Das kurze Comeback des Halo von Arosa

Michael’s Reisenotizen: Das kurze Comeback des Halo von Arosa

Ich fotografiere gerne, ich schreibe gerne, ich wandere und reise gerne und vor allem staune ich gerne!

Als die Aroser Zeitung kürzlich anfragte, ob sie mein „Halo aus Arosa“-Bild für einen Artikel verwenden dürfen, musste ich schmunzeln! Es scheint, als würde mich dieser Schnappschuss eines Wetterphänomens vom Hörnli immer noch verfolgen. Dieses erneute Auftauchen des Bildes ist einem Vortrag des bekannten SRF-Meteorologen Felix Blumer zu verdanken, der das Wetterphänomen anhand genau dieses Fotos erklärte – was an sich schon eine Ehre ist. Und so findet es immer wieder seinen Weg in die Presse, in Fachbüchern oder ins Netz. Aber woher kommt dieses Bild eigentlich und welche unglaubliche Geschichte steckt dahinter? Das kurze Comeback des Halo von Arosa.


Das kurze Comeback des Halo von Arosa
Artikel in der Arosa Zeitung vom Juli 2025

Die wundersame Reise eines Hörnli-Halos: Vom Berggipfel in die Weltpresse

Es war ein gewöhnlicher Novembermorgen vor einigen Jahren. Auf dem Hörnligrat bei frostigen -7 Grad wartete ich auf meinen Skikollegen und nutzte die Zeit, um die beeindruckende Lichtstimmung in der verschneiten Aroser Bergwelt mit meinem neuen Smartphone einzufangen. Plötzlich, als ich in die Sonne blickte, entwickelte sich aus dem auflösenden Nebel sowie dem Eisnebel der Beschneiungsanlagen ein Halo. Zuerst nur in Schemen, dann aber immer spektakulärer mit zwei Ringen um die Sonne und unzähligen Lichtreflexionen. Mit der Weitwinkel-Linse meines Handys konnte ich das gesamte Phänomen perfekt einfangen.

Ich dachte, es sei ein nettes Bild zum twittern (Heute X). Aber weit gefehlt! Der „Likezähler“ explodierte förmlich. „Wunderschönes Eisnebelhalo-Phänomen mit ungewöhnlich vielen Arten. Danke für’s Teilen“, kommentierte ein Meteorologe von MeteoSchweiz. Somit war dieser Post kein gewöhnliches „Beer&Beans-Gezwitscher“ mehr – er ging viral!

Die Reichweite war absolut unerwartet! Mein Halo-Bild wurde nicht nur in Sendungen grosser Netzwerke wie ABC, FOX, NBC und CBS gezeigt und kommentiert, sondern auch weltweit auf zahlreichen TV-Sendern. Durch dieses Bild kam ich mit renommierten Bloggern wie Jason Kottke (einem der Begründer des Bloggens) und Jessica Stewart von MyModernMet in Kontakt, die meine Geschichte auf ihren Plattformen gross herausbrachten. So landete das Bild schliesslich auch auf der Titelseite von „20 Minuten“ und im „Tages-Anzeiger“ unter dem Titel „Dieses Foto eines Zürchers geht um die Welt“.

Ein Experte hat dieses Bild verwendet um die Fachbegriffe visuell zu erklären.

War es der heilige Geist?

„Bist du sicher, dass es nicht der heilige Geist war?“, scherzte jemand vom Aroser Humorfestival.

Aber keine Sorge, es war kein Heiliger Geist, sondern ein faszinierendes Lichtphänomen. Ähnlich wie bei einem Regenbogen wird Sonnenlicht durch winzige Eiskristalle in den hauchdünnen Wolken gebrochen und reflektiert, wodurch diese beeindruckenden Kreise, Bögen und Lichtflecken entstehen. Mein Standpunkt auf dem Hörnli war anscheinend genau richtig, um verschiedene Lichtbrechungen gleichzeitig zu sehen.

Eines ist mir durch die vielen Rückmeldungen klargeworden: Mein zufällig entstandenes Bild ist genial, aber die wissenschaftliche Erklärung dahinter ist komplex. Es gibt unzählige Haloarten, abhängig von der Form der Eiskristalle. Und genau wie bei Nordlichtern, die jeder Betrachter „persönlich“ sieht, entsteht auch der Halo erst in unserem Auge oder durch die Kameralinse. Faszinierend, oder?

Das kurze Comeback des Halo von Arosa: Ein Schnappschuss eines faszinierenden Wetterphänomen und seine Bedeutung.
Auch im Buch „Dag&Nacht“ der bekannten niederländischen Meteorologin und Wettermoderatorin Helga van Leur fand der Halo von Arosa seinen Platz.

Alle Post über den Halo von Arosa findest Du hier: Halo von Arosa


Entdecke mehr von

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

You Might Also Like