Meine See-Momente im April 2022

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Oft verbringe ich meine Wochenende am Seerhein. Unerwartet zwischen Bodensee und Untersee erscheint der Rhein und darf ganz kurz ein Fluss sein. Nachdem er die Stadt Konstanz verlassen hat fliesst er durch eine wunderbare Landschaft. Nicht spektakulär, eher ruhig, eine Landschaft der Kontraste und des Lichts.

Der Seerhein – ein Stück unbekannter Rhein.

Vom Seerhein erreiche ich in kürzester Zeit den Obersee (Bodensee) und die Stadt Konstanz wie auch den Untersee. Eine spannende Region in der es viel zu entdecken gibt. Meine Erlebnisse, neuesten Entdeckungen, Geheimtipps und kleine Seegeschichten möchte ich ab jetzt monatlich noch mehr mit Dir teilen. Gleichzeitig den Horizont auf die ganze Region erweitern.

Um frischen Wind in meinen Monatsrückblick zu bringen, welcher jetzt schon seit Februar 2018 regelmässig erscheint, taufe ich diesen auf „Meine See-Momente“ um. In der Flaschenpost bin ich während der Corona-Zeit etwas zu tiefsinnig geworden und von meiner „Feel-Good-Philosophie“ abgewichen. Es ist Zeit die Flaschenpost über Bord zu werfen.

Meine See-Momente

Hier am See verspüre ich oft eine unbeschwerte Leichtigkeit. Natürlich fällt es mir schwer angesichts der besorgniserregenden Geschehnisse in der Welt diese Leichtigkeit immer zu geniessen. Dennoch helfen solche Tage dabei, den Kopf einmal kurz auszustellen. Und in einigen dieser Momente entsteht das eine oder andere schöne Foto vom westlichen Bodensee.

Im April habe ich mich oft über einen wolkenlosen Himmel gefreut. Der Frühling vertrieb den Winter mit voller Kraft. Dabei sind viele Ideen und schöne Fotos entstanden, die ich in diesem Beitrag mit Dir teilen möchte.

Liebe Grüsse vom Seerhein

Frühjahrs-Spaziergang „Blütenweg Ludwigshafen“

Für mich ist im Frühjahr der „Blütenweg“ von Ludwigshafen nach Sipplingen fast schon ein Muss. Auf dem von Kirsch- und Apfelbäumen gesäumten Wanderweg ist die traumhafte Aussicht auf den Bodensee ein ständiger Begleiter. Romantik pur!

Bärlauch, Bärlauch

In den Wäldern rund um den Bodensee spriesste im April der Bärlauch. Neben dem Maiglöckchen – dem er zum Verwechseln ähnlich sieht – gehört er zu den grünen Frühjahrsboten des Waldes. Dort findet er optimale Bedingungen vor: Im Winter schützt ihn eine dicke Laubschicht, und im Frühjahr sorgen die frischen Blätter der Bäume für ausreichend Schatten. Besonders gerne mag der Bärlauch feuchte, humose Böden, so bedeckt er üppig den Waldboden. Den Bärlauch selbst zu sammeln ist nicht so mein Ding. Da vertraue ich lieber einem Kollegen, der mir jedes Jahr einen Strauss aus seinem Wald mitbringt. Allerdings liebe ich mit frischem Bärlauch zu kochen – damit hält der Frühling auch Einzug in meine Küche. Von einem klassischen Bärlauchpesto, einem Bärlauchpesto mit WalnüssenBärlauch-Pasta bis hin zu einer Bärlauchsuppe habe ich auch schon einiges ausprobiert. Auch ein Bärlauchsalz findet sich in meinem Gewürzkasten.

Zum Thema Bärlauch empfehle ich Dir noch meinen Post Fressen Bären Bärlauch?

Wald-Makkaroni

Ein ganz einfaches Rezept (4 Personen) habe ich Euch hier:

500 g fest kochende Kartoffeln
300 g Teigwaren (z. B. Penne rigate)
2 l Gemüsebouillon, heiss
2 dl Milch oder Halbrahm
150 g Jungspinat
ca. 20 g Bärlauchblätter
Salz, wenig Pfeffer
1 roter Chili
100 g Appenzeller Käse

  • Kartoffeln in ca. 1 – 2 cm grosse Würfel schneiden, mit den Teigwaren in der Bouillon al dente kochen, abtropfen, wieder in die Pfanne geben
  • Milch oder Halbrahm dazugiessen, Spinat und Bärlauch daruntermischen, würzen, Pfanne von der Platte nehmen
  • Chili entkernen, in Ringe schneiden, daruntermischen, Käse darüberreiben
  • Dazu ein gut balancierter Rotwein oder ein gehaltvoller Weisser.

Tipp: Falls Du kein Bärlauch zur Hand hast, mische einfach Schnittlauch mit etwas Knoblauch! Der Appenzeller kann durch einen würzigen Bergkäse ersetzt werden.

Schnee & Regen

Anfangs April hatte der Winter nochmals ein kurzes Comeback und brachte sogar etwas Schnee an den Seerhein. Ende April gab es nochmals Regen – für die Natur ein Segen!

wetterwechsel

In der Nacht hatte es noch geschneit. Am Morgen brachen die Wolken auf, die Sonne zeigte ihre ersten Strahlen und kündigte das Ende des kurzen Winter-Intermezzos an.

Insel Reichenau: Schilfbrand bedroht Vogelwelt

Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht das Schilf brennt. An diese Tatsache haben sich die Inselbewohner der Reichenau längst gewöhnt. Durch die Trockenheit bedingt wütete dieses Jahr allerdings eine regelrechte Serie von Schilfbränden. Leider steckt oft eine Unachtsamkeit oder sogar Brandstiftung, um das Altschilf zu beseitigen, dahinter. Verlierer ist die empfindliche Vogelwelt, welche an den Folgen leidet. Im Schilf nisten bereits Rohrammer, allenfalls bereits andere Vogelarten, welche auf das Altschilf angewiesen sind. (Bild Schilfbrand im April, Reichenauer Damm)

Pier

Der Altnauer Steg ist ein Schiffsanlegesteg mit einer Länge von 270 Metern, was ihn zum längsten Steg am gesamten Bodensee macht. Spannend ist dass an fast gleicher Stelle, etwa 300 Meter vor dem Ufer bereits im 17. oder 18. Jahrhundert eine Winterlandestelle bestanden hat. Für die L-förmige „Stelli“ wurden Fichtenfpähle in den Seegrund gerammt, welche eine Plattform mit Sandstein-Platten gehalten hat.

Rheinfall

Mit herrlich gelegenen Inseln und Halbinseln, naturbelassenen Ufern, versteckten Buchten und skurrilen Vulkanformationen eröffnet sich eine anregende Landschaft am Westlichen Bodensee. Und als grosse Zugabe markiert der imposante Rheinfall den westlichsten Punkt dieser Region.

Pegel Seehrein

Derzeit ist oft zu hören, dass der Wasserstand am Bodensee extrem und aussergewöhnlich tief ist. Dies stimmt so nicht ganz. Wir haben Niedrigwasser , allerdings ist der Pegel mit 300 cm nur leicht unter dem mittleren Wert (1985 – 2010) und sogar gegenüber anfangs März ganz leicht angestiegen.

Mit dem Regen und der einsetzenden Schneeschmelze sollte der Pegel in den nächsten Wochen kontinuierlich ansteigen. (Alle Angaben ohne Gewähr)

Leinen los!

Gekonnt manövrieren die Kapitäne ihre stolze Passagierschiffe durch Rhein und Untersee und haben die Kurse zwischen Schaffhausen und Konstanz/Kreuzlingen wieder aufgenommen. Matrosen werfen dicke Trossen über die Poller, und schon springt einer an Land, um die Schiffstreppe für die Passagiere bereitzumachen. An den Schiffsanlegestellen ist endlich wieder Betrieb!

Infolge des tiefen Wasserstandes auf dem Rhein kommt es zu Einschränkungen im Schiffsverkehr der URh. Ab Freitag, 15. April 2022 und bis auf Weiteres wird die Strecke zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein nicht befahren. Mehr Infos zur schönsten Stromfahrt findest Du hier: URh

„Das Glück ist ein Wie, kein Was; ein Talent, kein Objekt.“

Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, lebte von 1904 bis 1912 am westlichen Bodensee

Spargel aus der Region

Schon Anfang April hat der erste weisse Spargel aus der Region den Weg in meine Küche gefunden. Dazu ein gebratenes Filet vom frisch gefangen Bodensee-Zander. Lecker!

Von mir aufgefischt am Bodensee

  • Grenzüberschreitender Flohmarkt Konstanz (D) / Kreuzlingen (CH) ist leider 2022 wieder abgesagt
  • Im Seemaxx-Center in Radolfzell findet noch die „see(h)arte“ bis 15. Mai 2022 statt
  • Für die Bodenseeregion gibt es einen grossen Gastroführer: Seezunge 2022
  • Im April kehrte wieder Leben ein im localholic in Gottlieben (Seerhein, bei Konstanz). Dann nämlich öffnet die kunterbunte Mischung aus Café, Begegnungsstätte und Workshop nach einer schwierigen Zeit wieder ihre Türen.
  • Im historischen Ermatinger Mesmerhuss ist das Wy & Kafi untergebracht, mit einem wunderschönen Gärtli um einfach ein Glas lokalen Wein zu geniessen.
  • Im Mai finden bereits die ersten beliebten Open Airs rund um den See statt, wie beispielsweise das Openair Bischofszell (Caorline Chevin u.a.) oder auch das Campus-Festival in Konstanz.
  • Für Freunde der klassischen Musik ist das Bodenseefestival 2022 vom 7. Mai bis 6. Juni 2022 ein Highlight

Sunrise-Moments

Der frühmorgendliche Seerhein spiegelt die auflösenden Wolken und verspricht ein schöner Frühlingstag.

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