus. Dank Pernod Ricard steht heute der irische Whiskey weltweit wieder sehr gut da. Im Sog der grossen Marke Jameson konnte sich in Irland inzwischen auch irische Brennereien wieder etablieren. Die erste „echte“ irische Brennerei war Cooley. Cooley produziert heute die Spezialitäten Connemara, Tyrconnell und Locke’s Single Malts. Und Cooley hatte Erfolg – seit 2009 produziert man in der ehemaligen Brennerei mit zwei Pot Stills wieder Malt Whiskey.

Das Revival des irischen Whiskey’s

Heute erfährt der irische Whiskey ein richtiges Revival – so kommen immer mehr „kleine“ Marken auf den Markt. Beispielhaft ist Teeling welcher mit hoher Qualität auf dem Markt ist. Namen wie St. Patrick’s Distillery, The Irishman, The Quiet Man Whiskey, The Wild Geese und Writers Tears sind heute mit eigenen Produkten auf dem Markt. Vor zwei Jahren bin ich in Skibbereen zum ersten Mal einem Whiskey der Brennerei West Cork Distillery begegnet – es war eine Freude diesen zu versuchen!

Teeling Whiskey aus Dublin

Die Familie Teeling brachte vor kurzem den Whiskey nach Dublin zurück. Früher – vor dem Niedergang der irischen Whiskey-Produktion –  war Dublin fast der Mittelpunkt in der Whiskey-Produktion und gelangte zu Weltruhm.

An den Teeling Whiskey habe ich mich erst seit kurzem etwas „rangewagt“ und entwickle mich so langsam zum richtigen Fan für diese Whiskeys.

Der klassische Teeling Irish Whiskey wird im Small Batch Verfahren hergestellt und in Rumfässern nachgereift. Mein Eindruck: Ein komplexes Aroma und ein herrlicher Geschmack sind das Ergebnis der Abfüllung, die ohne Kühlfiltration in die Flasche kommt.

Ein Farbklecks wurde zur Marke

Eine schöne Tradition wurde inzwischen wiederbelebt – die Whiskey’s Red Spot, Yellow Spot und Green Spot. Diese Tradition geht auf das Jahr 1805 zurück, als die Mitchells ihren Wein- und Süsswarenhandel in der Grafton Street in Dublin eröffneten.

1887 erweiterten sie ihren Geschäftszweig und liessen in der benachbarten Jameson Distillery leere Weinfässer mit New Spirit füllen. Der reifte dann in den verzweigten Kellern unter ihrem Gebäude und den Dubliner Strassen zu Whiskey heran. Eine Kennzeichnung durch einen Farbklecks auf den Fässern unterschied sie hinsichtlich der Länge der vorgesehenen Lagerzeit und das wurde zum Markenzeichen der Mitchell-Whiskeys: Blue Spot lagerte 7 Jahre, Green Spot 10 Jahre, Yellow Spot 12 Jahre und Red Spot 15 Jahre.

Wird der Brexit die irische Whiskey-Nation wieder teilen?

Bushmills gilt als älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, welche allerdings in Nord-Irland liegt und somit zu Grossbritannien gehört. Aber der Whiskey ist „irish“. Lange Zeit war Bushmills Whiskey der einzige Whiskey aus Nordirland, doch auch hier sind Unternehmer drauf und dran, den anhaltenden Boom auf dem Spirituosenmarkt auszukosten und neue Marken zu entwickeln.

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Beim bevorstehenden Brexit kommt die Frage nach Zöllen auf. Wird die EU Zölle, und insbesondere auf schottischen Whisky, erheben? Dies würde dann auch die irische Whiskey-Brennerei Bushmills betreffen. Bushmills ist übrigens auch in der Rebuplik sehr beliebt, würde sich dort aber dann wesentlich verteuern. Die Geschichte des irischen Whiskey geht weiter …

Tipp: Whiskey Trail

Gibt es eigentlich einen Whiskey Trail – eine Route durch Irland auf den Spuren des irischen Whiskey? Unter https://whiskeytrail.ie/ findest Du viele Touren und Möglichkeiten den irischen Whiskey vor Ort zu entdecken.

Und im nächsten Post …

Im nächsten Post habe ich ein paar Verkostungs-Notizen und eine Übersicht über die Brands zusammengestellt. Am Schluss dieser Serie dann noch ein umfassender Post über den Herstellungsprozesse des irischen Whiskey.

 Slainte agus Saol Agat!

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Vulkanismus auf Island: Bricht der Berg Þorbjörn aus?

Iceland, Vulkan

Eyjafjallajökull, Grímsvötn, Holuhraun – dies waren einige der isländischen Vulkane die vor gar nicht so langer Zeit aktiv waren. Und nun scheint es wieder stärkere vulkanische Aktivitäten auf Island zu geben. Auf der Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) verzeichnet man seit Dezember 2019 leichte Erdbeben und Nachbeben (Bebenschwärme). Gerade am letzten Wochenende meldete die Behörde weitere Erdbeben in diesem Gebiet. Das stärkste Erdbeben wurde mit 4.4 (Richterskala) in der Nähe des Ortes Grindavik aufgezeichnet.

Daher habe ich mich auf den isländischen Online-Medien und auf der Homepage des örtlichen Wetterdienstes umgeschaut und Euch daraus eine kleine Zusammenfassung über die aktuelle Situation zusammengestellt.

Diese Erdbebenschwärme sind auf eine Landhebung des Berges Þorbjörn zurückzuführen. Der Berg hebt sich seit einigen Wochen immer wieder um einige Zentimeter an. Als Erklärung gehen die Wissenschaftler auf Island von einer Magma-Ansammlung (Magmaintrusion) in drei bis fünf Kilometer Tiefe westlich des Berges Þorbjörn aus.

Die isländische Behörde hat für die Halbinsel Reykjanes die Warnstufe „yellow alert“* herausgegeben und die Bevölkerung von Grindavik über die Evakuierungspläne informiert.

Dies heisst nicht, dass es unmittelbar zu einem Ausbruch kommt. Ein mögliches Szenario ist, dass die Aktivitäten ohne Ausbruch verebben. Selbst wenn es zu einem Ausbruch kommen sollte, gehen die isländischen Spezialisten davon aus, dass dieser nicht explosiv sein wird. Eher wird sich eine Erdspalte öffnen und langsam Lava ausfliessen. Für die Bewohner der Region würde dies bedeuten, dass sie genügend Zeit hätten, sich in Sicherheit zu bringen.

Viele Reisende kennen von Reykjanes meist nur die Schnellstrasse, die vom internationalen Flughafen Keflavík bis nach Reykjavík durch beeindruckende Lavafelder führt. Diese Lavafelder sind durch verschiedene Vulkanausbrüche in den letzten Jahrhunderten entstanden.

Die Halbinsel ist inzwischen wegen der Nähe zur Hauptstadt Reykjavík recht dicht besiedelt. Hier befinden sich die Städte Hafnarfjörður sowie Keflavík mit dem internationalen Leifur-Eiríksson-Flughafen, das bekannte Wellness-Bad „Blaue Lagune“ sowie etliche Dörfer wie der Ort Grindavík.

Diese neusten vulkanischen Aktivitäten werde ich weiter über die isländischen Online-Medien verfolgen und wenn sich was tut darüber eine Zusammenfassung posten.

*Warnstufe Gelb: Der Vulkan zeigt Anzeichen für erhöhte Aktivitäten welche über den bekannten Werten liegen. Die Behörde überwacht diesen Vulkan besonders aufmerksam.

Weitere Berichte zum Thema Vulkanismus auf Island gibt es hier.

Quellen: Icelandic Met Office https://en.vedur.is/, diverse Online-Medien

Bilder: Die Bilder by michael’s beers&beans, es sind Symbolbilder und stammen von einem Hochtemperaturfeld im Norden Islands, welches ähnlich ist zum Hochtemperaturgebiet Krísuvík auf Reykjanes. (Bilder 2015 und 2019)

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Indian Summer am Myvatn-See

Iceland

Die Bäume und Sträucher leuchten in den schönsten Herbstfarben und verbinden sich mit dem schwarzen Lavagestein zu einem einzigartigen Bild. Der Mývatn-See – hier ist die Welt am werden. Vulkane formten das Gesicht dieser Landschaft – und sie tun es immer noch.

Ich bin nicht auf der Durchreise, wie die meisten hier. Sondern ich komme hierher gerne zurück. Zurück an diesen so friedlich scheinenden Mývatn-See. Und trotzdem ist es jedes Mal völlig anders, so als wenn ich diese Landschaft noch nie gesehen habe. Letztes Mal war es ebenfalls Herbst, die Landschaft aber bereits tief verschneit. Jetzt scheint die Sonne, wärmend. Es ist Indian Summer und lässt den See tiefblau und die Landschaft in zauberhaftem Gold erscheinen.

Im Norden von Island liegt der wunderschöne See Mývatn, es ist der viertgrössten See des Landes. Er misst 36,5 km2 und hat etwa 50 Inselchen und Schären. Der flache See ist voller Fische und bietet eine interessante Flora und reiche Vogelwelt.

Der See liegt nur scheinbar so friedlich, denn rundherum ist es explosiv. Seine Umgebung ist voller vulkanischer Aktivitäten – überall sind Höhlen, Krater, heisse Quellen und dampfende Geothermalfelder zu finden.

Nur ein einziges, sehr kleines Örtchen liegt an der Ostseite des Sees. Es heisst Reykjahlíð. Eine Tankstelle mit Mini-Supermarkt, eine Bank, eine Autowerkstatt, eine Schule und ein Gesundheitszentrum. Die Infrastruktur für die Touristen, die den Myvatn in der Regel auf ihrer grossen Island-Umrundung mitnehmen, ist schon bald grösser, wie das Dorf selbst. So gibt es zwei, drei Hotels, Cafés, Restaurants, Gästehäuser, Sommerhütten, Campingplatz und ein Wellness-Bad.

An diesem schönen Tag im Spät-Herbst ist von den Touristen nicht viel zu sehen. Umso mehr spüre ich die Grenze der bewohnbaren Welt. Staune über die atemberaubend schönen, oft surreal anmutenden Urlandschaft. Kraftvolle Bilder die für mich unvergesslich bleiben. Bilder die mich wieder zurückkehren lassen.

Michael’s Beers & Beans Tipps:
Schnee und schwarze Lava findet man in meiner Winter-Wanderung auf den Vulkan Hverfjall
Explosiv ist es auf dem Namafjall – Tanz auf dem Vulkan

(Myvatn = Mückensee)