Niedrigwasser – was tut sich am Bodensee?

Mein Lieblingssee hat gerade etwas Stress!

Wie ihr vielleicht wisst, liebe ich das Leben am Wasser hier am Seerhein. Aber momentan macht uns der Bodensee etwas Sorgen. Mehrere Schweizer Seen haben gerade wenig Wasser, aber am Bodensee ist es besonders krass. Anfang April lag der Wasserstand 45 Zentimeter unter dem Durchschnitt! Niedrigwasser – was tut sich am Bodensee?

Im westlichen Teil, dem Untersee, ist es besonders schlimm. Die Flachwasserzone rund um den Boots-Hafen von Mannenbach ist fast ausgetrocknet. Am Messpunkt Berlingen waren es 394.55 Meter über Meer. Der Tiefstand-Rekord vom 1. April 1972 liegt bei 394.40 Metern. Normalerweise sind es um diese Jahreszeit gut 395 Meter.

Warum haben wir Niedrigwasser?

Geringe Regenfälle und wenig Schmelzwasser aus den Alpen sind die Ursache für den niedrigen Wasserpegel. Das liegt daran, dass auf den Bergen im Einzugsgebiet des Rheins, der in den Bodensee fliesst, weniger Schnee liegt als im langjährigen Mittel.

„Der Bodensee hat kaum noch Wasser“ war Anfang April 2025 im Internet zu lesen. Das ist reichlich übertrieben, auch wenn sich die aktuellen Pegelstände unter dem langjährigen Durchschnitt bewegen. (Bild Seerhein, derzeit ein Abfluss von ca. 160m3/s, um diese Jahreszeit wären es im Durchschnitt ca. 500 – 600m3/s)

Wie geht’s weiter?

Obwohl die Temperaturen über Ostern kühler ausfallen, werden nur geringe Regenmengen erwartet. Bis Ende April könnte es jedoch zu leichtem Niederschlag kommen. Das wenige Schmelzwasser wird voraussichtlich kaum ausreichen, um die Situation zu verbessern. Hoffen wir, dass sich die Trockenheit rund um den Bodensee etwas entschärfen wird.

Müssen wir uns Sorgen machen?

Noch nicht. Fachleute sind der Meinung, dass die Situation im Moment unkritisch ist. Aber wenn es auch ab Mitte April und im Mai zu wenig regnet, könnte es im Sommer Dürren geben, was besonders die Landwirtschaft treffen würde.

Auch wenn wir alle schönes Wetter lieben, Daumen drücken für Regen!

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