Herbert Grönemeyer wird 70: „40 Jahre Bochum – in Bochum“
Alles Gute zum 70., Herbert! – Vier Jahrzehnte Soundtrack unserer Liebe
Heute feiert Herbert Grönemeyer seinen 70. Geburtstag – ein wunderbarer Anlass, um auf eine ganz besondere Zeitreise zu gehen. Denn seit fast 40 Jahren ist seine Musik der treue Begleiter für meine Frau und mich; man könnte fast sagen, Herbert hat den Soundtrack zu unserem gemeinsamen Leben geschrieben.
Vom ersten Moment an hat uns seine Musik verbunden und durch alle Höhen und Tiefen begleitet. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen: Grönemeyer singt weiter. Er selbst sagte einmal bei einem Konzert: „Ich werde 96! Und mit 89 spiele ich mein letztes Konzert in der Kurmuschel in St. Peter-Ording.“ Auf dieses Versprechen baue ich. Ich sehe uns schon beide dort in der ersten Reihe sitzen, wenn wir gemeinsam mit ihm noch einmal „Dieser Weg“ anstimmen.
Zu seinem Ehrentag möchte ich diesen Post noch einmal mit euch teilen. Er ist eine Liebeserklärung an seine Musik und gleichzeitig an den gemeinsamen Weg, den meine Frau und ich seit jenem ersten Konzert 1987 gehen.
Hier ist der Original-Beitrag (Juni 2024):
Vor 38 Jahren – am 8. Juli 1987 – in einer Eishalle in der kleinen Stadt Kreuzlingen. Eher zufällig am Konzert des jungen Grönemeyers. Da spielt doch der Typ, der im Film „das Boot“ mitgespielt hat. Grosser Auftritt von Herbert Grönemeyer vor vielleicht (gefühlten) 100 Zuschauern! Oder waren es weniger? Jung war auch ich, frisch verliebt besuchte ich das Konzert zusammen mit meiner Freundin. Aus dieser jungen Liebe ist eine tolle Partnerin und Ehefrau geworden. Wir suchen, finden und gehen seither gemeinsam unseren Weg. Und für beide war dieser 8. Juli 1987 der Beginn unserer gemeinsamen Begeisterung zur Musik von Grönemeyer. Und so rockt Grönemeyer manchmal öfter, manchmal weniger, aber meistens immer durch unser Leben! Seine Texte sind bei uns.
1987 + 4630 = (fast) 40 Jahre rockt dieser Typ durch unser Leben
– Michael’s Beers&Beans
Bochum in Bochum?
Bochum in Bochum? Diese Frage haben wir uns immer wieder einmal gestellt, wie ist wohl ein Konzert von Grönemeyer in seiner Heimatstadt Bochum? Irgendwann müssen wir mal nach Bochum!
Aus dieser Schnapsidee wurde dann plötzlich Realität – meine Frau hatte doch tatsächlich aus der Schweiz heraus über Ticket Corner zwei Tickets ergattert. Für das dritte Zusatzkonzert am 17. Juni 2024 in Bochum! Welches wie die drei anderen Konzerte vorher in wenigen Stunden ausverkauft war!
Das ist los – in Bochum!
Jetzt war er also da, der Mann, der irgendwie schon immer durch unser Leben rockt: dunkel gekleidet, Turnschuhe und wie immer fit wie solche. Auch wenn er etwas dicker geworden ist. Zum Glück hat er seine klobige schwarze Brille zu Hause gelassen. Intellektuell ist er auch ohne, ein Typ der immer denkt. Das klingt aus dem Song „Stück vom Himmel“ und aus den aktuellen Songs. Und natürlich aus den Liedern des Kult-Album „4630 Bochum“, welches er komplett abspielte, alle zehn Titel der Reihe nach. „Da müsst ihr jetzt durch“, rief er den jubelnden Fans zu. Und natürlich sang er „Bochum“ in Bochum für Bochum! Einheimische und der ganze Rest, der von anderswo her kam waren an diesem Abend Bochum. Deutschlands angeblich beliebteste Stadthymne. Sie singen das hier auch ohne ihn, bei jedem Heimspiel des VfL, mindestens. Mit dieser Nummer hat Grönemeyer es geschafft, das Lebensgefühl einer ganzen Region in 3:50 Minuten auszudrücken.

„Mensch“, „Kinder an die Macht“ und „Der Weg“
Mit seinem emotionalen Konzert brachte Herbert Grönemeyer die 25.000 Fans zum Singen, Tanzen und Lachen – es war ein bewegender Abend. Klassiker wie „Mensch“, „Kinder an die Macht“ und „Der Weg“ sorgten für richtig gute Stimmung. Lang anhaltender Applaus und Jubel – immer wieder.
Und er genoss es sichtlich. Er winkte, alle winkten zurück. Er klatschte, alle klatschten mit. Sein berühmter Schulterwalzer tanzte das Publikum einfach mit. Und zwischendurch stand er still da, als könnte er alles gar nicht glauben.
Ein Grönemeyer-Konzert ist eben mehr als nur Musik, es ist ein Erlebnis. Er singt für jeden, hält die Welt an und hat trotzdem immer noch Vertrauen in die Menschheit. Obwohl er schon 68 Jahre alt ist, merkt man ihm das auf der Bühne überhaupt nicht an. Seine positive Energie ist ansteckend. Unzählige Songs hat er gespielt, ein bisschen atemlos, kaum Pausen gemacht und doch nie nachgelassen.
Nach dem Konzert waren wir alle in bester Stimmung. Was hat dieses Konzert so besonders gemacht? „Alles, Alles!“ Aber hey, wir sind ja auch „e birebitzeli“ Grönemeyer-Fans!
Bochum, ich komm aus dir
Bochum, ich häng an dir
Glück auf, BochumDu bist das Himmelbett für Tauben – und ständig auf Koks
hast im Schrebergarten deine Laube
machst mit ’nem Doppelpass jeden Gegner nass
Du und dein VfL
14. August 1984 erschien die LP „4630 Bochum“
Grossartig wurde es, wenn er nun wirklich die alte Platte „4630 Bochum“ auflegte. Das Album ist inzwischen 40 Jahre alt. Am 14. August 1984 ist es erschienen, zu einer Zeit, als die Stadt noch mit einer vierstelligen Postleitzahl auskam. „4630 Bochum“. 1984 war als die Girls wilde Dauerwellen trugen und ihre Silhouetten mit Schulterpolser aufpeppten. Oder sich zu oversizeden Pullover in neonfarbige Leggins zwängten. Aus meinem Sony Walkman schepperte Bon Jovi, Depeche Mode und Madonna über die grossen Kopfhörer auf meine Ohren. Dabei träumte ich von einem Commodore 64, trug ausgelatschte Converse zu meinem Levis und ja ich hatte schon ein Auto. Ein gebrauchter klappriger Renault 9 brachte mich überall hin und wenn ich meine Ray Ban-Sonnenbrille, also ein Imitat davon, aufsetzte fühlte es sich an, als wäre ich gerade als Ghostbuster im Einsatz!
Und dann gab es damals irgendwie noch Grönemeyer, der so richtig schräg in der Landschaft stand, also sang. Die Neue Deutsche Welle war gerade abgeklungen, deutsch zu singen war damals nicht gerade en vogue. Abseits vom Mainstream, mit viel Gefühl, mit Heimatverbundenheit, mal zeitkritisch – das Rezept des Sängers war ziemlich einzigartig. Ebenso wie sein Sound. Modern, mit Synthesizern und dem ganz speziellen Grönemeyer-Gesang: vernuschelt, kantig und gepresst.
Die Lieder auf „4630 Bochum“, damals noch auf Vinyl gepresst, sind Kult: „Männer“, mit dem Grönemeyer, in ein Medley verpackt, an diesem Abend auch den letzten aus den Schalensitzen holt. „Alkohol“, „Flugzeuge im Bauch“ – all diese Stücke, auf die das Publikum bei jedem Konzert sehnlichst wartet und seien die neueren Werke Grönemeyers auch noch so poetisch und künstlerisch gar wertvoller.
Das Musikmagazin „Rolling Stone“ zählte die Platte „4630 Bochum“ zu den „50 Ereignissen, die den Rock’n’Roll veränderten“ und die Stadt Bochum gerade mit – irgendwie.
Nur „Bochum“ erfasst das Deutschsein in seiner ganzen Kartoffeligkeit.
Die Süddeutsche Zeitung (12.4.2016), in seiner Würdigung zum 60. Geburtstag von Herbert Grönemeyer und bezeichnet den Song „Bochum“ als den schönsten deutschen Pop-Song.
Das ist los – heute!
Aber natürlich lebt Grönemeyer im Jetzt, mehr den je! Dies zeigt sich, wenn er neue Stücke von seinem aktuellen Album „Das ist los“ spielt. Zum Beispiel „Deine Hand“, Grönemeyer war schon immer auch ein grosses Stück Gegenwart. Obwohl das Album «Das ist los» nicht sein allerbestes ist, wie ich finde. Für mich schlagert es etwas zu sehr im Gebälk, allerdings textlich ist er wieder einfach so auf dem Punkt!
Info zur Stadt Bochum
Die Stadt Bochum ist mit rund 360’000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Bundeslandes Nordrhein Westfalens. Wie von Herbert Grönemeyer besungen steht Bochum für das wahre Ruhrgebiet. Nach dem Ende des Bergbaus entwickelte sich Bochum zu einem erfolgreichen Technologie- und Dienstleistungsstandort. Der Bergbau ist in der Stadt heute noch gegenwärtig. Daher ist der Besuch des Deutschen Bergbau-Museum eine Reise wert.
„Männer nehmen in den Arm… Männer sind schon als Baby blau“ – welchen Sinn hat das denn? Ich habe Sätze geschrieben, die sind einfach stulle.“
– Herbert Grönemeyer

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In Kreuzlingen im Juli 87 war ich auch dabei – Kinder an die Macht und Tanzen. Super wars 🙂
Danke für Dein Feedback – so schliessen sich die Kreise 😉 LG, Michael
Könnte heulen vor Begeisterung den Herbert ist in unserem Leben ähnlich fest verankert😍
ER ist quasi vor fast 14 Jahren der Auslöser für eine glückliche Beziehung gewesen.
Wir waren seitdem auf zahllosen Konzerten in Bochum, Düsseldorf, auf Rügen und in Oschersleben, x Mal im „Pott“ und sag bis Wien sind wir gereist. Im Wohnmobil laufen häufig seine Titel lautstark und wir singen Textes alle Titel mit🎶🎶.
Wir heulen bei sentimentalen Titeln und hüpfen vor Begeisterung zu „Kopf hoch tanzen“ ach… Du verstehst was ich meine.
❤lichen Dank für diese tolle Zusammenfassung und allzeit „Glück auf“!
Hallo Petra, so schön – ganz herzlichen Dank. Spannend, dass jemand – der für uns völlig fremd ist – mit seiner Musik und Texten uns berührt, unser Leben über so eine lange Zeit färbt. (So wie wir beim bloggen gegenseitig fremd und doch vertrauensvoll sind. Uns inspirieren.) Zum Glück hat Herbert Grönemeyer die Schweiz auf seinen Tourneen immer wieder besucht, so sind bei uns wie bei Euch einige Konzerte zusammengekommen. Unser grösstes Highlight – neben Bochum – war sein Konzert am Montreux Jazz Festival im Jahre 2012 im Auditorium Stravinski. Grönemeyer sprach in perfektem französisch zu einem Publikum, welches ihn nicht kannte. Aber schnell begeistert war. Und Frank Kirchner (Saxophone) ging auf der Bühne, wo vor ihm schon Musik-Grössen wie Ainsi, Nina Simone, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Marvin Gaye, Prince, Leonard Cohen, David Bowie und Stevie Wonder gespielt haben, einfach ab. Man hatte das Gefühl er vereint sich mit der Musik von Grönemeyer und seinem Saxophone. Unbeschreiblich. Also nochmals Danke und auch Euch ein „Glück auf“! Und vielleicht sehen wir uns ja in 2044 in St. Peter Ording zu seinem Jubiläumskonzert „60 Jahre Bochum“ – er hat versprochen, dass er da ist. 😉 Lg, Michael
Tolle Erinnerungen, Gänsehautfeeling pur. Grönemeyer gehört auch zu meinen Lieblingssängern.
LG Andrea
Danke & Lg, Michael