Vulkan in Grindavik (Island): Wie ist derzeit die Situation?
Am 14. September 2024 hatte ich die Gelegenheit, das Gebiet aus der Kursmaschine von Iceland Air zu betrachten und zu filmen. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, diese Landschaft aus der Vogelperspektive zu sehen und die riesigen Ausmasse des Gebiets zu erfassen. Auf dem Film ist die Hafenstadt Grindavik sowie die „Blaue Lagune“ (ca. 1:30) gut zu erkennen. Zudem wird einem die unmittelbare Nähe zum internationalen Flughafen Keflavik (Keflavíkurflugvöllur) bewusst. Und besonders eindrücklich waren die erloschenen Ausbrüche der aktuellen sechsten Serie, die deutlich an den Rauchwolken zu erkennen waren.
Up date 17. Juli 2025
Island brodelt erneut: 12. Vulkanausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel
Auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich der Hauptstadt Reykjavik hat sich diese Woche erneut die Erde geöffnet. Es ist bereits der zwölfte Vulkanausbruch in der Region innerhalb von nur gut vier Jahren.
Am Dienstagmorgen, kurz vor 4 Uhr Ortszeit, meldete das isländische Wetteramt den Beginn der Eruption, nachdem sich diese nur wenige Stunden zuvor durch eine Reihe von Erdbeben angekündigt hatte. In Live-Aufnahmen war zu sehen, wie glutrote Lava aus einem anfänglich Hunderte Meter langen Erdspalt sprudelte. Im Laufe des Tages wuchs diese Eruptionsspalte auf beeindruckende 2,4 Kilometer an, und zusätzlich öffnete sich ein weiterer, rund 500 Meter langer Riss. Riesige Lavafelder bildeten sich rund um die Spalten.
Obwohl Experten den Ausbruchsort als günstig einstufen und bisher keine Gefahr für den nahegelegenen Fischerort Grindavík oder die Infrastruktur besteht, wurde vorsorglich die beliebte Blaue Lagune, ein Thermalbad, das bei Island-Urlaubern sehr gefragt ist, wieder einmal geräumt.
Die Polizei war vor Ort, um neugierige Touristen davon abzuhalten, sich in das Gefahrengebiet zu begeben.
Für alle, die eine Reise nach Island planen oder bereits dort sind, gibt es gute Nachrichten: Auswirkungen auf den Flugverkehr vom nahegelegenen Flughafen Keflavik werden erneut nicht erwartet. Im Gegensatz zum Ausbruch des Vulkangletschers Eyjafjallajökull im Jahr 2010, dessen Aschewolke den internationalen Luftverkehr tagelang lahmlegte, haben die aktuellen Eruptionen auf der Reykjanes-Halbinsel den Flugverkehr bisher nicht beeinträchtigt.
Vulkanausbrüche sind auf der Reykjanes-Halbinsel längst keine Seltenheit mehr. Der aktuelle Ausbruch ist der zwölfte seit Frühjahr 2021 und bereits der neunte seit Ende 2023. Faszinierend ist, dass Experten die nächste Eruption eigentlich erst für den Herbst erwartet hatten.
Up date 22.04.2025
Kurzes Intermezzo – aber Starke Erdbebentätigkeit infolge Gangintrusion
Der letzte Vulkanausbruch war sehr kurzlebig, der sichtbare Teil des Vulkanausbruchs endete schnell wieder. Doch damit war die Aktivität nicht zu Ende gewesen, denn unterirdisch war noch einiges in Bewegung. Nach wie vor werden fast täglich Erdbebenschwärme aus diesem Gebiet gemeldet. Es fliesst eine grosse Menge Magma unterirdisch in Richtung Nordosten und bildet in einer Tiefe von 4 bis 5 Kilometern einen magmatischen Gang, die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser magmatische Gang fast 20 km lang ist. Wahrscheinlich sucht sich das Magma einen Weg entlang bereits existierender Risszonen, wodurch starke Erdbewegungen ausgelöst werden.
Up date 01.04.2025
Neuer Ausbruch – der 11. Ausbruch hat begonnen
Der Vulkan auf der Reykjaneshalbinsel ist heute am 1. April 2025 um 09.45 Uhr ausgebrochen. Die Eruptionsspalte ist ca. 500m lang.
Mittlerweile hat sich die Eruptionsspalte Richtung Süden ausgedehnt, erreicht bereits die Verteidigungsbarrieren rund um Grindavík und durchbricht die Nordseite.
In diesem Video, heute Morgen aufgenommen und auf Visir veröffentlicht, ist der Moment des Ausbruchs zu sehen. (Im Video ganz links). Der Ausbruch begann südöstlich des Berges Þorbjörn und weitet sich derzeit in Richtung Süden (zur Stadt Grindavik) aus.
Up date 04.03.2025
Nächster Ausbruch im April oder Mai 2025?
In Island zeichnet sich ein weiterer Vulkanausbruch im Svartsengi-Gebiet auf der Reykjaneshalbinsel ab. Die Bodenhebung nähert sich den Höchstwerten von August, als eine starke Eruption folgte. Ein neuer Ausbruch könnte in den kommenden Tagen oder Wochen erfolgen, könnte sich aber auch bis April oder Mai hinziehen. Zusätzlich gibt es vermehrt Erdbeben in den angrenzenden Spaltensystemen, was auf grössere Spannungen in der Hebungszone hindeutet.
Seit der letzten Eruption im November haben die Isländer viele weitere Massnahmen zum Schutz der Infrastruktur ergriffen, darunter den Ausbau von Befestigungswällen in Svartsengi und Grindavik. Angesichts der langanhaltenden vulkanischen Aktivität planen die Behörden weitere Schutzmassnahmen und rechnen damit, dass die Erschütterungen Jahrzehnte anhalten könnten.
Up date 16.01.2025
Island bebt: Droht ein Ausbruch am Bárðarbunga und auf der Reykjanes-Halbinsel?
Island steht mal wieder unter Spannung! Eine heftige Erdbebenserie am Bárðarbunga, einem Vulkan unter dem grössten Gletscher Europas, dem Vatnajökull, lässt die Alarmglocken läuten. Experten befürchten einen Ausbruch, der massive Folgen haben könnte.
Ein Experte von der isländischen Wetterbehörde warnt vor einer Magmaansammlung unter dem Vulkan. Ein Ausbruch sei unausweichlich, wann genau, ist aber unklar. Besonders gefährlich: Ein Ausbruch unter dem Gletscher könnte katastrophale Überschwemmungen auslösen.
Erinnerungen an den Eyjafjallajökull werden wach, dessen Aschewolke 2010 den Flugverkehr lahmlegte.
Und als wäre das nicht genug, wird auch auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavík bald wieder Lava erwartet. Man rechnet mit einer Spalteneruption Ende Januar oder Anfang Februar.
Up date 12.12.2024
Vulkanausbruch (wieder) beendet
Der Vulkanausbruch auf der isländischen Reykjaneshalbinsel wurde gestern als beendet erklärt. Die letzte Lava wurde am 8. Dezember gesichtet, und seitdem ist der Krater ruhig. Es war die zweitgrösste Eruption seit Beginn der Reihe im letzten Jahr. Ein bedeutendes Ereignis am 10. November öffnete ein Rift, dessen genaue Ursachen unklar sind.
Die Bodenhebung zeigt, dass der Boden während der Eruption nicht auf das frühere Niveau zurückgefallen ist. Obwohl viel Lava ausbrach, blieb ein Teil des Magmas im Reservoir unter Svartsengi. Seit dem Ende der Eruption hebt sich der Boden wieder, ähnlich wie nach früheren Eruptionen. Es gibt Hinweise auf einen möglichen nächsten Ausbruch in 3-4 Monaten, da im Magmenkörper noch Restschmelze vorhanden ist. Solch ein Ausbruch wäre vermutlich kleiner als die letzten.
Ausserdem gab es in verschiedenen Regionen weiterhin Erdbeben, die mit magmatischer Aktivität in Verbindung stehen könnten, insbesondere bei Katla und Bardarbunga. Dort wurde ein Magma-Aufstieg festgestellt. Experten sind der Meinung, dass die seismische Aktivität beim Bardarbunga in diesem Jahr mindestens genauso hoch ist wie unmittelbar nach der Holuhraun-Eruption im Jahr 2014. Holuhraun ist ein Lavafeld, welches mit dem Vulkan Bardarbunga in Verbindung steht, es liegt im isländischen Hochland nördlich des Vatnajökull.
Up date 04.12.2024
Vulkanausbruch hält an – Deiche schützen Blaue Lagune
Der Vulkanausbruch auf der isländischen Sundhnúkur-Eruptionsspalte hält an, zeigt aber Anzeichen dafür, dass er langsam schwächer wird. Der Lavakegel um den Förderschlot ist zwar weiter gewachsen, die Lavafontäne scheint aber erloschen zu sein und die Lava fliesst nun ruhig aus einer Bresche im Kegel. Die Gasentwicklung ist weiterhin hoch, was zu Gaswarnungen in den umliegenden Regionen geführt hat. An der Blauen Lagune hat man die Deiche verstärkt, um den Lavastrom aufzuhalten. Dies scheint erfolgreich zu sein, die Lagune bleibt aber vorerst geschlossen und die Situation wird täglich neu bewertet. Allenfalls wird diese bereits morgen wieder eröffnet.
Up date 21.11.2024
7. Vulkanausbruch
Am Mittwoch, den 20. November, begann um 23:14 Uhr eine Eruption in der Nähe der Sundhnúksgígaröð-Kraterreihe auf der Reykjanes-Halbinsel, vorgegangen waren seismische Aktivitäten. Die Behörden haben das Koordinationszentrum aktiviert und überwachen die Lage sowie den Lavastrom.
Die Eruption ist deutlich kleiner als die vorherige in der Region. Der Flugverkehr nach und von Keflavík verläuft ohne Einschränkungen. Grindavík und umliegende Einrichtungen wie die Blaue Lagune und das Svartsengi-Kraftwerk wurden evakuiert, und es wurden Strassensperren eingerichtet.
Die Lava strömt nach Westen in Richtung Grindavíkurvegur, jedoch besteht derzeit keine Bedrohung für die Infrastruktur oder den Ort Grindavík selbst. Es wird darauf hingewiesen, dass die Eruption in einer günstigen Lage stattfindet, und bislang keine gravierenden Gefahren für die Anwohner bestehen.
Für Touristen bleibt es sicher, Island zu besuchen.
Quelle: isländische Medien

Up date 22.10.2024
Grindavík öffnet wieder – mit Vorsicht
Ab dem 21. Oktober wird der bedrohte Küstenort Grindavík für die Öffentlichkeit wieder geöffnet, jedoch auf eigene Gefahr – besonders für Kinder ist der Aufenthalt ungeeignet. Die seismische Aktivität in der Region bleibt hoch, weshalb die Polizei und Einsatzkräfte den Ort weiterhin intensiv überwachen, um bei einer möglichen Gefahr schnell reagieren zu können.
In den letzten Monaten wurden Erdspalten kartiert und teilweise verfüllt, während andere durch Zäune gesichert wurden. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, sind umfangreiche Beschilderungen geplant. Die örtliche Behörde hebt hervor, dass diese Öffnung der Gemeinschaft zugutekommt und viele Einwohner, auch wenn nur temporär, in ihren alten Heimatort zurückkehren möchten.
Trotz der Hoffnung auf Normalität ist sich die Gemeinde der bestehenden Risiken bewusst und bereitet sich auf mögliche Evakuierungen vor, falls die Gefahrenstufe erneut ansteigt.
Up date 09.09.2024
6. Vulkanausbruch gilt als beendet
Die Eruption nördlich von Stóra-Skógfell ist beendet, nachdem keine sichtbare Aktivität mehr an den Kratern festgestellt wurde. Die Eruptionsphase dauerte 14 Tage. Eine aktualisierte Gefahreneinschätzung zeigt, dass die Zone 3, wo die eruptiven Spalten entstanden, jetzt mit hoher Gefahrenstufe (rot) bewertet wird, da die Risiken für Schlotöffnungen, Gasverschmutzung und Tephra-Fallout gesenkt wurden. Zone 6 wird als erheblich gefährdet eingestuft, während in Zone 1 (Svartsengi) die Gefahren als gering oder sehr gering eingestuft werden. Allerdings hat die Bodenanhebung im Gebiet von Svartsengi wieder begonnen, was darauf hindeutet, dass sich das Magma im Magmakörper in einer Tiefe von 4-5 km wieder zu sammeln beginnt. (Quelle Icelandic Met Office)

Up date 28.08.2024
Der Vulkanausbruch im Norden der Sundhnúkur-Kraterreihe hat inzwischen an Intensität verloren. Die Anzahl der dauerhaft aktiven Lavafontänen hat sich auf eine reduziert.
Obwohl der Bereich um die Kraterreihe zum Sperrgebiet erklärt worden ist, liest man Berichte, dass Wanderer sich dem Ausbruch wieder nähern konnten. Offenbar sehen die Behörden die Situation derzeit relativ entspannt und lassen die Besucher gewähren. Vermutlich liegt die die Eruption in genügender Entfernung zur kritischen Infrastruktur, auch scheint es derzeit nicht im Interesse der Touristen zu sein bis nach Grindavík vorzudringen.
Up date 23.08.2024
Am 22. August 2024 begann der erwartete Vulkanausbruch bei Svartsengi auf Island. Um 21:25 Uhr öffnete sich eine 3,9 Kilometer lange Eruptionsspalte, die durch eine Dampfwolke und Lavafontänen gekennzeichnet war. Zu Beginn floss die Lava überwiegend in nördlicher Richtung, anscheinend zum Glück ohne Auswirkungen auf den nahegelegene Ort Grindavik. Der Ausbruch folgte nach kurzen starken Erdbeben. Trotz eines starken Initialausbruchs nahm die Intensität der Lavafontänen bereits vier Stunden nach Beginn ab, und der aktive Teil der Spalte reduzierte sich. Der Eruptionsverlauf ähnelt bisherigen kurzlebigen Eruptionen. Zudem gab es einen Rückgang der Bodenhebung und der Erdbebentätigkeit.

Erdbebenaktivität auf Rekjanes und anderen Orten in Island
Up date 12.08.2024
In den letzten 48 Stunden wurden auf Island über 260 Erdbeben registriert, wobei die Aktivität auf Reykjanes besonders hoch war. Hier gab es 165 Beben, viele davon konzentrierten sich auf die Sundhnúkur-Kraterreihe. Die anhaltende Bodenhebung in dieser Region erhöht die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Vulkanausbruchs.
Auch andere Regionen Islands verzeichneten Erdbeben, darunter Snæfellsnes, Hveravellir und die Katla. Bei der Katla wurden nicht nur Beben, sondern auch Schwefelgeruch wahrgenommen. Am Samstag wurde zudem eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit des Wassers im Fluss Skálm festgestellt, was auf erhöhte hydrothermale Aktivität unter dem Mýrdalsjökull hindeutet, die vom Vulkan Katla ausgehen könnte.
Quelle: Icelandic Meteorological Office (Veðurstofa Íslands)
Grindavík: Neuer Ausbruch innerorts?
Up date 18.07.2024
Die Geologen beim isländischen Wetterdienst erwarten in den kommenden drei bis vier Wochen einen neuen Lavaausbruch in Grindavík. Und diesmal mehren sich Hinweise, dass die Magma innerhalb des Küstenortes Grindavík an die Erdoberfläche kommen könnte. Quelle: isländische Zeitung Vísir.
Grindavik – Regierung kauft Häuser
Up date 04.07.2024
Im isländischen Fischerdorf Grindavik, das seit Monaten vom Vulkan bedroht wird, sind die BewohnerInnen in zwei Lager gespalten. Die Regierung hat den Ort zur Sperrzone erklärt und begonnen, den Bewohnerinnen und Bewohnern ihre Häuser abzukaufen. Für die Behörden ist klar: Grindavik ist zu gefährlich zum Leben. Ein Teil der BewohnerInnen hat dieses Angebot bereits angenommen und ist definitiv weggezogen. Andere zögern noch, kämpfen sogar dafür, zurück nach Hause zu können. Doch mit jeder Eruption schwindet die Hoffnung. Die Zukunft des Dorfes ist ungewiss, nur sehr wenige sind entschlossen, Grindavik neu aufzubauen und mit der Gewalt der Natur zu leben.
Quelle: NZZ, internationale Ausgabe vom 4.7.24, Die Hoffnung in Grindavik schwindet by Linda Koponen
Aktuelle Lage im Juli
Up date 01.07.2024
Die Aktivität am Sundhnukur-Krater hat sich beruhigt – die Eruption endete am 23. Juni. Laut Informationen der Veðurstofa Íslands (Isländischer Wetterdienst) wurde zuletzt am 21. Juni glühende Lava im Krater gesichtet, bei einem Überflug mit einer Drohne ein Tag später war die Lava erstarrt und abgekühlt. Es gab auch keine Anzeichen für Rotglut in der Umgebung des Kraters. Daher geht der isländische Wetterdienst davon aus, dass die Eruption nun vorbei ist.
Die aktuellen Daten zur Grösse des Lavafelds bei Sundhnukur zeigen, dass es eine Fläche von 9,3 Quadratkilometern einnimmt und ein Volumen von 45 Millionen Kubikmetern Lava hat. Eine neue Karte auf des isländischen Wetterdienstes zeigt nicht nur die Position des Lavafelds, sondern auch seine Dicke in verschiedenen Farben kodiert. Die grössten Lavaschichten befinden sich im Bereich des Schlackenkegels, der während der längsten Aktivitätsphase entstanden ist und eine Dicke von 32 Metern erreicht.

Aufgrund von Erdbeben und Bodenhebungen im Bereich des Lavafelds in den letzten Tagen gibt es wieder Anzeichen dafür, dass es zu einem erneuten Ausbruch kommen könnte. Es besteht jedoch auch die Hoffnung, dass der unterirdische Magmastrom, der in ein Schmelzdepot in 4-5 Kilometer Tiefe unter Svartsengi fliesst, nur noch eine geringe Menge pro Sekunde transportiert und in den nächsten Wochen endgültig zum Stillstand kommt.
Die Einsatzkräfte vor Ort arbeiten unermüdlich daran, die Auswirkungen der Eruption zu beseitigen. Befestigungsanlagen werden verstärkt und verschüttete Strassen repariert. Schnell werden Pisten über die noch heissen Lavafelder gelegt, auch wenn diese möglicherweise nur von kurzer Dauer sind.
Quellen: Iceland Review, IMO, Vulkane.net. (u.a.)
Aktuelle Lage im Mai / Juni
Up date 30.05.2024
Ausbruch in Sundhnukur: Vulkanausbruch wirft Fragen auf
Am 29. Mai 2024 begann ein neuer Vulkanausbruch auf der Halbinsel Rekjanes (Island), als eine kilometerlange Spalte bei Sundhnukur sich öffnete. Dieser Ausbruch war erwartet worden. Mittlerweile hat der Vulkanausbruch auf Island abgenommen und folgt einem bekannten Muster. Die derzeitige Aktivität konzentriert sich auf ein kurzes Segment der Spalte, aus der Lava fliesst, die sich durch einen Schlot im Kraterkegel ergiesst, der während der vorherigen Eruption entstanden war. Es ist ungewöhnlich, dass solche Schlackenkegel reaktiviert werden, aber die neue Eruption scheint Teile der alten Spalte erneut geöffnet zu haben. Dies wirft unter den Fachexperten Fragen auf.

Derzeit fliesst die Lava durch einen neu gebildeten Kanal entlang des Lavafelds und stoppt vor Grindavik. Die Dämme um das Dorf Grindavik haben bisher gehalten und grössere Schäden verhindert. Allerdings wurden zwei Strassen durch die Lava blockiert, darunter eine wichtige Verbindungsstrasse. Ein Strommast wurde beschädigt, was zu einem Stromausfall in Grindavik führte.
Aufgrund des Vulkanausbruchs am 29. Mai in Sundhnúksgígar wurde als Vorsichtsmassnahme die Blaue Lagune (Mineral & Hot Springs Spa) vorübergehend geschlossen. Am 31. Mai 2024 wird die Situation dort erneut bewertet.
Es ist weiterhin unklar, wie sich die Eruptionen in der Region entwickeln werden. Messungen deuten darauf hin, dass die Bodensenkung gestoppt hat und stabilisiert ist, seit der Ausbruch begonnen hat. Es wird beobachtet, ob der Zustrom aus dem tiefen Reservoir in den flacheren Magmahöhlen unter Svartsengi anhält und ob weitere Eruptionen zu erwarten sind.


Die rote Linie zeigt die aktuelle Spalte, die sich im Lavafeld des vorherigen Ausbruchs geöffnet hat. Oben links, der hellblaue „See“ ist die Blaue Lagune, unten Links sind noch die Dämme vor dem Dorf Grindavik zu erkennen.
Quellen: Iceland Review, IMO, Vulkane.net. (u.a.)
Das Titelbild dieses Blogbeitrags ist ein KI-Bild welche durch Michael’s Beers &Beans (Michael Schneider), auf der Basis eines eigenen Originalbildes (MSC), mittels Standard-Version © Midjourney im Jahre 2024 erstellt wurden. Dieses Bild unterliegt den Nutzungsbedingungen von Midjourney: https://docs.midjourney.com/docs/privacy-policy.
Up date 14.05.2024
Ausbruch für beendet erklärt – nach dem Ausbruch ist vor dem Ausbruch?
Die Eruption im Sundhnúka-Krater hat Anfang Mai allmählich nachgelassen und wurde vom Isländischen Wetterdienst am 8. Mai 2024 offiziell für beendet erklärt. Insgesamt dauerte der Ausbruch 54 Tage.
Allerdings halten Erdbeben und Bodenhebung in der Region weiter an. Täglich wurden teilweise zwischen 50 und 80 Erdbeben registriert, vor allem zwischen Stóra-Skógfell und Hagafell sowie südlich von Þorbjarna.
Es besteht die Möglichkeit eines neuen Vulkanausbruchs oder einer Gangintrusion in den kommenden Tagen. Anzeichen für einen neuen Magmafluss könnten Erdbeben im Magmatunnel, Verformungsbeschleunigung und Druckänderungen sein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass neue Spalten zwischen Stóra-Scógfell und Hagafell entstehen könnten, was einen Lavastrom ähnlich früherer Vulkanausbrüche auf der Rekjanes-Halbinsel bedeuten würde.
Quellen: Iceland Review, IMO, Vulkane.net. (u.a.)
Aktuelle Lage April
Up date 29.04.2024
Vulkanausbruch auf der Reykjaneshalbinsel: Aktivitätszunahme in den nächsten 48 Stunden erwartet
Der Vulkanausbruch in der Sundhnukar-Kraterreihe auf der isländischen Reykjaneshalbinsel hält weiter an. Die Aktivität ist relativ stabil, mit leichten Schwankungen. Geophysiker erwarten jedoch in den nächsten 48 Stunden eine Zunahme der Aktivität.
Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass ein Teil der Lava durch Tunnel fliesst, was zu einer geringeren Wärmeabgabe an der Oberfläche führt. Dadurch kann es passieren, dass die Aktivitäten von Nicht-Experten falsch eingeschätzt werden, obwohl der Vulkan unterirdisch weiterhin sehr aktiv ist. Es gibt weiterhin Bodenhebung und Erdbeben in der Region, was auf eine mögliche Verstärkung des aktuellen Ausbruchs, die Entstehung einer neuen Eruptionsspalte oder einen Magmaeinbruch hindeutet.
Aus der Ferne heraus zusammengefasst, ist wohl damit zu rechnen, dass es in den nächsten 2 Tagen zu einer deutlichen Zunahme der Aktivität kommen wird. Dies könnte bedeuten, dass in den nächsten 2 Wochen möglicherweise etwas Neues entstehen wird. Diese Annahme der Experten basiert auch auf den verlangsamten Bodenhebungen, welche oft ein Anzeichen dafür sind, dass sich die Eruption am aktiven Krater verstärken wird.
Aktuelle Lage März 2024
Up date 25.03.2024
Entsprechend den Vorhersagen isländischer Vulkanologen brach am 16. März 2024 der vierte Vulkanausbruch im Svartsengi-System nahe Grindavik auf der Reykjanes-Halbinsel aus. Dabei entstand eine etwa drei Kilometer lange Eruptionsspalte in der Sundhnúkur-Kraterreihe. Dieses Ereignis führte zur Freisetzung einer bedeutenden Menge an Lava, welche sich in Richtung der Stadt Grindavik bewegte. Dank der errichteten Schutzdämme konnte die Lava jedoch erfolgreich umgeleitet werden, sodass der grösste Teil des südlichen Lavastroms stattdessen in Richtung Meer abfloss. Dort kam der Lavastrom kurz vor Erreichen der Küste zum Stillstand.
Die vulkanische Aktivität hat inzwischen nachgelassen, und der Ausstoss von Lava verringert sich. Wie ein Bericht des isländischen Rundfunks RÚV zeigt, bewegt sich momentan lediglich eine Lavafront an der Südostflanke des Hagafell. Andere Lavabewegungen, die auf die Küstenstrasse und in Richtung Grindavik zusteuerten, haben einen Stillstand erreicht. Aktuelle Live-Übertragungen veranschaulichen, dass die beiden grössten Vulkankegel weiterhin Fontänen ausstossen, während die Aktivität der kleineren Kegel merklich nachgelassen hat. Aus einigen dieser kleineren Kegel ist nur noch ein schwaches Glühen der Lava zu beobachten.
Up date 14.03.2024
Geoforscher warnen vor einem möglichen Vulkanausbruch bei Svartsengi in der nächsten Zeit, da die Erdbebentätigkeit anhaltend erhöht bleibt. An gewissen Tagen wurden über 100 Beben registriert, hauptsächlich im südlichen Abschnitt des magmatischen Gangs. Es wird erwartet, dass sich die Aktivität möglicherweise zum Fagradalsfjall verlagert oder sogar zu Eruptionen an verschiedenen Orten führen könnte.
Experten gehen davon aus, dass ein Vulkanausbruch plötzlich eintreten und nur eine kurze Vorwarnzeit gegeben sein könnte. Die Bevölkerung in der Umgebung wird zur Vorsicht aufgerufen.
Ein Blick auf Grimsvötn, der unter dem Gletscher Vatnajökull liegt und fast 300 Strassenkilometer von Grindavik entfernt ist. Dort werden ebenso erhöhte seismische Aktivitäten gemessen, die Spezialisten gehen davon aus, dass auch hier ein Vulkanausbruch bevorstehen könnte. Explosive Eruptionen von diesem Vulkan verursachten in der Vergangenheit bereits Störungen im Flugverkehr.

Beeinflussen Menschen die Eruptionen auf Reykjanes?
Up date 28.02.2024
Der Betrieb des Geothermalkraftwerks auf der isländischen Reykjaneshalbinsel könnte den Boden durch die Verpressung von Wasser in den Untergrund verhärtet haben und daher einen Einfluss auf Eruptionen haben. Das aufsteigende Magma hat daher möglicherweise einen anderen Weg genommen als gewöhnlich. Es wird diskutiert, dass die Gangbildung vom November möglicherweise auf diese Veränderungen zurückzuführen ist und Schäden in Grindavik verursachte. Diese Diskussion würde ich allerdings von hier aus mit etwas Vorsicht aufnehmen.
Gefahrenkarte
Up date 17.01.2024
Der aktuelle Ausbruch auf der Reykjaneshalbinsel in Island scheint vorüber zu sein, jedoch wird erwartet, dass die Ruhe nicht von langer Dauer sein wird. Während des Ausbruchs sank der Boden in Grindavik um bis zu 140 cm ab und es entstanden neue Spalten oder bereits bestehende wurden grösser. Es gibt klare Anzeichen dafür, dass der Vulkan in Grindavik weiterhin aktiv ist – nach dem Ausbruch ist vor dem Ausbruch!
Eine Karte des Isländischen Meteorologischen Instituts zeigt, dass der noch im Bau befindliche Damm anscheinend funktioniert und den Hauptlavastrom vom Dorf weggeleitet hat. Wenn dieser Lavastrom durch Grindavik geflossen wäre, hätte dies möglicherweise ernsthafte Auswirkungen auf die Siedlung gehabt.

Die aktuelle Gefahrenkarte zeigt, dass Grindavik nun wieder in der höchsten Gefahrenstufe (Zone 4) liegt. Während der Eruption war der Boden in diesem Bereich besonders stark in Bewegung und obwohl gestern Abend die unterirdischen Magmenbewegungen entlang des neu entstandenen magmatischen Gangs überall zum Stillstand kamen, wurden unter Grindavik noch Aktivitäten detektiert.

Erneuter Ausbruch!
Up date 15.01.2024
Erneut ereignet sich ein Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes. Ein Lavastrom, der sich 40 Kilometer von Reykjavik entfernt befindet, setzt Häuser in Grindavik in Brand. Dies geschieht nur vier Wochen nach dem letzten Vulkanausbruch. Luftaufnahmen des isländischen Rundfunks RUV zeigen, wie die Häuser am nordöstlichen Rand des Dorfes in Brand stehen.
Die 4000 Einwohner des Dorfes auf der Halbinsel Reykjanes südwestlich von Reykjavik wurden in der Nacht evakuiert, als eine Serie von Erdbeben den Ausbruch ankündigte. Am Sonntagmorgen begann die erste Eruption nur wenige hundert Meter vom evakuierten Dorf entfernt, aus einem Riss, der auf ca. 800m Länge geschätzt wurde. Innerhalb weniger Stunden bewegte sich ein Lavastrom in Richtung des Dorfes.
Im Laufe des Tages nahm die Bedrohung für das Dorf weiter zu. Am Mittag öffnete sich ein neuer Riss am nördlichen Stadtrand, innerhalb der Barrikade, die zum Schutz von Grindavik errichtet worden war. Die Lava aus diesem Riss erreichte die Siedlung. Ein Experte des Icelandic Met Office bezeichnete dies gegenüber dem isländischen Rundfunk als Worst-Case-Szenario.
Grindavik liegt etwa vierzig Kilometer südwestlich von Reykjavik. Bei dem letzten Ausbruch Mitte Dezember war der Ort bereits betroffen, aber nicht durch Lava, sondern durch eine Reihe von Erdbeben, die den Ausbruch ankündigten. Die Beben verursachten tiefe Risse in den Strassen und andere Schäden.
Der letzte Ausbruch am 18. Dezember begann mit Lava, die aus einer mehrere Kilometer langen Erdspalte austrat. Die Eruption, die vierte innerhalb von drei Jahren auf der Halbinsel, verlor jedoch innerhalb weniger Tage an Intensität. Kurz vor Weihnachten war keine flüssige Lava mehr an der Oberfläche sichtbar. Die Bewohner von Grindavik konnten schließlich die Feiertage in ihren eigenen Häusern verbringen, jedoch mit der ständigen Unsicherheit, dass die Erde erneut unter ihnen beben könnte.
Quellen: Mein Bericht ist eine kurze Zusammenfassung aus Inhalten, welche ich in den isländischen Medien oder einschlägigen Blogs gelesen habe: RUV, Visir, MBL, Vulkane.net, Iceland Review (u.a.), Unversity of Cambridge, Instagram (nordic.iceland), usw.
Nachfolgend ein paar Eindrücke aus den sozialen Medien:



Vulkan in Grindavik (Island): Der Ofen ist aus, fast …
Up date 05.01.2024
Nach einer kurzen, aber intensiven Eruption entlang einer neuen Spalte zwischen den Sundhnúks-Kratern und Stóra-Skógfell auf Reykjanes in Island, ist die vulkanische Aktivität vorerst zum Stillstand gekommen. Die Eruption dauerte etwa 36 Stunden, obwohl Experten zunächst mit einer längeren Dauer gerechnet hatten. Inzwischen bestätigt ist, dass die Eruption durch Druckaufbau im Magmenkörper verursacht wurde. Es gibt verschiedene Szenarien für den weiteren Verlauf, darunter ein mögliches Wiederaufleben der Aktivität, das Öffnen weiterer Spalten entlang des Magmagangs oder das Ende der Eruption. Allgemein wird erwartet, dass es in den kommenden Monaten und Jahren weitere Ausbrüche auf Reykjanes geben wird, da noch reichlich Schmelze im System vorhanden ist und die Bodenhebung noch nicht vollständig abgebaut wurde.
Vulkan in Grindavik ausgebrochen (Island)
Up date 19.12.2023
Auf der Halbinsel Reykjanes hat heute eine Eruption begonnen.
Nach Angaben des isländischen Wetterdienstes hat sich der Spalt nördlich von Grindavík in der Nähe des Berges Hagafell geöffnet.
Nach Angaben des Wetteramtes begann die Eruption um 22.17 Uhr Ortszeit, nachdem um 21.00 Uhr ein Erdbeben der Stärke M4,2 registriert worden war.

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Warten auf den Vulkanausbruch – was vorher geschah
Die Halbinsel Reykjanes auf Island erlebt derzeit eine beispiellose Situation, da ein Vulkanausbruch bevorstehen könnte und die Halbinsel selbst Anzeichen des Auseinanderbrechens zeigt. Dieser Ausbruch hat die potenzielle Gefahr, einen grossen Ort mit Hafen, ein Wellness-Zentrum und ein Wärmekraftwerk zu zerstören – eine Situation, die für das vulkangewohnte Island aussergewöhnlich ist. Alle Menschen in diesem gefährdeten Gebiet wurden evakuiert. Im Moment scheint sich die Lage etwas beruhigt zu haben. Bleiben wir gespannt und hoffen wir auf das Beste für die Bewohner und die gesamte Region.

Ich halte mich regelmässig über die neuesten Entwicklungen in Island auf dem Laufenden, indem ich die isländischen Medien zu diesem Thema verfolge. Sporadisch gebe ich hier eine Zusammenfassung der aktuellen Ereignisse weiter.
Visir (isländische Tageszeitung) hat eine Webcam https://youtu.be/U9QEbirKQx4 aufgeschaltet, welche das Gebiet, wo der Ausbruch erfolgen könnte zeigt. Links ist das Erdwärmekraftwerk zu sehen.
Warten auf den Vulkanausbruch – eine kurze Zusammenfassung der Stand der Dinge
Up date 29.11.2023
Am 11. November wurde der Küstenort Grindavik auf der Halbinsel Reykjanes evakuiert, da sich ein Spalt mitten in der Stadt geöffnet hatte und Strassen, Strom- und Wasserleitungen und Häuser beschädigt wurden.
Vulkanologen warnen seit einigen Wochen vor einem bevorstehenden Ausbruch von Lava nördlich von Grindavik, jedoch ist der genaue Zeitpunkt und Ort noch unbekannt.
Obwohl Isländer an Vulkanausbrüche gewöhnt sind, ist diese Situation für sie aussergewöhnlich. Auf der Reykjanes-Halbinsel, südwestlich von Reykjavik, hat es seit 2021 bereits drei Eruptionen gegeben, aber diesmal sind die Vorzeichen stärker und es wären mehr Menschen und Infrastruktur betroffen.
Die Erde in der Nähe von Grindavik ist seit Wochen aktiv, aber am 10. November nahm die Aktivität drastisch zu, begleitet von Hunderten von Erdbeben entlang einer Linie in Südwest-Nordost-Richtung. Die Bodenbewegungen waren überraschend stark und damit ein Hinweis darauf, dass grosse Mengen Magma in einen unterirdischen Spalt, einen sogenannten Dyke, eingedrungen sind. Dies führte zur Auseinanderziehung der Erdkruste und bildete einen Art von Graben, aus dem möglicherweise Lava austreten könnte.
Blaue Lagune geschlossen
Die Isländischen Vulkanologen erkannten die Anzeichen einer bevorstehenden Eruption und evakuierten Grindavik und umliegende Gebiete, einschliesslich des geothermischen Kraftwerks Svartsengi und der beliebten Touristenattraktion Blaue Lagune. Dämme werden gebaut, um mögliche Lavaströme aufzuhalten.
Obwohl die Erdbebenaktivität inzwischen zurückgegangen ist und die Wahrscheinlichkeit einer plötzlichen Eruption innerhalb der Stadtgrenzen von Grindavik abgenommen hat, geben die Experten noch keine Entwarnung. Diese betonen, dass die Ruhe der letzten Tage nicht unbedingt bedeutet, dass die Gefahr vorbei ist. In der Vergangenheit gab es vor Eruptionen oft eine Phase der Ruhe. Messungen und Überwachungsinstrumente wie Seismometer, GPS-Geräte und Satellitenaufnahmen helfen dabei, Veränderungen im Untergrund zu erfassen. Beispielsweise werden Sensoren in Bohrlöchern verwendet, um austretendes Schwefeldioxid zu erfassen, das vermutlich von aufsteigendem Magma stammt.
Zusätzlich beteiligt sich die ETH Zürich mit einer neuen Methode der Messung auf der Reykjanes-Halbinsel. Mithilfe eines Glasfaserkabels und Laserinterferometern werden hochauflösende Messdaten von Erdbebenwellen gesammelt, um die Bewegungen der Magmakammer zu analysieren.
Obwohl die Warnstufe für Grindavik vorerst gesenkt wurde, bleibt der Ort weiterhin evakuiert. Die Bewohner haben jedoch gelegentlichen Zugang erleichtert bekommen. Die Entwicklung eines Vulkanausbruchs erfolgt oft in Schüben, daher bleibt die Situation weiterhin ungewiss.
Quellen: Mein Bericht ist eine kurze Zusammenfassung aus Inhalten, welche ich in den isländischen Medien oder einschlägigen Blogs gelesen habe: RUV, Visir, MBL, Vulkane.net, Iceland Review (u.a.), Unversity of Cambridge, usw.
Aktuelle Entwicklungen in Grindavík: Gefahrenstufe heruntergesetzt und Updates
Up date 22.11.2023
Hier ist ein Überblick über den aktuellen Stand der Dinge am Donnerstag, den 23. November, zur Mittagszeit:
- Bisher hat es (zum Glück) auf der Halbinsel Reykjanes noch keinen Vulkanausbruch gegeben.
- Die öffentliche Sicherheitsstufe in Grindavík wurde von „Notfall“ auf „Gefahr“ herabgesetzt, da das Risiko eines Ausbruchs innerhalb des Ortes gering(er) ist und weiter abnimmt.
- Inzwischen geht man nicht mehr von einem Vulkanausbruch im Ortsgebiet von Grindavík aus, hält einen Vulkanausbruch im Gebiet zwischen Hagafell und Sýlingarfell (ca. 2km von der Ortsgrenze entfernt) für möglich. Die blaue Lagune (Thermalbad) sowie Svartsengi (Geothermalkraftwerk) liegt am Rand dieser Zone.
- Die Medien haben wieder Zugang zur Stadt erhalten und können somit aktuelle Berichterstattung liefern.
- Die isländischen Zentralbank hat entschieden, den Leitzins unverändert bei 9,25 % zu lassen. Diese Entscheidung hängt nicht zuletzt mit der Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ereignisse in Reykjanes zusammen.

Die sich beruhigende Lage zeigt, wie schwierig ist einen Vulkanausbruch vorherzusagen. Obwohl die Erdbeben und Landhebung dramatische Züge angenommen haben. Für die Menschen in Rekjanes, insbesondere der Ortschaft Grindavík ist dies vorerst einmal eine gute Nachricht.
Updates sisitiert
Ich werde vorerst hier keine Updates mehr schreiben. Sollte sich die Lage ändern – sei es durch neue Entwicklungen oder auch durch das Ausbleiben der Eruption – melde ich mich hier wieder.
Quellen: Mein Bericht ist eine kurze Zusammenfassung aus Inhalten, welche ich in den isländischen Medien oder einschlägigen Blogs gelesen habe: RUV, Visir, MBL, Vulkane.net, Iceland Review (u.a.), Unversity of Cambridge, usw.
Unerwartete Verzögerung: Warum kommt es trotz hoher Bodendeformationen noch nicht zu einem Vulkanausbruch auf der Reykjaneshalbinsel
Up date 22.11.2023
Die insgesamt hohen Bodendeformationen oder Bodenhebung lassen Forscher eigentlich darauf schliessen, dass ein Vulkanausbruch bevorstehen müsste. Fachleute sind eher erstaunt, dass es noch zu keiner Eruption gekommen ist. Offenbar hemmt noch irgendetwas den Vulkanausbruch.
Ein Update zu den Ereignissen auf der Reykjaneshalbinsel in Island: In den letzten Tagen ist die Anzahl der registrierten Erdbeben deutlich gesunken. Die Messungen sind beeinflusst durch einen starken Sturm. Der Wind verursachte Vibrationen, die die Signale der Mikrobeben überlagerten, so dass die meisten im Hintergrundrauschen des Windes untergingen. Daher geht man davon aus, dass es zu weniger Erschütterungen als bisher gekommen ist, wobei das stärkste Erdbeben eine Magnitude von 2.7 hatte und in Sýlingafell auftrat.
Die GPS-Messungen zeigen weiterhin eine besorgniserregend hohe Bodenhebung zwischen Svartsengi und Eldvörp, auch an den umliegenden Stationen hebt sich der Boden.
Wer sich dies einmal „seismologisch“ live anschauen möchte, findet hier einen LiveStream der Unversity of Cambridge: https://www.youtube.com/watch?v=s7ffVhUgDEA (Live data from Melhóll seismic station (at Hagafell)
Quellen: Mein Bericht ist eine kurze Zusammenfassung aus Inhalten, welche ich in den isländischen Medien oder einschlägigen Blogs gelesen habe: RUV, Visir, MBL, Vulkane.net, Iceland Review (u.a.), Unversity of Cambridge, usw.
Keine Eruption
Up date 18.11.2023
Bis heute Morgen noch keine Eruption.
Die Halbinsel Reykjanes ist weiterhin ruhig, ohne Anzeichen einer Eruption seit Sonntagmorgen um 8 Uhr GMT. Hier ist eine Zusammenfassung dessen, was man an diesem Montagmorgen in Island weiss.
Obwohl das Wochenende im Allgemeinen recht ruhig war, gab es am Sonntage morgen kurz nach 5.30 Uhr ein Erdbeben von beträchtlicher Stärke in Krýsuvík, westlich des Kleifarvatn. Laut dem isländischen Meteorologischen Amt hatte das Erdbeben eine Stärke von 3,7. Es war das stärkste Erdbeben in der Region seit Freitagmorgen, als in der Nähe von Grindavík ein Erdbeben der Stärke 3 registriert wurde.
Experten gehen davon aus, dass dieses Erdbeben eher ein Anzeichen dafür ist, dass die Spannung in der Kruste nachlässt, und nicht darauf hinweist, dass sich das Magma an dieser Stelle bewegt.
Laufend werden Hunderte leichter Erdbeben registriert, was auf eine anhaltende Aktivität in der Region hinweist. Trotzdem bleibt die Situation weiterhin ruhig, ohne Anzeichen einer bevorstehenden Eruption. Die Behörden behalten die Situation im Auge und werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Ich werde Euch über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.
Aktuelle Lage
Up date 17.11.2023
In den letzten Tagen beschleunigte sich die Bodensenkung in Grindavik von 7 cm auf 12 cm pro Tag. Dies stellt eine grosse Bedrohung für Grindavik dar, es könnten Teile des Ortes im Meer versinken. Zudem scheint die Bodenbewegung die Hauptstromleitung beschädigt zu haben.
Die Erdbebenaktivität auf der Reykjanes-Halbinsel nahmen weiter ab, es wurden jedoch immer noch hunderte schwache Erschütterungen registriert. Die Aktivität bleibt gemäss Aussagen der Spezialisten demnach auf hohem Niveau.
Der Magmastrom, der von der Tiefe in einer Art unterirdischen Gang (Vulkanologen nennen dies “Dyke”) eingedrungen ist, fliesst konstant mit etwas 75 Kubikmeter pro Sekunde. Im Vergleich dazu betrug die durchschnittliche Förderrate während des Bardarbunga-Ausbruchs im Jahr 2014 90 Kubikmeter pro Sekunde. Dieser Vergleich gibt den Forschern eine grobe Vorstellung davon, was sich unter Reykjanes abspielen könnte.
Einer der führenden isländischen Vulkanologen äusserte sich in einem Interview mit der isländischen Tageszeitung MBL. Er geht davon aus, dass der erwartete Ausbruch innerhalb von 2 Wochen beginnt. Er meint, dass es noch offen ist, wo die Eruption stattfinden wird. Die wahrscheinlichste Austrittsstelle liegt 3 km nördlich von Grindavik, er bringt aber auch eine Öffnung einer Eruptionsspalte bei Eldvörp ins Spiel.
Interessant ist auch, dass die Forscher inzwischen davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren die anderen Spaltensysteme auf Reykjanes ebenfalls aktiv werden. Ausschlaggebend ist die kontinentale Naht der Kontinentalplatten zwischen Europa und Nordamerika, die auf dem westlichen Teil von Island liegt.
Quellen: Mein Bericht ist eine kurze Zusammenfassung aus Inhalten, welche ich in den isländischen Medien oder einschlägigen Blogs gelesen habe: RUV, Visir, MBL, Vulkane.net, Iceland Review (u.a.)
Lage auf der Halbinsel Reykjanes etwas ruhiger – Bau der Lavabarrieren wurde begonnen
Up date 15.11.2023
Die Aktivität der Erdbeben auf der Reykjanes-Halbinsel in Island bleibt weiterhin auf einem deutlich erhöhten Niveau, stabilisiert sich jedoch. Obwohl weiterhin eine hohe Anzahl von schwachen Erdbeben verzeichnet wird, ist bisher kein neuer starker Erdbebenschub aufgetreten. Das stärkste Erdbeben der letzten Stunden ereignete sich nördlich von Grindavik, wo vermutlich die grösste Ansammlung von Magma vorhanden ist. In den letzten 48 Stunden wurden nur noch wenige Erdbeben von einer Stärke im Dreierbereich registriert. Die Mehrheit der aufgezeichneten Erdbeben sind Mikrobeben mit sehr geringer Intensität. Diese Erdbeben sind Symptome für starke Verformungen des Bodens, die sich in den letzten Tagen auf der Reykjanes-Halbinsel ereignet haben. Derartige Landverformungen wurden auf Island noch nie zuvor in diesem Ausmass mit modernen Messinstrumenten dokumentiert. Zudem ist es nicht das erste Mal seit 2020, dass eine Verformung an dieser Stelle registriert wurde, aber es kam bisher zu keinen Eruptionen.
Es gibt inzwischen auch Berichte, dass die Forscher das Worse-Case-Szenario etwas zurückfahren. Sie gehen davon aus, dass die stärksten Magmaströme sich etwa 3,5 km nordnordöstlich von Grindavik konzentrieren. Sollte es dort zu einem grösseren Ausbruch kommen, könnte der Küstenort möglicherweise von Lava verschont bleiben. Das Geothermalkraftwerk und die Blaue Lagune hätten dann ebenfalls Glück.
Dennoch verlässt man sich auf Island nicht nur auf Glück. Gestern hat das isländische Parlament einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Bau von Lavabarrieren um das Kraftwerk und die Blaue Lagune ermöglicht. Die Bauarbeiten haben unmittelbar nach dem Entscheid begonnen. Laut der Tageszeitung Vísir werden die Barrieren eine Höhe bis zu 8 Metern haben und voraussichtlich ca. 30 Tage Bauzeit in Anspruch nehmen. Der benötigte Kies und die Erde werden vom nahegelegenen Berg Stapafell abgebaut.
Quellen: Mein Bericht ist eine kurze Zusammenfassung aus Inhalten, welche ich in den isländischen Medien oder Blogs gelesen habe: RUV, Visir, Vulkane.net, Iceland Review (u.a.)
Was hätte der Ausbruch des Vulkans für Auswirkungen auf Reykjavík und den Flughafen Keflavik?
Up date 14.11.2023
Einige Zuschriften haben mich erreicht und gefragt, wie sich ein Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes auf die isländische Hauptstadt Reykjavík auswirken könnte. Ich kenne die örtliche Situation durch meine Besuche etwas, aber von hier aus ist es schwierig zu beurteilen. Zudem kann niemand den genauen Zeitpunkt und Ort des Ausbruchs mit Sicherheit vorhersagen. Doch gehe ich nach meinen Erkenntnissen davon aus, dass die Hauptstadtregion weitgehend verschont bleiben wird.
Unsere häufigste Vorstellung von Vulkanen sind kegelförmige Berge, an deren Spitze flüssige Lava in die Höhe schiesst. Im Gegensatz zu den explosiven Stratovulkanen öffnet sich in Island oftmals die Erdoberfläche und Lava fliesst langsam aus mehreren Kratern entlang der Spalte. Erwartet wird, wie beim letzten Ausbruch auf der Halbinsel, ein Spaltenausbruch.
Dennoch könnten sowohl Einheimische als auch Besucher einige Auswirkungen des Vulkanausbruchs spüren. Falls es dazu kommt.
Im schlimmsten Fall würde der Betrieb des Geothermalkraftwerk Svartsengi, welches die Halbinsel Reykjanes mit Wärme und Strom versorgt, durch den Ausbruch beeinträchtigt werden. Obwohl Reykjavík den Strom und die Wärme von anderen Kraftwerken bezieht, wäre es möglicherweise notwendig, Strom von anderen Kraftwerken umzuleiten, um die Energieversorgung der Hauptstadtregion aufrechtzuerhalten. Eine andere Auswirkung die nicht vergessen werden darf ist, dass das bei den Touristen sehr beliebte Thermalbad „Blaue Lagune“ derzeit aus Sicherheitsgründen geschlossen ist.
Es wurde bereits ein Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Erhöhung der Grundsteuer vorsieht, um den Bau von Schutzwällen rund um Svartsengi zu finanzieren. Ähnliche Steuererhöhungen wurden bereits nach dem Ausbruch von Heimaey 1973 auf den Westmännerinseln eingeführt, um beim Wiederaufbau zu helfen.
In früheren Ausbrüchen auf der Halbinsel Reykjanes gab es Bedenken, dass Lavaflüsse die Reykjanesbraut, die Hauptverkehrsstrasse zwischen Reykjavík und dem internationalen Flughafen Keflavík, blockieren könnten. Dies scheint derzeit unwahrscheinlich, da die Lava voraussichtlich nahe dem Dorf Grindavík an der Südküste der Halbinsel auftaucht und in die andere Richtung fliessen wird.
Aufgrund der seismischen Aktivität wurden einige Strassen in der Region beschädigt. Die Strasse Grindavíkurvegur, die die Verbindung zwischen Grindavík und der Reykjanesbraut darstellt, musste aufgrund von Schäden vorübergehend gesperrt werden. Es werden dagegen keine Strassensperrungen im Grossraum Reykjavík erwartet.
internationale Flughafen Keflavik
Obwohl der bevorstehende Ausbruch grösser sein könnte als frühere Ausbrüche in Reykjanes, müsste der Flugverkehr davon nicht beeinträchtigt werden. Der internationale Flughafen Keflavik liegt zwar sehr nah am Gebiet, in welchem der Spalten-Ausbruch erwartet wird. Entscheidend ist, dass er an der Südküste von Reykjanes liegt, denn dort sollten die vorherrschenden Winde die vulkanischen Dämpfe vom Flughafen wegblasen.
Frühere Ausbrüche haben zu einer gewissen Luftverschmutzung in der Hauptstadtregion geführt. Während des letzten Ausbruches im Jahr 2022 wurden Personen mit Atemwegserkrankungen sowie Kinder und ältere Menschen gebeten, Aktivitäten im Freien zu vermeiden, wenn die Winde die Luftverschmutzung nach Reykjavík trugen.
Die Situation auf der Halbinsel Reykjanes ist schwierig zu beurteilen. Die Situation ist derzeit sehr gefährlich, vor allem auf der rund 15 km langen „Line“ vom Wellnessbad „Blue Lagoon“ über das Lavafeld Illahraun (Kraftwerk Svartsengi) bis zur Küste beim Dorf Grindavik.
Für den Grossraum der Hauptstadt stellt die Lage aus heutiger Sicht keine unmittelbare Gefahr dar, sicher dagegen ist, dass die Auswirkungen auf den Rest des Landes eher minimal sein werden.
Reisende sollten sich unbedingt laufend informieren und den Anweisungen der Behörden folgen.
Meine grosse Hoffnung ist natürlich, dass sich alles beruhigt und die Menschen zurück in ihr Dorf kehren können.
Bild: Dieser Leuchtturm liegt im Nordwesten der Halbinsel Reykjanes nahe Garður.
Grindavik – Häuser und Infrastruktur teilweise stark beschädigt
Up date 13.11.2023
Die Situation auf der Halbinsel Reykjanes bleibt angespannt, da sich ein grosser Graben durch den evakuierten Küstenort Grindavík zieht. An einigen Stellen ist der Graben bis zu einem Meter tief eingebrochen, wo sich das Magma in weniger als einem Kilometer Tiefe befindet. Experten glauben, dass der Graben durch den Druck des Magmaeinschusses entstanden ist. Vulkanologe sind der Meinung, dass die Halbinsel durch die Bewegungen der Erdkruste auseinanderbricht, was ein bemerkenswertes Ereignis in der isländischen Geologiegeschichte wäre. Der oben genannte Graben weist darauf hin, dass das Magma sehr nahe an der Oberfläche ist und ein Ausbruch innerhalb der Ortsgrenzen von Grindavík bevorsteht. Es gibt drei mögliche Szenarien: das Magma tritt entlang der 15 Kilometer langen Spalte an die Oberfläche, es kommt zu einer Unterwassereruption am südlichen Ende oder der gesamte Prozess kommt zum Stillstand.
Die Stadt Grindavík auf der Halbinsel Reykjanes leidet unter erheblichen Erdbebenschäden, die Häuser und Infrastruktur betreffen. Es gab grosse Schäden an Gebäuden, Strassen und der Infrastruktur, und einige Gebiete waren ohne Warmwasser und Strom. Es ist unwahrscheinlich, dass die Bewohner in naher Zukunft in ihre Häuser zurückkehren können, da die Ungewissheit über einen möglichen Ausbruch weiterhin besteht. Die Evakuierung bleibt bestehen, selbst wenn die seismische Aktivität abnimmt. Eine neue Bewertung der Situation wird heute erwartet, um festzustellen, wie nah das Magma der Oberfläche gekommen ist.
Folgende Bilder von den Strassenschäden in der Region von Grindavík hat die Icelandic Road and Coastal Administration (IRCA) auf den sozialen Medien veröffentlicht:
Bilder oben: Vegagerðin (The Icelandic Road and Coastal Administration IRCA)
Quellen: Vísir, Iceland Review, Icelandic Met Office, Social Media, usw.
Titelbild: Symbolbild, blaue Lagune, Halbinsel Reykjanes, Island
Grindavik evakuiert – Menge an Magma erheblich
Up date 12.11.2023
Es scheint, dass sich das Magma in Richtung Süden bewegt. Es gab am Abend ein starkes Auseinandergleiten von Erdschichten an den Sundahnjúkargígar, was darauf hindeuten könnte, dass das Magma nahe an die Erdoberfläche gelangt ist. Das Südende der Kraterreihe befindet sich etwa einen Kilometer von Grindavíks nördlichstem Punkt und 1500 Meter vom Erdwärmekraftwerk entfernt. Laut der Erdbebenabteilung des Wetterdienstes hat sich die Erdbebenaktivität am Abend deutlich verändert. Nach M5,2 Beben an den Sundhjnúkargígar am Nachmittag haben sich die Beben in Richtung Grindavík im Süden bewegt. Es besteht die Möglichkeit, dass sich das Magma auch unter den Ort geschoben hat. Die Menge an Magma wird als erheblich und viel grösser als beim grössten Magmagang beim Ausbruch am Fagradalsfjall beschrieben.
Der Küstenort Grindavík (ca. 3300 Einwohner) wurde inzwischen evakuiert, da sich der Verdacht erhärtet hatte, dass sich Magma unter dem Ort befindet. Die Erdbebenaktivität hat in Grindavík zugenommen, und der isländische Zivilschutz hat die Notfallphase ausgerufen. Die Bewohner hatten drei bis vier Stunden Zeit, den Ort zu verlassen. Das Rote Kreuz hat Auffangstationen eingerichtet. Hilfsbedürftige werden unterstützt, und die Polizei patrouilliert, um Plünderungen zu verhindern.
Das Erdwärmekraftwerk Svartsengi wurde evakuiert, aber es kann ferngesteuert werden. Die Bevölkerung zeigt eine grosse Hilfsbereitschaft, Betten, Zimmer und Weideplätze werden angeboten. Das Katzenheim Kattholt in Reykjavík hat Katzen aus Grindavík aufgenommen.
Flughafen Keflavik trifft Vorsichtsmassnahmen
Die Experten vermuten, dass sich das Magma in Richtung Süden bewegt. Der Flughafen Keflavík (Internationaler Flughafen des Landes) hat Vorsichtsmassnahmen getroffen, falls die Stromversorgung beeinträchtigt wird. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, dann würde der Luftverkehr innerhalb eines 220 Kilometer Radius um den Ausbruchsort eingestellt. Nach einer Lagebeurteilung könnte der Flughafen innert weniger Stunden den Betrieb wieder aufnehmen.
Up date folgt …
Quelle: Visir, Iceland Review, u.a.
Bild: Symbolbild (Island)
Blaue Lagune geschlossen – Vulkanausbruch in Grindavik erwartet (Island)
Up date 11.11.2023
Die Behörden in Island haben nach einer Serie von Erdbeben im Südwesten des Landes den Notstand ausgerufen. Dies geschah aufgrund der intensiven Erdbeben in der Region von Sundhnjukagigar, nördlich von Grindavik. Es wird befürchtet, dass weitere und möglicherweise stärkere Beben auftreten könnten und dass dies zu einem Vulkanausbruch führen könnte. Laut der isländischen Wetterbehörde könnte ein solcher Ausbruch in den nächsten Tagen stattfinden. Als Vorsichtsmassnahme wurde bereits die beliebte Touristenattraktion Blaue Lagune geschlossen. Innerhalb von 14 Stunden wurden etwa 800 Beben in der Region rund um den Ort Grindavik gemessen, das stärkste hatte eine Stärke von 5,2. Eine Verbindungsstrasse nach Grindavik musste aufgrund der Schäden durch die Beben geschlossen werden.

Up date folgt …
Quelle: Iceland Review, u.a.
Bild: Symbolbild (Island)
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Danke und gute Wünsche nach Island und an den Bodensee
Vielen Dank, dies wünsche ich vor allem auch den Bewohner und Bewohnerinnen von Grindavik, die gerade ziemlich aus Ihrem Alltag herausgerissen werden. Stay safe!