Luxemburg – Hei Elei Kuck Elei!

Moien Lëtzebuerg

Eine Reise in ein Land, was für einmal kleiner ist als die Schweiz? Möglich, einfach nach Luxemburg reisen! Das „kleine“ Grossherzogtum hatte es allerdings nicht sonderlich schwer, sofort mein Herz zu erobern und einige Ecken bringen mich zum Schwärmen!

Die Hauptstadt von Luxemburg ist Luxemburg!

Das grösste Highlight von Luxemburg ist Luxemburg! Also die Hauptstadt von Luxemburg ist Luxemburg! Von den Einheimischen einfach d’Stadt genannt. Die „Grossstadt“ ist zerfurcht von tiefen Tälern und unterteilt sich in Ebenen. Oberste Ebene ist der Kirchberg wo sich – fast schon logisch – die Banken und europäische Institutionen befinden. Richtig schön ist es in den „unteren“ Ebenen, wo sich eine kleine, hübsche Altstadt befindet. Oder auch eine imposante Bastion (Kasematten). Von der Oberstadt bis hin zum Hauptbahnhof über die belebten Fussgängerzonen in der Nähe des grossherzoglichen Palastes findet sich ein wahres Paradies für Fashionistas und Shopaholics! Und wer meint die Bahnhofstrasse in Zürich sei teuer, der wird sich in Luxemburg so richtig wundern! Die Hauptstadt ist lebendig, weltoffen, kulturell spannend und überraschend grün. Inspirierend und dass alles auf eindrücklichen historischen Fundamenten.

Schlösser und Burgen

Mehr als 70 Schlösser und Burgen gibt es im kleinen Luxemburg. Für mich eindrücklich war Schloss Vianden. Eine der grössten erhaltenen feudalen Residenzen des Mittelalters. Und für alle Schweizer, denen nach kurzer Zeit eine Bergbahn fehlt, voilà, hier gibt es einen Sessellift der einem über das Tal der Our mit Blick auf das Schloss führt. Die Aussicht auf 440m geniessen und dann zu Fuss wieder runter.

Mosel

Fast 40 Kilometer lang ist die Mosel die Grenze zwischen dem Grossherzogtum und Deutschland. Am luxemburgischen Westufer liegen hervorragende Weingüter – begeistert hat mich der Crémant! Und in Schengen gibt es ein Museum das die Geschichte des berühmten Abkommen erzählt.

Ardennen

Genussvoll war ich mit meinem Sportwagen unterwegs und habe die luxemburgische Ardennen im Norden unter die Räder genommen. Kleine Strassen, Kurven und Serpentinen! Oft wenig Verkehr. Ein Highlight ist die Region um den Naturpark Öewersauer oder das Städtchen Esch-sur-Sûre.

Luxemburgische Schweiz

Dagegen mit den Wanderschuhen unterwegs war ich im Müllerthal, welches hier Luxemburgische Schweiz genannt wird. Eine schöne Wanderung führte mich an den Schéissendëmpel (Schiessentümpel), einem kleinen aber wirklich romantischer Wasserfall.

Echternach ist bekannt für eine seltsame Springprozession, die immer am Dienstag nach Pfingsten stattfindet. Bei der Springprozession bringen die Gläubigen ihre Freude zum Ausdruck, dass sie ihren ganzen Körper in das Gebet einbeziehen: begleitet von einer unaufhörlich wiederholten Polkamelodie springen sie den kirchlichen Fürsten hinterher.

Aber auch im Rest des Jahres ist Echernach ein hübsches Städchen und ideal als Ausgangsort für Ausflüge ins Müllerthal.

Landesküche

Der Luxemburgischen Küche bin ich in den Krimi’s rund um den Koch Xavier Kieffer erstmals begegnet (kulinarische Krimi, Tom Hillenbrand). Und tatsächlich die traditionelle Landesküche ist deftig, aber oft nach meinem Geschmack. Bekannt istLuxemburg aber eher wegen seiner elitären Gastro-Szene – kein Land in Europa hat eine höhere Dichte an Gourmet-Restaurants!

Luxemlburgerli

Jeds Kind kennt in Zürich die Luxemburgerli. Ein luftiges Makrönchen, gefüllt mir einer leichten Crème kommen exklusiv aus einer der berühmtesten Confiserien der Schweiz. Aber warum heissen die farbigen Dinger Luxemburgerli? Es war ein Konditor aus Luxemburg der 1957 dieses Rezept nach Zürich brachte. Daher geht auch die Bezeichnung Luxemburgerli auf den Spitznahmen des Konditors zurück, der von seinen Kollegen wegen seiner Herkunft Luxembugerli genannt wurde. Der originale Name dieses Gebäck heisst «Baiser de Mousse» (Schaumküsse). Der Kundschaft in Zürich war dieser Name etwas peinlich, daher setzte sich der Name Luxemburgerli sehr schnell durch. Übrigens die Konditorei aus welcher der Luxemburger Bäcker stammte, gibt es heute noch. Nur dort gibt es keine Luxemburgerli. Da muss man schon zur Filiale der weltberühmten Pariser Konditorei Ladurée in der 7 Rue des Capucins – die nennen ihre Luxemburgerli ganz einfach Macarons!

In Luxemburg habe ich noch dies und das aufgeschnappt:

  • An normalen Arbeitstagen kommt die Hälfte der Menschen in der Hauptstadt nicht aus Luxemburg
  • An der Luxemburgischen Mosel wird Auxerrrois angebaut, ein feiner säurearme, gelbgrüne Weisswein mit dezentem Bouquet.
  • Hat Luxemburg einen König? Nicht ganz, aber fast. Oberhaupt von Luxemburg ist Grossherzog Henri und seine Frau Grossherzogin Maria Teresa – bei werden mit königlicher Hoheit angesprochen – also eben doch Könige!
  • Die Eisen- und Stahlindustrie machte Esch-sur-Alzette einst gross, heute Kulurmetropole mit innovativen Ideen und dem modernsten Viertel des Landes. Esch ist im Jahr 2022 Kulturhauptstadt Europas.
  • Das Feinkostgeschäft «Kämpf-Kohler» (Stadt Luxemburg, 10 Rue due Curé) ist ein Besuch wert. Denn hier wurde auch die luxemburgische Spezialität Rieslingpaschtéit erfunden. Eine Pastete gefüllt mit marniniertem Kalbs- und Schweinefleisch. Damit beim Backen die Luft aus der Pastete entweichen kann, stechen die Köche ein Loch hinein, durch das später Riesling-Gelée eingefüllt wird.
  • Das Nationalgericht ist Judd mat Gaardebounen – es handelt sich um ein gepökeltes oder geräuchertes Nackenstück des Schweins mit Saubohnen und Kartoffeln. In der Haupstadt wird dies in verschiedenen Brasserien angeboten.
  • Quetschentaart – im Herbst laufen in Luxemburg die Öfen heiss, der Zwetschgenkuchen scheint hier sehr beliebt zu sein.
  • In den Altstadtgassen der Stadt gibt es eine grosse Vielfalt an Perspektiven, Kultur und Kneipen.
  • Stahl und Bergbau ist in Luxemburg immer noch gegenwärtig
  • Schlösser und Burgen an jeder Ecke, die Ruinen der Schlösser von Beaufort (um 1050 erbaut) haben mich beispielsweise fasziniert
  • Müller Trail – drei Rundweg, jeweils 36 km lang, alle wunderschön. Der Einstieg ist an vielen Stellen möglich und zurück geht es mit dem kostenlosen Bus.
  • «Bières luxembourgeoises de tradition» sind Bofferding und Battin
  • Luxembourg House – dort habe ich schöne Souvenirs gefunden (Rue de l’Eau, Stadt Luxemburg)
  • Wasssertürme sind in Luxemburg Kunstwerke. Oder Museen. Oder Beides. Beispielsweise „Ban de Gasperich“ oder der 55 m hohe Aquatower in Berdorf (inkl. Museum und Aussicht).
  • Muss man Luxemburgisch lernen, bevor man das Land besucht. Absolut nicht, doch „Lätzeburgisch“ ist eine zauberhafte Sprache, die etwas an unseren Dialekt erinnert.

Mir wëlle bleiwe wat mir sinn
Nous voulons rester ce que nous sommes
Wir wollen bleiben, was wir sind